Eine neue Arbeitsstelle muss her und du machst dich auf die Suche nach deinem Traumjob. Doch Vorsicht: Hier lauern einige Fallstricke! Denn diese 10 häufigsten Fehler bei der Jobsuche solltest du unbedingt vermeiden.

Fehler 1: Der Quartals-Sucher

Nur kein Stress, das war schon immer deine Devise. Gut Ding will Weile haben. Und irgendwie hat sich sowieso immer alles für dich richtig gefügt. Du hast einfach eine gesunde Portion Gottvertrauen bzw. den Glauben daran, dass es das Universum schon für dich richten wird. Zu viel blinder Aktionismus macht nur Kopfschmerz. Du musst schon fast über eine Stellenanzeige drüber stolpern, damit sie dir auffällt.

Vorsicht: Gerade bei der Jobsuche ist „Hände in den Schoß legen“ nicht die richtige Taktik. Du musst selbst aktiv werden, und das nicht nur nebenher. Wer ab und an alle 3 Monate mal nach Feierabend ein bisschen im Internet stöbert, wird nicht viel Glück haben, seinen Traumjob zu ergattern. Wenn du jetzt wirklich einen neuen Job willst, dann solltest du dir einen Plan zurechtlegen und feste Zeiten für die Jobsuche reservieren. Zum Beispiel könnten das immer Dienstag- und Donnerstagabend sein, sowie zusätzlich ein Samstag oder Sonntag, wenn es die Freizeitaktivitäten zulassen.

Jobsuche
Bildquelle: www.istockphoto.com / tommaso79

Fehler 2: Kein Selbstmarketing

Noch nie standst du gerne in der ersten Reihe, nicht mal am 6. Dezember, als die Nikoläuse am Stadtbrunnen verteilt wurden. Dein Platz ist irgendwo in der Masse, wo man nicht auffällt und nicht viel falsch machen kann. Diese Einstellung ist gelinde gesagt beim Thema Jobsuche nicht nur ein Problem, sondern eine Katastrophe. Denn wer einen Job finden will, muss den Personaler für sich gewinnen – und für seine Person und seine Fähigkeiten begeistern.

Aber: Wenn du schon nicht von dir überzeugt bist, wie soll es dann erst jemand anderes sein? Der Schlüssel zum Erfolg: Selbstmarketing. Du musst lernen, positiv von dir zu sprechen bzw. in der Bewerbung zu schreiben. Zähle deine Stärken auf, erkläre, was du besonders gut kannst, und mache richtig Werbung für dich. Denn darum geht es bei der Jobsuche.

Fehler 3: Achtung, Social-Media-Falle!

Facebook, Xing, LinkedIn, Instagram, Pinterest, TikTok, YouTube: Soziale Netzwerke und Onlinekanäle nutzt heutzutage fast jeder Mensch. Und hinterlässt dabei jede Menge Spuren – oftmals, ohne sich dessen bewusst zu sein. Doch diese Fährten, die du da im Netz auslegst, können zu Fallstricken werden. Deshalb gilt: Bevor du aktiv in die Bewerbungsphase einsteigst, musst du deine Social-Media-Aktivitäten und diesbezügliche Profile einem Check unterziehen.

Achte auf korrekte Datenschutz-Einstellungen, sodass nicht jeder alles von dir sehen und lesen kann. Ansonsten könnte dich der letzte Party-Schnappschuss so manche Einladung zum Vorstellungsgespräch kosten.

Prüfe unbedingt, ob deine Angaben auf Plattformen wie Xing oder LinkedIn korrekt und aktuell sind und zudem übereinstimmen.

Lies hier, wie du deine Social Media Präsenz optimal für die Bewerbung aufstellst.

Jobsuche
Bildquelle: www.istockphoto.com / Melpomenem

Fehler 4: Du weißt nicht, was du willst

Dein aktueller Job ödet dich an, und du hast morgens keine Lust, mit der Arbeit loszulegen. Klar, das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass du dir einen neuen Job suchen solltest. Doch als du mit der Suche beginnst, stellst du fest: Dich interessiert eigentlich alles. Flexible Bedienung im Nightlife gesucht? Das wäre doch super spannend. Aufopferungsvolle Begleitung für Schulkind mit Einschränkungen dringend gefragt? Ja, da wärst du eigentlich genau die richtige Person dafür. Und dieses Stellenangebot für eine Reiseleiterin in Norditalien, also das könntest du dir auch sehr gut vorstellen.

Stopp.

Du hast ein Problem, das dir die Jobsuche nicht abnehmen kann.

Zuallererst musst du dir darüber klar werden, was du eigentlich arbeiten möchtest, wo deine Stärken liegen und wie dein Joballtag aussehen soll. Wer zu breit und undefiniert sucht, verzettelt sich am Ende total. Nimm dir also zunächst einmal Zeit, um in dich zu gehen, nach deinen Talenten und Vorlieben zu fragen, und somit deinen Wunschjob näher zu definieren.

Erst dann sollte man als Bewerber mit der Suche beginnen. Denn wer sucht, sollte auch wissen, wonach.

Fehler 5: Je mehr Bewerbungen, desto besser

Masse, Masse, Masse. Wer einfach genug Bewerbungen schreibt, muss doch irgendwann eingeladen werden.

Ganz ehrlich: Nö, muss er gar nicht.

Wer die Stellensuche nach dem Prinzip „viel hilft viel“ betreibt, läuft Gefahr, Masse statt Klasse zu produzieren. Und das rächt sich. Schließlich solltest du beim Bewerben immer im Kopf haben, dass du irgendein besonderes Alleinstellungsmerkmal für das Unternehmen bieten können musst. Schließlich willst du es ja schaffen, dich von den vielen anderen Bewerbungen abzuheben und aufzufallen. Und mit einer Bewerbung à la 08/15 wird das nicht gelingen. Hinzu kommt: Wer schnell viel produziert, erhöht die Fehlerquelle. Eine falsche Anrede im Anschreiben oder jede Menge Rechtschreibfehler sind dann schnell passiert.

Fokussiere dich deshalb lieber auf wenige Stellen. Das sind dann aber diejenigen, die dich auch wirklich zu 100 Prozent interessieren. Erstellst du dann Anschreiben, Lebenslauf und weitere Unterlagen, nimm dir mehr Zeit und gehe individueller auf die jeweilige Firma ein. Qualität statt Quantität führt bei der Jobsuche viel eher zum Erfolg.

Jobsuche
Bildquelle: www.istockphoto.com / fizkes

Fehler 6: Telefon-Terror

Du kannst es kaum erwarten, dich auf diese eine mega-attraktive Stellenanzeige zu bewerben? Was soll’s: Du rufst einfach direkt mal an, vielleicht klappt es ja über diesen unkonventionellen Weg.

Die Erfahrung zeigt: HR und Bewerbungsprozess sind eher von der konservativen Sorte. Zu viel Experimentierfreude wird hier schnell mit einer Absage bestraft. Das soll natürlich niemanden von kreativen Bewerbungen abhalten. Und doch ist gerade Vorsicht geboten, wenn man versucht, gewohnte Prozesse und Abläufe zu umgehen. Ist in einer Stellenanzeige klar der Bewerbungsweg definiert, dann solltest du ihn auch exakt so gehen: sprich, beispielsweise wie gewünscht deine Unterlagen vollständig per Mail oder postalisch einreichen.

Hast du dich bereits beworben und wartest auf Feedback, ist Ungeduld ebenfalls ein schlechter Ratgeber. Wer hier viel zu früh zum Telefon greift, bleibt maximal als Nervensäge in Erinnerung. Vier Wochen auf eine konkrete Antwort warten zu müssen, ist keine Seltenheit. Ein Tipp: Denke immer daran, dass der Personaler nicht nur deine Sache auf dem Tisch hat, sondern sich im Tagegeschäft noch um viele andere Dinge – unter anderem viele andere Bewerber – kümmern muss.

Warte also lieber noch ein bisschen ab und lies einstweilen unseren Artikel zum Thema „Immer noch keine Rückmeldung auf deine Bewerbung? Das kannst du tun.“

Fehler 7: Der Worte schöner Schein

Du stolperst im Netz über eine Stellenanzeige, die ganz toll klingt? Was die Firma eigentlich genau macht, weißt du gar nicht, aber im Anzeigentext war von „großartigen Benefits“ und einer „After-Work-Dachterrasse“ die Rede – da musst du dich bewerben!

Oder aber du traust deinen Augen kaum: Du hast eine Stellenanzeige gefunden, die sich perfekt anhört. Die Aufgabenbereiche, die Aufstiegschancen, Weiterbildungsangebote, Verdienstmöglichkeiten und ein super Arbeitsklima – das muss der Sechser im Lotto sein. Das ist deine Chance!

Lies genau, was dir ein potenzieller Arbeitgeber zu bieten hat. Und setze dabei unbedingt die rosa Brille ab. Personaler verpacken ihr Jobangebot natürlich auch so schick wie es nur geht. Versuche, mit einem neutralen Blick auf die Anzeige zu prüfen, was davon wohl Realität ist – und was dir auch wirklich wichtig ist. Ein wenig Lack wirst du unweigerlich vom Anzeigentext abkratzen müssen, um in der Wirklichkeit später anzukommen. Sei dir dessen bewusst und gehe realistisch an die Jobsuche. Ansonsten droht schnell die große Ernüchterung und die nächste Stellensuche steht schon wieder ins Haus.

Jobsuche
Bildquelle: www.istockphoto.com / SIphotography

Fehler 8: Kurz- statt Langstrecke

Schon nach drei verschickten Bewerbungen hast du keinen Bock mehr. Irgendwie langweilt dich das Thema, es ist anstrengend und wenn Absagen eintrudeln auch noch frustrierend. Na gut, dann soll es eben nicht sein, und du verharrst weiterhin unzufrieden in deinem aktuellen Job.

Ganz ehrlich: Etwas mehr Durchhaltevermögen solltest du schon an den Tag legen. Es kann nicht immer sofort klappen, und sieh es doch mal sportlich: Jede versandte Bewerbung war auch eine kleine Trainingseinheit. Zudem das heutzutage mit Online-Bewerbungen ja auch wirklich schnell geht.

Klar, die Suche nach dem Traumjob kostet Nerven. Aber bevor dir die Puste ausgeht, lege lieber eine kleine Verschnaufpause ein und gönne dir mal eine Woche „Jobsuche-frei“. Danach kannst du wieder mit neuer Energie Ausschau halten.

Fehler 9: Verzicht auf Vitamin B

Du bist stolz darauf, dass du es immer allein schaffst. Und zwar nur aufgrund eigener, starker Leistung, deiner Fähigkeiten und deines immensen Willens. Vitamin B, Klüngeleien und Postengeschacher unter Freunden sind dir ein Dorn im Auge. Du brauchst keine Hilfe.

Das ehrt dich natürlich. Aber: Manchmal ist es einfach nur doof, bestimmte Kontakte nicht zu nutzen. Es geht auch gar nicht darum, sich durch intime Beziehungen oder Abhängigkeitsverhältnisse Vorteile zu verschaffen. Nein, es geht schlicht und ergreifend ums Netzwerken. Und das kann bei der Jobsuche extrem hilfreich sein.

Oftmals ist ein berufliches Netzwerk ein erster Türöffner. Hast du zum Beispiel einen Kontakt, der bei einem Arbeitgeber tätig ist, bei dem du dich für eine freie Stelle interessierst, so ist das eine ideale Möglichkeit, um Informationen einzuholen. Frage deine Bekannte, wie sie den Arbeitgeber einschätzt, was sie an der Arbeitsstelle gut findet und wenn dir all das zusagt, hat sie vielleicht auch einen internen Kontakt für dich. All das wird dich nicht davon befreien, dich zu bewerben, vorzustellen und einen guten Eindruck machen zu müssen. Aber es kann dir den Weg dorthin ebnen.

Also nutze deine Kontakte!

Jobsuche
Bildquelle: www.istockphoto.com / ismagilov

Fehler 10: Pausenlos durch die Jobsuche

Dieser eine Gedanke, dass dir jetzt in diesem Moment dein Traumjob durch die Lappen gehen könnte, weil du gerade nicht aufmerksam genug suchst, macht dich wahnsinnig. Und deshalb stehst du seit Anbeginn deiner Jobsuche wie unter Strom: Ständig bist du versucht, immer und überall online zu gehen und nach spannenden neuen beruflichen Optionen Ausschau zu halten. In jeder freien Minute feilst du an neuen Anschreiben und hast Termine für noch bessere Bewerbungsfoto-Shootings.

Das Thema lässt dich nicht mehr los.

Stopp: Du musst dir unbedingt eine Pause gönnen. Steigere dich nicht zu sehr hinein, du brauchst auch Verschnaufpausen. Übe dich in Geduld, wenn du auf eine Reaktion eines Unternehmens wartest, und übertreibe es nicht mit dem Bewerben. Schnell verliert man dann auch den Überblick und wird unkonzentriert.

Eine weitere Gefahr: Erhältst du schließlich Rückmeldung von Firmen und es geht in die Vorstellungsphase, kann es sich auch rächen, zu viele Eisen im Feuer gehabt zu haben. Dann verzettelt man sich leicht, sowohl terminlich als auch inhaltlich. Lege also immer wieder Pausen ein zwischen Bewerbungsphasen. Hast du drei oder vier vielversprechende Bewerbungen versandt, kannst du das Thema ruhigen Gewissens mal ein paar Tage ruhen lassen.

Fazit

Sich einen neuen Job suchen zu müssen, gehört für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu den weniger favorisierten Tätigkeiten. Klar: Es ist anstrengend, auf die Suche zu gehen. Man muss zunächst alle seine Unterlagen auf Vordermann bringen. Individuelle Anschreiben wollen formuliert sein und man muss die nervtötende Wartezeit bis zu einer Reaktion des Unternehmens aushalten. Versuche, die Jobsuche als Herausforderung zu sehen, bei der man auch etwas lernen und sich weiterentwickeln kann. Und natürlich als Chance auf deinen neuen Traumjob! Viel Glück bei der Suche.


Aktuelle Jobangebote




Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Form (generisches Maskulinum), z. B. „der Mitarbeiter“. Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung. Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.