Ein eigenes Buch zu veröffentlichen ist der Traum vieler Menschen. Besonders dann, wenn es ein Gebiet gibt, auf dem man sich als Fachmann oder -frau mit jahrelanger Erfahrung hervortun kann, macht es Sinn, seine Gedanken auf einer Website oder in Form eines Buchs zu veröffentlichen. Doch nicht alle Buchthemen sind dazu geeignet, die eigene Karriere zu fördern. In diesem Artikel geben wir dir Tipps zur Erstellung von Büchern und Websites, die du im Vorstellungsgespräch stolz präsentieren kannst.

Self-Publishing mit Büchern

Ein Buch veröffentlichen – so geht’s

Die klassischen Verlage können es sich erlauben, eine Vielzahl von Manuskripten abzulehnen. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, weil man bei Self-Publishing-Plattformen viel mehr Freiheiten genießt, macht es Sinn, sein Manuskript bei einer Plattform wie Books on Demand, Epubli oder CreateSpace einzureichen, wo das Buch nach Lust und Laune gestaltet werden kann. Hier kann man einem zukünftigen Arbeitgeber nicht nur zeigen, dass man gut schreiben kann, sondern sich auch in Sachen Design austoben. Zudem erhält das Buch eine eigene ISBN-Nummer, ist jedoch nicht in allen Fällen auch im Buchhandel erhältlich. Dennoch: Das Amazon-Autorenprofil schmeichelt nicht nur dem eigenen Ego, sondern macht den Autoren zum repräsentativen Experten, den man auch gern als Redner vorzeigen möchte.

Die No-Gos in Sachen Selfpublishing

Das falsche Themengebiet

  • Du schreibst ein Buch, um bessere Chancen bei Bewerbungen zu haben? Dann überlege dir als erstes, welches Thema optimal zur Förderung deiner Karriere geeignet ist. Bist du zum Beispiel eine Erzieherin und willst gern an eine Führungsposition? Dann schreibe ein Buch über ein Thema aus der Pädagogik, mit dem sich Führungskräfte beschäftigen. Weniger geeignet ist in diesem Fall beispielsweise ein Buch über mathematische Zusammenhänge. Von vielen Personalern kritisch beäugt werden außerdem esoterische Themen. Hat ein Autor ein Buch über Heilsteinmassage geschrieben, wird er schnell in eine bestimmte Schublade gesteckt.
  • Auch sei davon abgeraten, ein Buch über ein Thema zu schreiben, das bereits von zu vielen anderen Autoren behandelt wird. Einen kreativeren Eindruck vermittelt man, wenn man einen völlig neuen Weg geht.
  • Allerdings kann alleine die Veröffentlichung eines Buches – egal welcher Fachrichtung – karriereförderlich sein: Erwähnt man in der Bewerbung, dass man das Projekt selbständig auf die Beine gestellt hat, wird dies eher positiv bewertet werden und geht im schlechtesten Fall als kreatives Hobby durch. Wenn es auch in der neuen Stelle um die Veröffentlichung von Texten geht, sind Selfpublisher im Vorteil: Hat man das Redigieren von Texten einmal erlernt, lässt sich diese Kompetenz nämlich auch leicht auf andere Fachgebiete übertragen.

Die falsche Ansicht

  • Das Buch kann noch so gut geschrieben und inhaltlich wertvoll sein; wenn es nicht mit der Fachmeinung des Personalverantwortlichen kompatibel ist, kann ein solches Buch bewirken, dass man erst gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Ein Beispiel: Bewirbst du dich bei einer Ernährungsberatung und hast ein Buch über das Abnehmen mittels Fasten geschrieben, dann kann es sein, dass die jeweilige Personalerin genau dies ablehnt und dich von vorneherein in die Schublade „unfähige Ernährungsberaterin“ steckt.
  • Auch vor fachlichen Fehlern solltest du dich hüten. Das bringt mit sich, dass du dich in den Themenbereich vorher gut einlesen musst. Auch wenn du denkst, ein Experte zu sein, kannst du dir dennoch manche Zusammenhänge falsch eingeprägt haben. Prüfe daher jede These auf ihre Richtigkeit, um einen kompetenten Eindruck zu hinterlassen.

Zu intime Themen

Wenn du deine eigene Biografie geschrieben hast oder ein Buch zu einem sehr intimen Thema, kann dies auf viele Arbeitgeber abschreckend wirken, es sei denn das jeweilige Thema wird auch in der Stelle behandelt, auf die du dich bewirbst. Bist du etwa Bestseller-Autorin eines Buches über Sexualität, kannst du ein Glücksgriff sein für eine Firma für Verhütungsprodukte oder aber eine Tabu-Besetzung für die Steuerkanzlei.

Wer ein Buch über die eigene Vergangenheit geschrieben hat, kann von Personalern schnell in die Schublade „jemand, der gern über sich selbst redet“ oder „Nervensäge“ gesteckt werden. Nicht wenige Autoren schreiben unter einem Pseudonym, da sie bestimmte Daten nicht mit ihrem Namen verknüpfen wollen und wissen, dass diese Inhalte alles andere als karriereförderlich sind.

Zu wenig Expertise

Die Veröffentlichung sollte dich kompetent und als Fachmann für ein bestimmtes Thema erscheinen lassen. Deshalb: Lasse die Finger von Themen, mit denen du dich nicht auskennst! Spätestens dann, wenn es negative Buchbewertungen hagelt, wird nämlich klar, dass sich jemand an das falsche Thema herangewagt hat.

Rechtschreibfehler

Besonders negativ für deine Karriere sind Bücher oder Websites, in deren Texten es vor Rechtschreibfehlern nur so wimmelt. Das bedeutet jedoch nicht, dass du nichts schreiben solltest, wenn du keine Begabung für die Sprache hast. Allerdings solltest du das Werk in diesem Fall in die Hände eines Korrektors geben.

Zu wenig Ehrgeiz

Wer ein neues Buch auf den Markt gebracht hat, darf nicht denken, dass sich alles Weitere von selbst entwickeln wird: Häufig wird ein Buch nämlich erst dann gekauft, wenn es mindestens eine positive Bewertung auf Amazon & Co. hat. Bitte also jemanden aus deinem Freundeskreis, dein Buch zu lesen und zu bewerten. Denn sonst entsteht bei deinem potenziellen Arbeitgeber der Eindruck, du würdest dir gar nicht zu helfen wissen. Besonders dann, wenn du dich im Marketing-Bereich bewirbst, wird der Personaler darauf achten, dass du auch dein Buch gut vermarkten kannst.

Self-Publishing mit Websites
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Self-Publishing mit Websites

Self-Publishing kann nicht nur bedeuten, ein Buch zu veröffentlichen: Eine Website bietet den Vorteil, dass Inhalte schnell aktualisiert oder anderweitig angepasst werden können. Du kannst eine Website sogar für Suchmaschinen unsichtbar machen, wenn du nicht willst, dass der Personalverantwortliche darauf surft. Wenn du selbst Webdesigner bist, kann sich ein potenzieller Chef zudem einen Eindruck von deinen Design-Fähigkeiten machen.

Für Anfänger: Eine Website erstellen – so funktioniert’s

Nicht nur Personen, die sich in der IT-Branche bewerben, können mit einer eigenen Website punkten. Hier gelten praktisch dieselben Regeln wie auch bei Büchern: Man sollte zu persönliche Themen meiden, ein fachlich sinnvolles Thema auswählen und sich überlegen, wie die eine oder andere Einstellung von einem Fachmann eingestuft wird. Zudem sollte man nur über Themen schreiben, mit denen man sich wirklich gut auskennt und auf eine perfekte Orthografie achten. Im Folgenden erklären wir dir kurz, wie man eine Website erstellt.

Nutze Blogging-Software

Auch Laien, die keinerlei IT-Background haben, wagen sich häufig an eine eigene Website heran. Dies machen Content Management Systeme wie WordPress, Joomla oder Typo3 möglich. Zuerst brauchst du ein Webspace-Paket, das du bei einem Provider wie etwa Strato, One.com, Alfahosting oder HostEurope (es gibt viele weitere Anbieter) mieten kannst. Häufig stellen die Webspace-Provider bereits alle erforderlichen Informationen zur Erstellung einer Website bereit und stehen dir bei Problemen Rede und Antwort. Auch in den Foren von WordPress & Co. findest du meist hilfsbereite Menschen, die dir Fragen rund um deine neue Website beantworten.

Suchmaschinenoptimierung

Eine erfolgreiche Website zu erstellen erfordert einiges an Vorwissen und Ehrgeiz. Mache dich über SEO schlau, sodass deine Website gute Rankings in den Suchergebnissen erzielt. Als Autor solltest du dich jedoch in erster Linie auf den Inhalt der Website konzentrieren: Ist dieser erstklassig, wird dies zu einem guten Suchmaschinenranking beitragen.

Der Nachteil von Websites

Du hast eine richtig gute Website auf die Beine gestellt, die in den Suchergebnissen toll abschneidet und genau das Thema behandelt, um welches in deiner zukünftigen Stelle geht? Herzliche Gratulation, nun gehörst du zur Konkurrenz deines potenziellen Arbeitgebers!

Dieser kann mit der Konkurrenzsituation zweierlei umgehen:

  1. Er weiß dein einschlägiges Fachwissen zu schätzen und stellt dich deshalb gern ein.
  2. Er lehnt dich ab, da er keine Konkurrenten einstellen möchte.
  3. Er steht deiner Einstellung zwar positiv gegenüber, hegt jedoch Hoffnungen auf eine Kooperation der beiden Websites. (Beispiel: Du verlinkst die Website deines Arbeitgebers von deiner Website aus).

Überlege dir also bereits vor dem Vorstellungsgespräch, wie du mit diesem Thema umgehen solltest und argumentiere stets mit deinem Fachwissen, das du bietest.

Sollte man eigene Bücher oder Websites im Lebenslauf erwähnen?

Wenn der eigene Lebenslauf noch etwas dünn ist, kann mit eigenen Websites oder Büchern zusätzliche Praxiserfahrung signalisiert werden. Ist der CV jedoch bereits lang, muss er nicht noch durch die Nennung von Eigenwerken verlängert werden. Sollte es für die angestrebte Position von Belang sein, kannst du deine eigenen Websites oder Bücher im Bewerbungsanschreiben erwähnen (das müssen nicht immer gleich die kompletten Domainnamen oder Buchtitel sein, da sonst ein etwas aufdringlicher Eindruck entstehen kann) sowie die Erfahrungen, die du mit ihnen gewonnen hast.

Fazit

Allein die Erfahrung, ein Buch auf den Markt gebracht oder eine Website auf die Beine gestellt zu haben, zeugt von Selbstmotivation, Ehrgeiz und Lernfreude und wird von Personalern gewürdigt, wenn es sich denn um eine qualitativ hochwertige Veröffentlichung handelt. Tipp: Wenn du in Sachen Rechtschreibung nicht absolut sicher bist, kommst du an einem Korrektorat nicht vorbei, wenn die Sache denn karriereförderlich wirken soll.

Wenn du mit deiner eigenen Website in den Suchergebnissen richtig gut dastehst, kannst du schnell zur Konkurrenz für andere Firmen werden. Hier gilt es, im Vorstellungsgespräch oder bereits im Bewerbungsschreiben das eigene Fachwissen und eine gewisse Kooperationsbereitschaft hervorzuheben.

Hast du eigene Bücher oder Websites, so gehe sparsam mit deren Erwähnung um. Viele Personaler werden dich ohnehin in Google eingeben und daraufhin auf deine Werke stoßen.