Im mehrteiligen Kinohit „Fluch der Karibik“ verliert einer der Piraten ständig sein Holzauge und bringt damit die Zuschauer zum Lachen. So witzig diese Situationen im Film dargestellt werden, so tragisch ist es im wahren Leben, ein Auge zu verlieren. Die Belastung für Betroffene ist sehr hoch. Hoffnungsträger für diese Menschen sind Ocularisten: Sie stellen ganz natürlich aussehende Augenprothesen her und passen sie ganz individuell auf jeden Patienten an.

Aufgaben und Arbeitsalltag

Warum ist ein Kunstauge überhaupt wichtig? Zum einen stellt eine Augenprothese die Gesichtssymmetrie wieder her und schützt den Betroffenen vor unangenehmen, neugierigen Blicken und Fragen. Die psychische Belastung ist beim Verlust eines Auges sehr hoch und ein Implantat erleichtert das Schicksal ungemein. Zum anderen ist eine Augenprothese wichtig, damit die Augenhöhle nicht zusammenfällt. Sie beugt einer Entstellung vor.

Die Augenprothesen werden aus Glas- oder Kunststoff-Rohlingen hergestellt. Die Farbrohlinge haben normalerweise bereits eine farbige Iris in den gängigen Augenfarben. Gemeinsam suchen der Patient und der Ocularist den richtigen Farbrohling und das passende Modell aus. Der Ocularist erhitzt die Rohling-Kugel in Anwesenheit des Patienten mit dem Bunsenbrenner, gestaltet die Iris der Prothese kunstvoll mit Äderchen, Pünktchen oder Sprenkeln und passt das Kunstauge anschließend in die Augenhöhle des Patienten ein. So ist das neue Auge auf den ersten Blick nicht als Implantat erkennbar.

Ausbildung als Ocularist

Du möchtest Menschen helfen und Ocularist werden? Dann musst du zuerst eine Ausbildung absolvieren, die insgesamt sechs Jahre lang dauert. Sie ist in zwei Stufen zu jeweils drei Jahren gegliedert: Nach den ersten drei Jahren gilt man als Assistent/in, nach Abschluss der Ausbildung ist man Ocularist/in. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Experten auf diesem Gebiet.

Persönliche Voraussetzungen

Um als Ocularist arbeiten zu können, benötigst du sehr gute handwerkliche Fähigkeiten. Du musst außerdem äußerst empathisch sein. Denn als Ocularist arbeitest du auch psychologisch: Du unterstützt und betreust die Patienten bei allen augenprothetischen Fragen und dazu ist häufig absolutes Fingerspitzengefühl nötig – bedingt durch die oft harten Schicksalsschläge, die hinter dem Verlust des Auges stecken.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Berufsbild des Ocularisten findest du auf der Webseite des Fachverbands der Deutschen Ocularisten Gesellschaft (DOG).

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