Suchen junge Eltern einen Job und durchforsten die Stellenanzeigen, ist für viele von ihnen das Wort „Homeoffice“ dort ein Must-have. Denn klar ist: Wer kleine Kinder hat, muss gerade in Sachen Arbeitsorganisation oftmals Improvisationstalent beweisen. Egal ob Kopfläuse, Hand-Mund-Fuß-Krankheit oder ein Schließtag der Kita: Äußere Einflüsse, die deine Arbeitsfähigkeit torpedieren wollen, lauern mit Kleinkindern leider an allen Ecken und Enden. Doch eines ist auch klar: Homeoffice mit Kindern zuhause ist eine Herausforderung. Für alle.

Homeoffice könnte so schön sein: Um halb acht schält man sich gemütlich unter der Bettdecke hervor, schlurft direkt zur Kaffeemaschine, dann schnell ein Abstecher ins Bad und schon sitzt man entspannt um kurz nach acht an seinem Laptop und checkt die ersten Arbeitsmails. Kein Stau, kein morgendlicher Pendlerstress  – alles ganz relaxt. Doch sind deine Kinder der Grund für deinen Homeofficetag, sei es, weil sie krank sind oder weil der Kindergarten geschlossen hat, sieht die Routine etwas anders aus: Denn neben deiner Arbeit hast du nun ja auch noch Kinderbetreuung zu leisten. Und das kann jeden von uns ganz schön an seine Grenzen bringen. Wir haben fünf Tipps für dich, wie du dein Homeoffice mit Kind so gestaltest, dass am Ende niemand in die Nervenheilanstalt muss und dein Arbeitgeber auch nichts zu meckern hat.

Tipp 1: Schätze die Situation realistisch ein

Stress entsteht auch dadurch, dass man sich selbst zu viel vornimmt. Fest steht: Du musst die Situation vorab so realistisch wie möglich einschätzen. Dein Kind kennst du am besten: Wenn es mit 39 °C Fieber auch mal drei Stunden schläft, kannst du diese Zeit natürlich perfekt für deine Arbeit einkalkulieren. Doch ist dein Kind krank und wach, wird es vermutlich deine ganze Aufmerksamkeit brauchen. Gerade kranke Kinder haben im Regelfall auch nicht die Kraft, sich selbst zu beschäftigen, und sind oft sehr quengelig. Kalkuliere dann also auf keinen Fall damit, dass du sechs Stunden am Stück durcharbeiten kannst. Je nach Zustand und Charakter deines Kindes kann es auch durchaus Sinn machen, dir lieber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen Betreuung deines kranken Kindes zu holen. Diese Bestätigung bekommst du vom Kinderarzt. Pro Kind stehen jedem Elternteil pro Jahr 10 solcher Tage zu; bei mehr als zwei Kindern liegt die Obergrenze allerdings bei 25 Tagen pro Jahr pro Elternteil.

Ist dein Kind gesund, wird es allerdings auch nicht den ganzen Tag allein spielen wollen. Mache dir also vorab Gedanken, wie viel Arbeitspensum du wirklich schaffen kannst, wenn du zugleich dein Kind betreuen musst. Dann sind Frust und Stress auch nicht allzu groß, wenn es nicht so gut klappt.

Homeoffice
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Tipp 2: Tablet, TV & Co – Freund und Helfer in der Not

Hast du es auch schon einmal bemerkt? Selbst die Öko-Eltern von nebenan, deren Fernsehgerät noch mit einem Röhrenbildschirm ausgestattet ist, setzen an Homeoffice-Tagen auf den einen Babysitter, den wir wohl alle kennen: TV! Und das hat seinen guten Grund: Kaum eine andere Beschäftigung hat für Kinder diesen faszinierenden, aber eben auch paralysierenden Effekt wie Fernsehschauen oder Videospiele. So kritisch man diesem Freizeitvergnügen auch normalerweise gegenüberstehen mag: In Ausnahmefällen wie einem Homeoffice-Tag, an dem du wirklich etwas schaffen musst, können das TV-Gerät oder das Tablet der rettende Engel in der Not sein. Probiere es aus: Setze auf kinderfreundliche, altersgemäße Programme oder Spiele ohne Online-Verbindung und lege den zeitlichen Rahmen vorab für deine Kinder fest. Dann hast du mit Sicherheit für die nächsten ein bis zwei Stunden absolute Ruhe Zuhause.

Arbeiten zuhause
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Tipp 3: Räumliche Trennung

Hast du Videokonferenzen abzuhalten oder Telefonate zu führen, bei denen du absolut nicht gestört werden willst, hilft nur eins: Tür zu. Dafür ist Voraussetzung, dass du deinen Homeoffice-Arbeitsplatz in einem separaten Raum eingerichtet hast. Je nach Alter der Kinder kann es auch durchaus mal hilfreich sein, kurz den Schlüssel umzudrehen und sich für 10 Minuten „auszusperren“. Ansonsten läufst du Gefahr, mal schnell einen wütend tobenden Siebenjährigen per Skype-Konferenz bildlich um den Globus zu schicken.

Mit älteren Kindern helfen hier auch klare Regeln: Ist die Tür zum Arbeitszimmer geschlossen, ist Reinkommen verboten – allerhöchstens nach vorherigem Anklopfen darf das Zimmer betreten werden.

Soll dein Kind allerdings selbst zum Beispiel Hausaufgaben erledigen, während du arbeitest, kann es wiederum von Vorteil sein, sich gleich mit ihm an einen Tisch zu setzen. Gerade Kinder im Grundschulalter haben noch häufig Fragen zu den Aufgaben, die sich in der Regel relativ schnell und leicht beantworten lassen. Das lässt sich meistens mit dem eigenen Arbeiten am Laptop ganz gut verbinden.


Tipp 4: Pausen einplanen

Ganz wichtig beim Homeoffice mit Kind: Plane dir und deinem Nachwuchs mehrere kurze Pausen ein. Oftmals reicht es den Kids, wenn du dich zwischendurch mal wieder 15 Minuten ganz direkt mit ihnen beschäftigst, also zum Beispiel ein Buch vorliest oder kurz mit ihnen Lego baust. Anschließend geht es gleich wieder besser, dass sie allein spielen – zum Beispiel indem sie eine CD hören, selbst ein Buch anschauen oder weiterbauen.

Bei größeren Kindern, die schon die Uhr lesen können, macht es durchaus Sinn, einen Stundenplan für den Arbeitstag anzulegen. Auf so einem Plan kannst du vorab gemeinsam mit dem Kind die Zeiten farbig markieren, an denen du mit ihm gemeinsam etwas machst. Damit ist es auch für den Nachwuchs viel leichter einzuschätzen, wie lange man jetzt noch warten muss, bis Mama oder Papa wieder für einen Zeit haben.

Vater und Sohn
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Tipp 5: Mache dich entbehrlich

Nichts nervt mehr, als wenn du eigentlich arbeiten möchtest, du aber minütlich durch Fragen wie „Kannst du mir bitte mal was zu trinken machen?“ oder „Wo ist mein blaues Legomännchen mit dem Schnurrbart?“ gestört wirst. Da hilft nur eins: Mache dich entbehrlich. Und das geht so: Du bereitest die Kinder und die Wohnung auf möglichst viele Situationen so vor, dass du dabei nicht benötigt wirst. Sind die Kinder noch zu klein, um an das Geschirr oder die Kühlschranktür zu kommen, stelle Gläser und Getränke auf den Tisch, sodass sie sich bei Bedarf nur noch bedienen müssen. Das Gleiche gilt für einen kleinen Zwischensnack am Vormittag: Apfel und Banane und ein paar Salzbrezeln hübsch auf einem Teller angerichtet bereit gestellt, und die Kinder sind gleich viel entspannter – und du damit auch. Es braucht ein bisschen Übung, um herauszubekommen, in welchen Situationen man den Kids Hilfestellungen vorbereiten kann, damit sie nachher die Dinge im Alleingang regeln können. Aber nach ein paar Homeoffice-Tagen hast du das sicher raus.


Fazit

Homeoffice mit Kindern ist in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, Arbeiten und Kinderbetreuung zugleich stemmen zu können. Drei Dinge helfen dir dabei, möglichst stressfrei durch diese Situation zu kommen: eine realistische Einschätzung des zu schaffenden Arbeitspensums, eine strukturierte Planung des Tages und eine gute Portion Gelassenheit.


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