Nicht jeder Arbeitnehmer wird nach demselben Vergütungsmodell entlohnt. Eines der möglichen Modelle ist der sogenannte Zeitlohn. Hier wird der Lohn anhand der Arbeitszeit berechnet, die der Mitarbeiter geleistet hat. Da diese Vergütungsform eine hohe Stabilität und Sicherheit bietet, wird sie in unserer Arbeitswelt immer beliebter und ist derzeit die am meisten verbreitete Lohnform. Doch wo genau liegen eigentlich die Unterschiede zu den anderen Modellen und was sind die Vor- und Nachteile? Das erfährst du in diesem Artikel.

Zeitlohn: Eine Definition

Beim Zeitlohn handelt es sich um eine Vergütungsform, bei der ein Mitarbeiter für jede geleistete Arbeitsstunde bezahlt wird. Dabei spielt es keine Rolle, wie produktiv oder effektiv der Mitarbeiter in dieser Zeit arbeitet – lediglich die reine Anwesenheitszeit wird vergütet. Der Zeitlohn ist eine der ältesten Formen der Vergütung, die seit Jahrhunderten in der Arbeitswelt existiert. Die Idee dahinter ist, dass der Arbeitgeber eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden bezahlt, unabhängig von der Effizienz und Produktivität des Angestellten.

Manche Unternehmen bieten neben dem fixen Zeitlohn auch variable Leistungszulagen. Hier werden bestimmte Ziele definiert, bei deren Erreichung der Mitarbeiter einen Bonus erhält. Dies soll die Motivation fördern. In Deutschland wird Zeitlohn auch häufig mit dem Begriff Stundenlohn gleichgesetzt. Allerdings muss dann die Stunde als Maßeinheit gegeben sein.

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Mann denkt über Geld nach
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Formen des Zeitlohns

Gehalt

Eine monatliche Vergütung, die ein Arbeitnehmer für seine Arbeit erhält. Es kann eine feste Summe oder eine Spanne sein, die sich nach der Qualifikation und der Erfahrung des Mitarbeiters richtet. Das Gehalt wird normalerweise in einem Arbeitsvertrag oder einer Tarifvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt und kann je nach Branche, Position und Erfahrung des Mitarbeiters variieren. Es handelt sich um eine feste Vergütung, die unabhängig von der Arbeitsleistung des Arbeitnehmers gezahlt wird.

Stundensatz

Der Mitarbeiter wird für jede Stunde, die er arbeitet, bezahlt. Der Stundensatz kann je nach Position, Branche und Region variieren und auf unterschiedlicher Basis berechnet werden, je nach Art der Tätigkeit und der Vereinbarung zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber. Einige Berufe und Dienstleistungen, wie zum Beispiel Beratung oder IT-Support, werden oft auf Stundenbasis abgerechnet. In diesem Fall ist der Stundensatz ein wichtiger Faktor bei der Festlegung des Preises für die erbrachte Leistung.

Tageslohn

Der Arbeitnehmer wird für jeden Arbeitstag, an dem er arbeitet, bezahlt. Der Tageslohn ist auch hier je nach Position, Branche und Region unterschiedlich. Zwar ist die Bezahlung an die geleistete Arbeitszeit gekoppelt, jedoch wird hier der Arbeitstag als Abrechnungszeitraum verwendet. Der Tageslohn wird normalerweise in Arbeitsverträgen, Tarifverträgen oder Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt. Er kann auch Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Sozialleistungen und weitere Vorteile wie Firmenwagen oder Versicherungen enthalten.

Tageslöhne werden oft in bestimmten Branchen verwendet, wie beispielsweise im Baugewerbe, in der Landwirtschaft oder in der Gastronomie. Diese Branchen haben oft saisonale Schwankungen und unregelmäßige Arbeitszeiten, so dass die Bezahlung an den Tageslohn angepasst wird, um die Lohnkosten besser zu kontrollieren.

Wochenlohn

Der Arbeitnehmer wird für eine Woche Arbeit bezahlt. Im Gegensatz zum Tageslohn, bei dem die Bezahlung pro Arbeitstag erfolgt, bezieht sich der Wochenlohn also auf den Zeitraum einer Woche. Auch hier wird der Lohn normalerweise in Arbeitsverträgen, Tarifverträgen oder Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Angestellten festgelegt und kann je nach Branche, Position und Erfahrung des Mitarbeiters variieren und ebenfalls Zusatzleistungen enthalten.

Der Wochenlohn wird oft in Branchen verwendet, in denen eine regelmäßige Arbeitszeit von Montag bis Freitag oder von Montag bis Samstag üblich ist, wie zum Beispiel im Handel, in der Industrie oder im Dienstleistungsbereich. Auch in der Baubranche oder der Landwirtschaft, wo man häufig für längere Zeit an einem Projekt arbeiten muss, wird er verwendet. Der Wochenlohn bietet Arbeitgebern den Vorteil, die Lohnkosten für eine Woche besser planen und kontrollieren zu können, während Arbeitnehmer eine regelmäßige, vorhersehbare Bezahlung erhalten.

Monatslohn

Der Mitarbeiter erhält ein festes monatliches Gehalt. Im Gegensatz zum Wochenlohn oder Tageslohn bezieht sich der Monatslohn also auf den Zeitraum eines Kalendermonats. Dies ist üblicherweise bei Bürojobs oder Jobs mit einem festen Arbeitsplan der Fall.

Frau bekommt Geld in Form von Zeitlohn
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Zeitlohn vs. Leistungslohn

Der größte Unterschied zwischen reinem Zeitlohn und Leistungslohn ist, dass bei ersterem die faktisch erbrachte Leistung nicht gemessen wird. Der Mitarbeiter wird ausschließlich nach dem Kriterium der Zeit bezahlt. Dies ist beim Leistungslohn anders, denn hier muss der Arbeitnehmer eine konkrete Leistung erbringen, um seine Vergütung zu erhalten. Diese Art der Vergütung basiert also auf der individuellen Leistung des Angestellten. Leistungsbezogene Vergütungen können beispielsweise auf der Grundlage von Zielen, Verkaufszahlen oder anderen Leistungsindikatoren berechnet werden. Der Lohn kann daher jeden Monat anders aussehen und ist nicht festgelegt, wie es beim reinen Zeitlohn der Fall ist.

Es gibt verschiedene Formen des Leistungslohns:

1. Akkordlohn / Stücklohn

Bei dieser Form der Entlohnung wird der Mitarbeiter für jede Einheit bezahlt, die er oder sie produziert. Zum Beispiel kann ein Mitarbeiter in einer Fabrik für jede produzierte Maschine oder für jedes genähte Kleidungsstück bezahlt werden. Die Vergütung hängt also direkt von der Menge der produzierten Einheiten ab. Auch hier variiert das Gehalt also mitunter stark pro Monat. Akkordlohn oder Stücklohn wird hauptsächlich in der Fertigungsindustrie und anderen Branchen eingesetzt, in denen die Arbeitsleistung direkt gemessen werden kann, wie zum Beispiel in der Montage oder in der Produktion von Gütern.

2. Prämienlohn

Prämienlohn ist eine Entlohnungsmethode, bei der Angestellte zusätzlich zu ihrem Grundlohn eine Prämie erhalten, wenn sie bestimmte Ziele oder Leistungen erreichen. Diese Prämien können auf individueller oder kollektiver Basis vergeben werden und dienen als Anreiz für Angestellte, ihre Leistung zu verbessern und bestimmte Ziele zu erreichen. Prämienlohn kann in verschiedenen Branchen eingesetzt werden, wie zum Beispiel im Vertrieb, in der Produktion oder im Servicebereich. Die Höhe der Prämie hängt von der Höhe der erzielten Leistung und den vereinbarten Zielen ab.

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Zeitlohn oder Leistungslohn
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3. Beteiligungslohn

Beteiligungslohn ist eine Form der Entlohnung, bei der Arbeitnehmer einen Anteil am Unternehmensgewinn oder am Unternehmenswert erhalten. Angestellte werden somit direkt am Erfolg des Unternehmens beteiligt und haben ein Interesse daran, zur Steigerung des Unternehmenserfolgs beizutragen. Dies kann die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter erhöhen.

4. Aktienoptionen

Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Aktienoptionen an, um sie an das Unternehmen zu binden und sie an seinem Erfolg zu beteiligen. Aktienoptionen sind ein spezielles Instrument des Beteiligungslohns, bei dem das Personal das Recht erhält, Aktien des Unternehmens zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Der Wert der Aktienoptionen steigt, wenn der Aktienkurs des Unternehmens steigt. Wenn die Angestellten ihre Aktienoptionen ausüben, können sie die Aktien zum niedrigeren Preis kaufen und später zum höheren Preis verkaufen und somit einen Gewinn erzielen.

Beteiligungslohn und Aktienoptionen sind in der Regel für Führungskräfte und Schlüsselmitarbeiter vorgesehen, um sie an das Unternehmen zu binden und zu motivieren. Diese Form der Entlohnung kann auch für Start-ups und schnell wachsende Unternehmen attraktiv sein, die möglicherweise noch keine hohen Gehälter zahlen können, aber ihren Mitarbeitern eine Möglichkeit geben möchten, an ihrem Erfolg teilzuhaben.

Lohnformen wie Zeitlohn
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Was sind die Vorteile von Zeitlohn?

Nicht umsonst ist diese Art der Entlohnung die am häufigsten gewählte Vergütungsmethode. Dies liegt an den vielen Vorteilen, die sie gegenüber anderen Lohnformen hat.

1. Gleichbehandlung

Durch den Stundenlohn kann eine Gleichbehandlung aller Mitarbeiter garantiert werden, da jeder für die gleiche Anzahl von Arbeitsstunden bezahlt wird. Es gibt keine Unterschiede in der Bezahlung basierend auf Produktivität oder Leistung, was zu einer gerechteren Arbeitsumgebung und einem besseren Arbeitsklima unter den Kollegen führt. Konkurrenz- und Machtkämpfe werden so reduziert und ein angenehmeres Zusammenarbeiten geschaffen.

2. Stabilität und Sicherheit

Der wohl wichtigste Faktor: Lohn auf Basis von Zeit bietet Arbeitnehmern eine hohe Stabilität und Sicherheit, da sie eine feste Anzahl von Arbeitsstunden erhalten, die sie monatlich abrechnen können. Diese Stabilität kann für viele Angestellte von unschätzbarem Wert sein, insbesondere für diejenigen, die in unsicheren Branchen arbeiten.

3. Einfache Berechnung

Der Zeitlohn ist einfach zu berechnen und zu verstehen, da er auf der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden basiert. Dies macht es für Arbeitgeber leicht, die Gehaltsabrechnungen durchzuführen und für Angestellte einfach, ihre Gehaltsabrechnungen zu verstehen. Es herrscht eine hohe Transparenz. 

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4. Teilweise Flexibilität

Trotz vorhandener Stabilität kann der Lohn auf Basis von Zeit für Arbeitnehmer mancher Branchen flexibel sein, wenn sie ihre Arbeitszeit und ihre Arbeitsbelastung selbst bestimmen können. Wenn Angestellte in der Lage sind, ihre Arbeitszeit frei einzuteilen, können sie ihre Arbeit und ihr Privatleben besser ausbalancieren.

Zeitlohn als Verdienst
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Was sind die Nachteile von Zeitlohn?

Wie immer im Leben gibt es jedoch auch hier einige Nachteile.

1. Keine Berücksichtigung von Produktivität

Da der Stundenlohn nur auf der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden basiert, wird die Produktivität der Arbeiter nicht berücksichtigt. Dies kann dazu führen, dass ineffektive oder unproduktive Mitarbeiter das gleiche Gehalt erhalten wie hochproduktive Kollegen, was für Letztere ungerecht sein kann.

2. Keine Anreize zur Verbesserung

Der reine Zeitlohn bietet keinen Anreiz für Arbeitnehmer, ihre Fähigkeiten zu verbessern oder ihre Leistung zu steigern. Wenn sie für ihre Anwesenheit bezahlt werden, haben sie keinen Grund, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um ihre Fähigkeiten zu verbessern oder ihre Arbeit zu optimieren. Es besteht kein Anreiz für Angestellte, schneller oder effektiver zu arbeiten, da sie für ihre Anwesenheit bezahlt werden.

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3. Geringe Flexibilität

Im Vergleich zu anderen Lohnformen bietet der Stundenlohn eher wenig Flexibilität – und zwar sowohl für Arbeitgeber als auch für Mitarbeiter. Arbeitgeber müssen die Anzahl der Stunden im Voraus planen und können nur schwer auf unvorhergesehene Ereignisse oder Änderungen reagieren. Angestellte haben auch wenig Flexibilität, wenn es darum geht, ihre Arbeitszeit anzupassen, da sie für jede Stunde bezahlt werden müssen.

Frau schaut auf Gehaltsscheck
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Fazit

Der größte Unterschied zwischen Zeitlohn und Leistungslohn besteht darin, dass bei ersterem ausschließlich das Kriterium der Zeit die Höhe der Vergütung bestimmt. Beide Vergütungsformen haben ihre Vor- und Nachteile, dennoch überwiegen die positiven Aspekte wie Sicherheit und Stabilität beim Lohn auf Basis von Zeit, weshalb er das am häufigsten gebrauchte Modell ist.

FAQs

Was ist der Unterschied zwischen Zeitlohn und Leistungslohn?

Zeitlohn ist eine Entlohnungsmethode, bei der Arbeiter nach Arbeitszeit bezahlt werden, während sie beim Leistungslohn auf Basis ihrer Leistung vergütet werden. Beim Leistungslohn hängt die Bezahlung also direkt von der Menge oder Qualität der Arbeit ab, beim reinen Zeitlohn spielen diese Kriterien keine Rolle.

Welches ist die beim Zeitlohn am häufigsten verwendete Zeiteinheit?

Die beim Zeitlohn am häufigsten verwendete Zeiteinheit ist die Stunde. Die meisten Arbeitgeber zahlen ihre Arbeitnehmer auf Grundlage der Stunden, die sie geleistet haben. Es gibt jedoch auch andere Zeiteinheiten wie beispielsweise Tagessätze oder Monatsgehälter, die in einigen Branchen oder für bestimmte Positionen üblich sind.

Was sind die häufigsten Formen von Zeitlohn?

Die häufigsten Formen sind: Stundenlohn, Tageslohn, Wochenlohn und Monatslohn.

Was sind die Vor- und Nachteile von Zeitlohn?

Der Zeitlohn ist einfach zu berechnen und zu verwalten. Als Angestellter kann man seine Finanzen besser planen, da man ganz genau weiß, was man verdient. Außerdem sorgt der reine Zeitlohn für eine gerechtere Bezahlung, da jeder nach derselben Zeiteinheit bezahlt wird. Allerdings kann es passieren, dass Mitarbeiter ihre Motivation, produktiver und effektiver zu arbeiten, verlieren, da sie unabhängig von der Menge oder Qualität ihrer Arbeit bezahlt werden. Abreitnehmer, die eine höhere Leistung erbringen, werden genauso bezahlt wie diejenigen, die nur das Nötigste tun. Außerdem bietet der Lohn auf Basis von Zeit wenig Flexibilität, da die Stundenpläne der Arbeitnehmer größtenteils festgelegt sind.

Warum ist das Thema Zeitlohn wichtig?

Zeitlohn stellt die grundlegende Methode zur Bezahlung von Arbeitnehmern dar und hat einen großen Einfluss auf Arbeitsbedingungen, Produktivität und Arbeitszufriedenheit. Eine angemessene Entlohnung ist ein wichtiger Faktor, um qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu gewinnen und dadurch wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Form (generisches Maskulinum), z. B. „der Mitarbeiter“. Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung. Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.