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Bildquelle: istockphoto / SIphotography

Sie haben ein unfassbar gutes Jobangebot erhalten oder möchten dem aktuellen Arbeitgeber aus irgendeinem anderen Grund den Rücken kehren? Bevor Sie sich ins neue berufliche Abenteuer stürzen, steht die Kündigung an. Wir verraten Ihnen, wie Sie kündigen – und dabei aus professioneller und rechtlicher Sicht auf der sicheren Seite sind.

Kündigen in Schriftform: Formale Fehler vermeiden

Kündigen geht ganz einfach – wenn Sie ein paar Regeln beachten. Die wichtigste Regel: Vermeiden Sie Formfehler. Denn im schlimmsten Fall wird Ihre Kündigung durch einen formalen Fehler unwirksam oder sie kann vom Arbeitgeber angefochten werden.

Und das sind die wichtigsten Regeln:

1. Kündigen Sie immer in Schriftform (auf Papier)

  • Nicht wirksam: Kündigung per E-Mail, Fax oder auf einem Post-It
  • Übergabe des Kündigungsschreibens: von Angesicht zu Angesicht ist ideal

2. Geben Sie Namen/Anschriften von Absender und Empfänger im Briefkopf an

  • Briefkopf macht Kündigungsschreiben eindeutig
  • Bei größerem Unternehmen: Personalnummer/Geburtsdatum nennen (Verwechslungen vorbeugen)

3. Geben Sie das aktuelle Datum an

  • Datum des Kündigungstags in Kündigungsschreiben vermerken
  • Datumsangabe: Nachweis, dass Kündigungsfrist eingehalten wurde

4. Wählen Sie einen aussagekräftigen Betreff

  • Klare und rechtsbindende Formulierung wählen
  • „Kündigung“ bereits als oder im Betreff angeben

5. Verwenden Sie eine höfliche Anrede

  • Chef/Personalchef respektvoll ansprechen („Sehr geehrter Herr Mustermann“ bzw. „Sehr geehrte Damen und Herren“)
  • Freundliche, professionelle Ansprache: hinterlässt guten Eindruck

6. Beachten Sie die Kündigungsfrist und halten Sie diese ein

  • Im Text des Kündigungsschreibens: auf Kündigungsfrist eingehen
  • Vereinbarte Frist: im Arbeitsvertrag vermerkt
  • Fristgemäße Kündigung: kann zusätzlich von Personalabteilung schriftlich bestätigt werden

7. Bitten Sie um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis

  • Recht auf vorteilhaftes Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber

8. Schließen Sie mit einem freundlichen Gruß

  • Freundlicher Gruß am Ende des Schreibens
  • Keine verbrannte Erde hinterlassen

9. Unterschreiben Sie handschriftlich

  • Wirksamkeit der Kündigung: persönlich/handschriftlich mit vollem Namen unterzeichnen
  • Nicht gültig: eingescannte Unterschrift
Kündigung: Kündigungsfrist angeben
Bildquelle: www.istockphoto.com / Milkos

Kündigungsfrist beachten

Die Kündigungsfrist bezeichnet den Zeitraum, der zwischen dem Eingang der Kündigung beim Arbeitgeber und dem in der Kündigung genannten Beendigungsdatum des Arbeitsverhältnisses liegen muss.

Eine ordentliche Kündigung erfolgt immer unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist. Fristlos zu kündigen ist nur in Ausnahmefällen möglich: wenn außerordentliche Gründe vorliegen, wie etwa ein Vertragsbruch durch ausbleibende Vergütung.

Kündigungsfristen werden grundsätzlich im Arbeitsvertrag vereinbart oder sind per Tarifvertrag festgelegt. Ist die Kündigungsfrist nicht vertraglich geregelt, gilt die Grundkündigungsfrist. Die ist im BGB §622 geregelt und beträgt vier Wochen zum 15. oder dem Ende eines Kalendermonats.

Es ist noch kein neuer Job in Sicht? Dann melden Sie sich arbeitslos. Wenn Sie selbst den Job gekündigt haben (Eigenkündigung), beachten Sie die dreimonatige Sperrzeit des Arbeitslosengeldes. Fragen Sie bei der Agentur für Arbeit direkt, was Sie nun beachten müssen.

Kündigung kommunizieren: so geht's
Bildquelle: www.istockphoto.com / Ildo Frazao

Kündigung kommunizieren: der letzte Eindruck zählt

Die Welt ist klein – die Arbeitswelt noch kleiner. Und Ihre Branche ist vielleicht besser vernetzt, als Sie denken. Beachten Sie das vor allem bei Ihrer Kündigung. Verlassen Sie Ihren Arbeitgeber deshalb immer im Guten: mit Stil und Professionalität. So bauen Sie gleichzeitig ein gutes berufliches Netzwerk auf und behalten immer einen Fuß in der Tür, auch wenn die enge Zusammenarbeit nicht ganz geklappt hat.

So hinterlassen Sie einen guten Eindruck beim Ex-Arbeitgeber:
1. Denken Sie ernsthaft über die Kündigung nach und wägen Sie ab

  • Können Sie sich eine Kündigung ohne neuen Job überhaupt leisten?
  • Gibt‘s Regelungen aus dem Arbeitsvertrag zu beachten?
  • Wenn möglich: erst mit Aussicht auf neuen Job kündigen

2. Beachten Sie das Timing und kündigen Sie nicht …

  • … zwischen Tür und Angel.
  • … direkt vor einem großen Projekt, für das Sie die Verantwortung gehabt hätten.

3. Kündigen Sie nicht mit großem Auftritt

  • Hilft eine Aussprache mit dem ungeliebten Chef?
  • Wird es mit einem neuen Job wirklich besser?
  • Vermeiden: überstürzte, hochemotionale Kündigung

4. Seien Sie lieber still

  • Der erste Weg bei einem Jobwechsel führt zum Vorgesetzten.
  • Diskutieren Sie Ihr neues Jobangebot nicht direkt mit Ihren Kollegen.

5. Gehen Sie wie ein Profi

  • Verhalten Sie sich freundlich und professionell: Reden Sie über den alten Job nicht böse – beim alten Arbeitgeber und während des Bewerbungsprozesses.
  • Üble Nachrede kann rechtliche Folgen haben: Ihr guter Ruf in der Arbeitswelt ist definitiv wichtiger.
  • Rechnen Sie nicht mit ungeliebten Kollegen ab.

6. Zeigen Sie Engagement

  • Absolvieren Sie die letzten Wochen mit Engagement, Stil und Professionalität.
  • Machen Sie eine ordentliche Übergabe mit Workflows und den wichtigsten Infos.

7. Machen Sie Ihren Abgang mit Anstand

  • Durch einen netten Abschied wird ein späteres Wiedersehen angenehmer.
  • Ausstand: Dieser Abschied zeigt Wertschätzung für Kollegen und Vorgesetzte.
  • Alternativ: Schreiben Sie eine freundliche Abschiedsmail in der Sie sich bei allen Chefs und Kollegen für die Zusammenarbeit bedanken

Kündigungsschreiben: Vorlage

Für die genaue Formulierung Ihrer Kündigung gibt es grundsätzlich keine Vorgabe. Wir haben Beispiele für Ihr Kündigungsschreiben vorbereitet, die Sie herunterladen und individuell anpassen können.

Arbeitnehmer: Kündigungsvorlage 1 [WORD]

Arbeitnehmer: Kündigungsvorlage 2 [WORD]

Kündigung in der Probezeit: Tipps
Bildquelle: www.istockphoto.com / flyparade

Kündigung in der Probezeit

In der Probezeit lernen sich beide Seiten kennen. Und sie testen, ob sie miteinander zufrieden sind oder doch getrennte Wege gehen möchten. Um das Arbeitsverhältnis zu kündigen, muss nicht einmal ein Grund genannt werden – weder vom Arbeitgeber, noch vom neuen Mitarbeiter.

Die Dauer der Probezeit ist meist direkt im Arbeitsvertrag geregelt. Bei einem befristeten oder unbefristeten Vertrag mit einer vereinbarten Probezeit von sechs Monaten beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen. Die Kündigung muss nicht zwingend zum 15. oder zum Ende eines Monats eingereicht werden. Das Arbeitsverhältnis endet genau zwei Wochen nach dem Tag der schriftlichen Kündigung.

Spezialfall: Ist der Arbeitsvertrag vorerst nur auf die Dauer der Probezeit festgelegt, endet das Arbeitsverhältnis nach der vereinbarten Zeit. Eine Kündigung ist hier nicht nötig. Um das Verhältnis weiterlaufen zu lassen, muss ein neuer Vertrag aufgesetzt werden.

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Tags & Schlagwörter: Jobwechselkündigung
    Cornelia Weidemann

    Autor Cornelia Weidemann

    Immer auf der Suche nach Neuigkeiten und glücklich mit der Welt, sobald die Hände die Tasten berühren: Cornelia schreibt über Menschen, die ihre Jobs lieben, über Events und Veranstaltungen und über Neues aus der HR-Welt.

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