Kürzungen im Lebenslauf sind umstritten, doch gängig: Insbesondere Schüler- und Studentenjobs oder auch schulische Stationen werden gern weggelassen, weil sie als überflüssige Informationen empfunden werden, die eine Eignung für die jeweilige Position infragestellen könnten.

Du hast als Student die verrücktesten Jobs ausgeübt oder dich vielleicht auch als Absolvent mit dem einen oder anderen Gelegenheitsjob über Wasser gehalten? Die Erwähnung dieser Tätigkeiten kann dir in späteren Jahren zum Nachteil ausgelegt werden.

Zu viel Ausführlichkeit im Lebenslauf kann von Nachteil sein. Arbeitslosigkeit kann schneller beendigt werden, wenn man den Lebenslauf etwas kürzt, sodass nur noch die für die zukünftige Position relevantesten Stellen übrig bleiben.


Juristische Fakten

  • Urkundenfälschung: § 267 StGB besagt, dass man mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren zu rechnen hat, wenn man im Lebenslauf unwahre Angaben nennt.
  • Betrug: Bewusst unwahre Angaben zu machen, stellt ebenfalls eine Straftat dar.
  • zeitliche Lücken: Das Weglassen einer Stelle darf nicht zu einer zeitlichen Lücke im Lebenslauf führen. Vorteile haben Studenten und Selbstständige, da sie ihren jeweiligen anderen Status in den Vordergrund rücken können.

Gründe, Stellen aus dem Lebenslauf zu streichen

Beispiel 1: Peinliche Jobs

Timo hat als Student als Flyerverteiler gearbeitet. Bereits bei der Bewerbung für einen anderen Studentenjob schämt er sich für seine Tätigkeit und streicht den Job deshalb aus seinem Lebenslauf.

Beispiel 2: Kurz ausgeübte Stellen

Du hast eine Stelle nur ganz kurz besetzt, weil es dir in dem Betrieb nicht gefallen hat, oder weil du gekündigt wurdest? Wie du sicher weißt, kommt eine solche Angabe nicht gut an.

Beispiel 3: Ursache: Sinneswandel

Früher fandest du es ganz toll, Burger zu belegen, doch nun bist du Vegetarier und willst nun einem grünen Job nachgehen?

Beispiel 4: Ursache: Schlechte Erfahrungen

Die Erwähnung einer Stelle, die du ausgeübt hast, führt dazu, dass du falsch eingeschätzt wirst. Beispielsweise warst du als Telefonist tätig und hast aufgrund schlechter Erfahrungen mit Gesprächspartnern keine Lust mehr auf ein Dasein als Quasselstrippe?

Inkonsequenz

Nach mehreren Jahren der Berufstätigkeit für unterschiedliche Firmen willst du dich erneut bewerben, und plötzlich fällt dir auf, dass die Stellen ein schlechtes Licht auf deinen Charakter werfen, da kein roter Faden zu erkennen ist? Manchmal muss man im Berufsleben Kompromisse eingehen, zu denen man im Nachhinein nicht stehen kann, wenn man sich nicht die Chancen auf eine interessantere Position vermasseln möchte.


Lebensläufe, mit denen man sich nicht mehr bewerben kann

Manche Menschen sind sehr verzweifelt, weil sie bei Vorlage ihres keine Aussichten mehr auf eine Festanstellung sehen. Dabei kann es sich auch um hochqualifizierte Menschen wie etwa promovierte Wissenschaftler handeln.

Wenn du nach korrekter Erstellung deines Lebenslaufs nach wahrheitsgemäßen Angaben feststellen musst, dass du insgesamt einen zu wechselbereiten Eindruck hinterlässt, weshalb dich wahrscheinlich niemand mehr einstellen möchte (siehe auch Job Hopping)? In diesem Fall kannst du auf Bewerbungen ohne Lebenslauf ausweichen.

  • Persönliche Vorstellung: Früher war es in vielen Branchen noch üblich, einfach in einen Laden zu laufen und sich persönlich vorzustellen. Heute hingegen ist es in den meisten Fällen erforderlich, einen Lebenslauf vorzulegen. Erfolg kannst du dennoch haben, wenn du dich auf Anzeigenplattformen umsiehst. Dort findest du nicht selten die Gelegenheit, über private Hobbies zu einer Beschäftigung zu gelangen.
  • Kreative Methoden: In der Regel ist ein Lebenslauf die Basis für ein Vertrauensverhältnis. Will man den nicht mehr vorlegen, kann man auf originellere Methoden ausweichen wie Publikationen oder eine Webpräsenz. Vielleicht fällt dir selbst auch noch eine andere außergewöhnliche Methode ein. Inspirationen findest du im Artikel „kreative Bewerbungen„.
  • Fokus auf Mini-Betriebe: Kleinere Betriebe, die Probleme haben, Mitarbeiter zu finden, sehen gern auch einmal darüber hinweg, wenn ein Bewerber ohne Profi-Bewerbungsunterlagen antanzt.

Wie du auch in unseren anderen Artikeln zum Thema Lebenslauf lesen kannst, sollte man nie Qualifikationen erfinden, die man nicht besitzt.


Anonymisierungen

Wenn du mit deinem bisherigen Lebenslauf keinen Erfolg mehr hattest, kannst du auf Anonymisierungen der Firmen ausweichen. Ein solcher macht einen weniger vertrauenswürdigen Eindruck, weshalb du mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Bewerbungen schreiben musst als eine Person mit herkömmlichen Angaben.


Sonderfall: Krankheit im Lebenslauf

Problematische Phasen im Leben sollte man im Lebenslauf grundsätzlich verschweigen und lieber eine Lücke lassen. Der Grund dafür: In Bewerbungsverfahren sollen die schönen Dinge in den Vordergrund gestellt werden. Man trifft mit Personalern zusammen, die noch nie in ihrem Leben mit Krisen zu kämpfen hatten.

Elternzeit hingegen stellt in der Regel keine problembehaftete Phase in einem Leben dar, auch wenn sich durch eine solche Etappe berufliche Nachteile ergeben können.

Tipp der Redaktion: Hier findest du professionelle Lebenslauf-Vorlagen zur Inspiration.


Fazit

Die Realität kann sich oft nicht sehen lassen, weshalb es Sinn machen kann, Stationen im Lebenslauf zu verschweigen. In den Medien werden manchmal besonders dreiste Beispiele von Personen erwähnt, die sich beispielsweise mit einem erfundenen Abschluss einen Chefposten erschummelt haben. Von einer Nachahmung sei in jedem Fall abgeraten. Ein bisschen Kosmetik im beruflichen Werdegang kann jedoch entscheidende Bewerbungsvorteile bringen.

 

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Form (generisches Maskulinum), z. B. „der Mitarbeiter“. Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung. Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.