Mindesttemperatur im Büro: Wie viel Grad sind zumutbar?
- Die Mindesttemperatur im Büro liegt nach ASR A3.5 bei 20 Grad Celsius für leichte sitzende Arbeit.
- 18 Grad im Büro sind für klassische Schreibtischarbeit nicht zulässig. Die Energiesparverordnung mit abgesenkten Werten ist ausgelaufen.
- Wird die Mindesttemperatur unterschritten, müssen Arbeitgeber mit technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen gegensteuern.
Warum die Mindesttemperatur im Büro jeden Winter zum Streitthema wird
Die einen frieren am Schreibtisch, die anderen klagen über stickige Heizungsluft. Sobald es draußen kalt wird, beginnt in vielen Büros die Diskussion um das Thermostat. Für Arbeitgeber ist das mehr als ein Komfortthema: Die Mindesttemperatur im Büro ist rechtlich geregelt und Teil Ihrer Fürsorgepflicht.
Ist es dauerhaft zu kalt, leiden Konzentration und Gesundheit der Mitarbeiter. Die Folgen reichen von rascher Ermüdung über mehr Fehler bis zu steigenden Krankheitstagen. Dieser Beitrag zeigt, welche Temperatur am Arbeitsplatz im Winter gelten muss, ob 18 Grad im Büro erlaubt sind und was Sie tun müssen, wenn die Mindesttemperatur nicht erreicht wird.
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Die zentrale Rechtsgrundlage ist die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Sie verpflichtet Arbeitgeber, in Arbeitsräumen für eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur" zu sorgen. Was das konkret bedeutet, präzisiert die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 „Raumtemperatur" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
Außerdem greift § 618 BGB: Arbeitgeber müssen Räume so einrichten und unterhalten, dass Mitarbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind. Die ASR A3.5 konkretisiert diese Pflicht deshalb mit klaren Grenzwerten.
Die Mindestwerte nach ASR A3.5 im Überblick
Die zulässige Mindesttemperatur hängt von der Arbeitsschwere und der überwiegenden Körperhaltung ab:
| Tätigkeit | Überwiegend sitzend | Überwiegend stehend/gehend |
|---|---|---|
| Leichte Arbeit (z. B. Büroarbeit) | 20 °C | 19 °C |
| Mittelschwere Arbeit | 19 °C | 17 °C |
| Schwere Arbeit (z. B. Heben und Tragen von Lasten) | entfällt | 12 °C |
Die Logik dahinter: Je körperlich anstrengender die Tätigkeit, desto mehr Eigenwärme produziert der Körper und desto kühler darf der Raum sein. Für leichte sitzende Tätigkeit am Schreibtisch gilt damit: mindestens 20 Grad Celsius. In einer Werkstatt mit mittelschwerer Arbeit an der Werkbank reichen dagegen 17 bis 19 Grad, im Lager mit schwerer körperlicher Arbeit 12 Grad.
Wussten Sie? In Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen schreibt die ASR A3.5 sogar mindestens 21 Grad Celsius vor.
18 Grad im Büro: Ist das zulässig?
Die kurze Antwort: Nein, für normale Büroarbeit sind 18 Grad im Büro nicht zulässig. Bei leichter, überwiegend sitzender Tätigkeit liegt die Untergrenze nämlich bei 20 Grad Celsius. Auch 19 Grad reichen im Büro daher nicht aus.
Die Verwirrung stammt aus der Energiekrise: Die Energiesparverordnung (EnSikuMaV) senkte von September 2022 bis Anfang 2023 die Mindestwerte übergangsweise um 1 Grad ab. In öffentlichen Gebäuden galten 19 Grad zeitweise sogar als Höchstwert.
Diese Verordnung ist allerdings ausgelaufen. Seitdem gelten wieder die regulären Werte der ASR A3.5.
Wer heute also dauerhaft bei 18 Grad im Büro arbeiten lässt, verstößt folglich gegen die Vorgaben der Arbeitsstättenregel. Mitarbeiter können Abhilfe verlangen, im Zweifel über den Betriebsrat oder die zuständige Arbeitsschutzbehörde.
⚠️ Hinweis: Ein pauschales „Ziehen Sie sich wärmer an" ersetzt die Pflicht zur Einhaltung der Mindesttemperatur nicht. Persönliche Maßnahmen wie wärmere Kleidung sind nur ergänzend oder übergangsweise zulässig, solange die Temperatur wiederhergestellt wird.

Mindesttemperatur wird nicht erreicht: Diese Maßnahmen müssen Arbeitgeber ergreifen
Fällt die Temperatur unter die Grenzwerte, etwa durch einen Heizungsausfall, drohen Konzentrationsschwierigkeiten, Ermüdung und eine höhere Fehler- und Unfallgefahr. Arbeitgeber müssen dann zügig gegensteuern. Als Orientierung dient die TOP-Regel:
Die Reihenfolge ist dabei verbindlich: Zunächst haben technische Lösungen Vorrang, danach folgen organisatorische, persönliche Maßnahmen kommen zuletzt. Bei baulichen Änderungen, neuen Arbeitsmitteln oder veränderten Abläufen sollten Sie zudem eine Gefährdungsbeurteilung durchführen.
So wird die Raumtemperatur im Büro richtig gemessen

Das persönliche Temperaturempfinden ist subjektiv. Klarheit schafft deshalb nur das Thermometer.
Die Vorgaben der ASR A3.5 gelten übrigens nicht nur für Büros, sondern auch für Pausen- und Kantinenräume, Sanitär- und Bereitschaftsräume sowie Erste-Hilfe-Räume. Für eine korrekte Messung gelten anschließend diese Regeln:
- Strahlungsgeschütztes Thermometer mit einer Messgenauigkeit von +/- 0,5 Grad Celsius verwenden
- Bei sitzender Tätigkeit in 60 Zentimetern Höhe über dem Boden messen
- Bei stehender Tätigkeit in 110 Zentimetern Höhe messen
- Zum Vergleich die Außentemperatur erfassen: in 2 Metern Höhe, 4 Metern Abstand zum Gebäude, im Schatten
Bei Beschwerden aus dem Team können Sie stündlich messen und je nach Ergebnis die TOP-Maßnahmen einleiten. Eine jährliche Prüfung der Raumtemperatur ist generell empfehlenswert.
💡 Praxis-Tipp: Dokumentieren Sie Messungen schriftlich mit Datum, Uhrzeit und Messpunkt. So können Sie bei Beschwerden oder Kontrollen der Arbeitsschutzbehörde belegen, dass Sie Ihrer Fürsorgepflicht nachkommen.
Weitere Klimafaktoren: Luftfeuchtigkeit, Luftzug und Wärmestrahlung
Neben der Lufttemperatur beeinflussen drei weitere Faktoren das Raumklima im Büro:
Luftfeuchtigkeit
Empfohlen sind 50 bis 65 Prozent, gemessen mit einem Hygrometer. Zu trockene Luft reizt nämlich die Schleimhäute, begünstigt Infekte und führt zu trockenen Augen. Abhilfe schaffen beispielsweise Luftbefeuchter, Pflanzen oder Wasserspiele.
Luftzug und Lüftung
Dauerhaft gekippte Fenster erzeugen unangenehmen Luftzug, tauschen die Luft aber kaum aus. Besser: regelmäßige Stoßlüftung, idealerweise mit gegenüberliegenden Fenstern.
Wärmestrahlung
Elektrische Geräte geben Wärme ab und beeinflussen so die Raumtemperatur. Nach der Anschaffung neuer Arbeitsmittel lohnt eine Temperaturkontrolle. Für die warme Jahreszeit gilt übrigens das Gegenstück zur Mindesttemperatur: Welche Regeln bei Hitze gelten, lesen Sie im Beitrag Hitzefrei im Büro. Bei hohen Temperaturen schaffen zudem Wasserspender Abhilfe.
Checkliste: Mindesttemperatur im Büro einhalten
- Mindesttemperatur kennen: 20 °C bei leichter sitzender Büroarbeit, 21 °C in Pausen- und Sanitärräumen
- Raumtemperatur mit geeignetem Thermometer in korrekter Höhe messen und dokumentieren
- Bei Unterschreitung sofort TOP-Maßnahmen einleiten: erst technisch, dann organisatorisch, dann persönlich
- Luftfeuchtigkeit (50 bis 65 Prozent) und Lüftungsverhalten prüfen
- Nach Umbauten oder neuen Geräten eine Gefährdungsbeurteilung durchführen
- Vorgaben transparent ans Team kommunizieren, um Konflikte am Thermostat zu vermeiden
Fazit: 20 Grad sind die Untergrenze im Büro
Das Kälte- und Wärmeempfinden ist individuell, die Rechtslage ist es nicht: Für leichte sitzende Büroarbeit gilt eine Mindesttemperatur von 20 Grad Celsius. 18 Grad im Büro sind demnach nicht zulässig, denn die abgesenkten Werte aus der Energiekrise gelten nicht mehr. Wer regelmäßig misst, bei Unterschreitungen schnell handelt und die Regeln außerdem offen kommuniziert, erfüllt seine Fürsorgepflicht und nimmt dem Dauerstreit ums Thermostat die Schärfe.
Ein gesundes Arbeitsumfeld ist auch ein Argument im Recruiting: Wer als Arbeitgeber überzeugt, gewinnt leichter neue Mitarbeiter. Den ersten Schritt machen Sie mit einer reichweitenstarken Stellenanzeige.
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Bildquelle: „Kälte im Büro" ©shironosov / istockphoto.com; „Frau bedient Temperaturregler" ©RossHelen / istockphoto.com; „Frieren im Büro" ©ABC Network / giphy.com
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Bei konkreten rechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.


