Du hast bald das Abi in deiner Tasche, und dann kann es losgehen: Ja, was denn eigentlich? Ein Studium vielleicht? Ob du die nötigen Fähigkeiten mitbringst, um ein Muster-Student zu werden, liest du hier.

Was bringt ein Studium? Na, im Idealfall jede Menge neue Erkenntnisse, Spaß, Freundschaften fürs Leben oder für Zwischendurch, spannende Wissensgewinne und den ultimativen Startschuss für deine berufliche Karriere. Im „Reinfall“ eher – das Gegenteil: Überforderung, Stress, Frust durch schlechte Noten, Vereinsamung, den Weg in eine berufliche Sackgasse ohne Schimmer am Horizont. Deshalb checke lieber vorab, ob du die entsprechenden Soft Skills mitbringst, um mit Erfolg zu studieren.

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Voraussetzungen für ein Studium

Natürlich gibt es formale Voraussetzungen für ein Studium. Du benötigst in der Regel die allgemeine Hochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife, um an einer deutschen Universität studieren zu können. Daneben solltest du aber einige persönliche Voraussetzungen mit im Gepäck haben, um erfolgreich an einer Hochschule zu lernen und einen akademischen Abschluss zu erreichen. Und schlussendlich ist es auch von Vorteil, über bestimmte grundlegende Bildungs-Knowhows wie Sprachkenntnisse oder ein Basic-Zahlenverständnis zu verfügen.

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Motivation für dein Fach

Ganz klar: Du solltest wissen, warum du dein Fach bzw. deinen Studiengang studierst. Nur aus einer Notlösung heraus zum Beispiel „irgendwas mit Medien“ oder aber dasselbe, was deine Freundin wählt, zu studieren, macht wenig Sinn. Informiere dich nach dem Abitur bei Berufsberatungsangeboten und den Studienberatungen der Universitäten ausführlich darüber, wie die einzelnen Studiengänge aufgebaut sind, welche Spezialisierungen man wählen kann und zu welchem Abschluss sie führen.

Mache dir auch vorab schon Gedanken darüber, in welchem konkreten Job du dir später vorstellen könntest, zu arbeiten. Je tiefer du in die Materie deines zukünftigen Fachs einsteigst, desto mehr Lust auf das Studium solltest du verspüren. Ist das nicht der Fall, könnte es vielleicht nicht die optimale Wahl sein.

Ein Studium, vor allem mit Master-Abschluss, ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon. Du solltest also gut Luft holen, bevor du startest. Und eine gehörige Portion Motivation mitbringen.  

Aufgeschlossenheit

Für viele junge Menschen ist der Start des Studiums auch der Zeitpunkt, an dem sie zuhause ausziehen. Der Studienbeginn ist zeitgleich also auch ein Ortswechsel und ein kompletter Neuanfang in einer anderen Stadt. Familie, Freunde – erstmal Fehlanzeige. Kontakte musst du erst wieder knüpfen, Freundschaften müssen sich entwickeln. Es ist deshalb unerlässlich, dass du offen und aufgeschlossen auf andere Menschen zugehst. Kontaktfreudigkeit ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die du zum Studieren mitbringen solltest.

Du wirst dich also um einiges leichter tun, wenn du dich in der Mensa auch mal an einen Tisch mit anderen Studenten setzt, als dich allein in ein Eck zu verkriechen. Nutze Unisportangebote, singe im Chor oder such dir einen Platz in einem Studentenwohnheim, wo du schnell Anschluss findest. Ein funktionierendes soziales Umfeld ist wirklich die halbe Miete beim Studium und kann durchaus über dein Durchhaltevermögen und deinen Erfolg entscheiden.

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Organisationstalent und Zeitmanagement

Es war für dich schon immer schwierig, den Schulranzen für den nächsten Schultag gepackt zu bekommen? Jedes Mal hast du etwas vergessen: mal das Mathebuch, dann den Füller, oder aber das Geodreieck war tagelang verschollen. Und den Termin für das Klarinettenvorspiel hast du, genauso wie den pünktlichen Beginn des Basketballtrainings, auch regelmäßig in den Sand gesetzt.

Achtung: Ein Studium erfordert einiges an Selbstorganisation!

Viele Studiengänge sind nicht so verschult aufgebaut, wie du es aus deiner Gymnasiallaufbahn kennst. Oftmals musst du dir deine Kurse selbst zusammenstellen, ergo auch einen Stundenplan für die Woche selbst bauen. Du entscheidest darüber, welches Fach du jetzt belegst – und welches vielleicht erst später im Studium. Dafür musst du dich entsprechend über Studienaufbau und Prüfungsgestaltung informieren und auch Vorgaben und Belegungspflichten einhalten. Du solltest also deine Termine im Kopf haben und dich eigenverantwortlich organisieren können. Nein, keine Mama mehr, die dir die Brotzeitdose packt, und auch kein Papa-Taxi, das dich zum Training chauffiert und an Termine erinnert: Jetzt musst du selbst ran.

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Durchhaltevermögen

Man malt es sich in den tollsten Farben aus: Nach dem Abi bekommt man einen Studienplatz im Wunschfach in der Traumstadt. Man lernt tolle Leute kennen, sammelt theoretische und praktische Erfahrung, findet spannende Praktika und kann Interesse an und Wissen in seinem Fachgebiet immer weiter ausbauen.

Doch dann kommt da die blöde Realität ins Spiel.

Sprich, du sitzt in einem düsteren 10-Quadratmeter-Zimmer mit Blick auf den Hinterhof oder wahlweise die dreispurige Hauptverkehrsstraße, hast absolut null Durchblick, was deine Studienorganisation angeht und bist soeben durch eine wichtige Prüfung gerasselt. Die Kohle ist Mitte des Monats schon wieder komplett futsch. Irgendwie sind alle anderen Studenten hochnäsig und doof, und eigentlich möchtest du nichts anderes als – nach Hause!

Diese Momente kennt vermutlich jeder Student. Es ist ganz normal, auch mal eine Durststrecke zu haben und sich und sein Vorhaben infrage zu stellen. Aber: Du darfst nicht zu schnell aufgeben! Es dauert, bis man sich an einem neuen Ort eingelebt und Kontakte geknüpft hat. Niederlagen müssen außerdem verarbeitet werden und können dich durchaus auch voranbringen: Indem sie dir zeigen, wo deine Stärken und Schwächen liegen, und was du noch verbessern kannst. In tristen Momenten solltest du nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Bei einem anspruchsvollen Studium ist es ganz normal, auch mal Misserfolge einzufahren. Du kannst nicht immer und überall die oder der Beste sein.

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Teamplayer

Arbeit im Team ist für Studierende quasi der Normalzustand. In Seminaren bildet man Arbeitsgruppen, für Vorträge schließen sich zwei oder drei Studierende zusammen, und wenn man sich auf große Abschlussprüfungen vorbereiten muss, geht auch das meist besser im Rahmen von Lernteams. Nutze die Vorteile, die aus Zusammenarbeit entstehen können. Du profitierst vom Gedankenaustausch und der Inspiration durch andere Ideen.

Es kann außerdem ungemein spannend sein, multinationale Lerngruppen zu bilden und sich somit über alle Grenzen hinweg gemeinsam seinem Lernstoff zu widmen. Dabei lassen sich unterschiedliche Lernmethoden entdecken, die vielleicht auch dir weiterhelfen können.

Spontaneität

Diese Eigenschaft verschafft dir mit Sicherheit generell oft einen Vorsprung vor deinen Mitmenschen. Aber im Studium ist sie ganz besonders wertvoll. Denn Studenten sollten spontan reagieren können – es wird tagein, tagaus von ihnen erwartet.

Nicht selten geht an der Uni einiges drunter und drüber: Dozenten erscheinen nicht zur vereinbarten Sprechstunde, das Internet im Institut ist ausgefallen oder aber in der Bibliothek hat mal wieder niemand aufgeräumt. Da hilft es wenig, groß zu lamentieren und in Schimpftiraden auszubrechen. In der Regel löst du solche Situationen am besten, wenn du dir mit viel Improvisationsgeschick spontan selbst hilfst. Organisiere dir einen neuen Termin mit deinem Dozenten, arbeite ungeplant von zuhause aus oder suche dich mühsam durch die Bücherreihen in der Uni-Bib: Selbst ist der Mann bzw. die Frau.

Auch wenn es um Auslandsaufenthalte oder spannende Praktika geht, ist spontanes Handeln gefragt. Nicht selten ergeben sich sehr kurzfristig tolle neue Optionen. Du musst dann allerdings auch flexibel sein und schnell zusagen. Vielleicht musst du dann deine Abschlussarbeit eben parallel zum coolen Praktikum verfassen oder spontan zwei Monate Südamerika-Aufenthalt einschieben. Wenn nicht jetzt, wann dann? Diese Devise solltest du im Studium des Öfteren beherzigen.

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Gute Englischkenntnisse

Neben all den Softskills bringen dich auch einige fachliche Kompetenzen weiter. Und damit ist jetzt kein tiefgründiges Wissen in deinen gewählten Fächern gemeint. Egal, was du auch studieren willst: Gute Englischkenntnisse wirst du in allen Bereichen brauchen. Denn Fachliteratur ist quer über alle Disziplinen hinweg oftmals in englischer Sprache verfasst. Außerdem hast du es sicherlich mit einigen Gaststudenten aus der ganzen Welt zu tun, und auch hier ist oftmals die Sprache der Wahl: Englisch. Wissenschaft ist generell universal, und die Sprache der Wissenschaft ist nun mal rund um den Globus Englisch.

Denke daran, wenn du mal wieder genervt fürs Englisch-Abi lernst: Du wirst diese Kenntnisse sicherlich noch brauchen können.

Analytische Fähigkeiten

Ein Fach, das von vielen Studienanfängern unterschätzt wird, ist die Statistik. Zum einen, weil man es für viel mehr Bachelor- oder Master-Studiengänge braucht, als man zunächst denkt. Zum anderen, weil es ein grundlegendes analytisches Zahlenverständnis erfordert. Wem dieses Fach nicht sehr leicht fällt, der sollte unbedingt in den ersten Semestern seinen Fokus darauf legen und büffeln, was das Zeug hält. Denn in der Regel finden die Statistikprüfungen in den ersten Semestern statt. Hier wird ausgesiebt: In vielen Studienfächern entscheidet sich anhand der Statistikklausuren, wer weiterhin den Hörsaal besuchen darf und wer nicht. Egal ob Soziale Arbeit, Psychologie, Kommunikationswissenschaft o. ä. – in all diesen Fächern musst du Statistikkenntnisse erwerben bzw. nachweisen.

Fachunabhängig ist der Umgang mit Zahlen generell gefragt, auch in geisteswissenschaftlichen Bereichen. Sobald Untersuchungen, Befragungen oder Vergleiche angestellt werden, sollte man ein grundlegendes analytisches Verständnis mitbringen.

Präsentationstechnik und Rhetorik

Nicht alle, die studieren, werden später Managementpositionen bekleiden. Doch tendenziell führen akademische Abschlüsse schon eher in Teamleitungs- oder Führungspositionen. Zumindest jedoch in Aufgabenbereiche, in denen mitunter präsentiert, vorgestellt und erklärt wird. Und dafür brauchst du gute rhetorische Fähigkeiten und eine überzeugende Präsentationstechnik. Kein Problem, all das kannst du dir aber mühelos auch noch während des Studiums aneignen.

Fazit

Formale Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium wie Abitur, Fachhochschulreife und gute Noten sind erst die halbe Miete. Um erfolgreich studieren zu können, musst du einige weitere Fähigkeiten mitbringen. Motivation, Selbstorganisation, Disziplin und auch Spontaneität sind gefragt, wenn du heil durchs Studentenleben kommen und erfolgreich in den Beruf starten möchtest. Wer Probleme mit zu viel Eigenverantwortung und einem geschickten Zeitmanagement hat, sollte überlegen, ob er nicht eventuell mit einer Ausbildung oder einem dualen Studium besser bedient ist.

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