Im Familienunternehmen steht der Mensch im Mittelpunkt.
 Längst sind es nicht mehr nur die "big names", die bei akademischen Fach- und Führungskräften beliebt sind. Standen vor wenigen Jahren viele Familienunternehmen bei Jobmessen im Schatten der multinationalen DAX-Unternehmen, so sind sie jetzt zunehmend in den Kreis der attraktiven Arbeitgeber gerückt: Familienunternehmen bieten gerade High Potentials genau das, was sie sich von ihrem Job wünschen.
 1. Der Mensch steht im Mittelpunkt - nicht der Shareholder Value Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat alle Unternehmen gleichermaßen betroffen. Trotzdem zeigt ein Blick auf die Statistik: Familienunternehmen bleiben Jobmotor und Wachstumstreiber auch in Krisenzeiten. Das hat eine aktuelle Studie der Stiftung Familienunternehmen * belegt. So haben die nicht-familiengeführten DAX-Unternehmen kontinuierlich Beschäftigte abgebaut, während die Vergleichsgruppe, die 500 größten Familienunternehmen, die Anzahl der Beschäftigten aufgestockt haben. Werte, Nachhaltigkeit und Beständigkeit, das Denken in Generationen, all das gilt nicht nur für die Unternehmensstrategie, sondern auch in Bezug auf Mitarbeiter und Angestellte. Familienunternehmen fühlen sich einer "Hire&Fire"-Mentalität siriusweit entfernt, sie setzen auf eine hohe Verbundenheit zu ihren Mitarbeitern, was auch von vielen Berufseinsteigern als Vorteil empfunden wird.
 Trotzdem sind sich die Familienunternehmen der unternehmerfreundlichen Situation auf dem Bewerbermarkt bewusst, was zwar einerseits dazu führt, dass sie gerade auf der mittleren Führungsebene nochmals ihre Rekrutingaktivitäten intensivieren, aber nicht ihre derzeit vorteilhafte Situation gegenüber Kandidaten auszuspielen, also weniger Gehalt zu zahlen Paradigmatisch steht hier die Aussage von Professor Dr.-Ing. Hans-Josef Krämer, Personalchef der LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG, einem der größten Bauunternehmen in Süddeutschland: "Wir sind immer auf der Suche nach sehr guten Kandidaten. Sollten aufgrund der Marktsituation die Anfangskonditionen günstiger möglich sein, so hat das für uns keine Bedeutung, weil wir unsere Mitarbeiter grundsätzlich nach Leistung bezahlen."
 2. Standbein in der Region - Spielbein in der Welt Die bereits erwähnte Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen hat auch analysiert, wo die 500 umsatzstärksten Familienunternehmen in Deutschland verortet sind. Ein Blick auf die Landkarte zeigt: Es sind vorwiegend die ländlichen Regionen, in denen sie ihren Unternehmenshauptsitz haben. Die meisten finden sich in Nordrhein-Westfalen (135), gefolgt von Baden-Württemberg (101) und Bayern (99). In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg oder Bremen gibt es nur wenige große Familienbetriebe.
 Tatsächlich ist der Standort in der "Provinz" noch einer der stärksten Minuspunkte - vor allem bei Berufseinsteigern. Doch eine Vielzahl von jungen Akademikern mit einigen Jahren Berufserfahrung weiß das Landleben zu schätzen. Viele sind in ihrer Lebensplanung weiter und im Begriff, eine Familie zu gründen. Sie sehen eher die Vorteile: Warum nicht dort leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen? Neben einer intakten Natur finden sich oft gute Freizeitmöglichkeiten, durchweg eine funktionierende Infrastruktur mit guten Verkehrsanbindungen- und das Kulturangebot in der nächst größeren Kreisstadt ist ansprechend. Hinzu kommt, dass günstige Lebenshaltungskosten dafür sorgen, dass die Menschen hier mehr haben von dem Geld, das sie verdienen.
 Noch entscheidender aber ist, dass viele Familienunternehmen genau das bieten, was sich viele in ihrem Berufsleben wünschen, nämlich sich schnell beweisen zu können, Verantwortung zu übernehmen und ins Ausland zu gehen. Anders als in Großkonzernen, deren Personalabteilungen mit Traineeprogrammen standardisierte Entwicklungspläne für junge Führungskräfte erarbeiten, von denen nicht abgewichen wird, setzen Familienunternehmen auf das Potenzial jedes Mitarbeiters, das er in der Praxis zeigt. Und das kann bedeuten, dass Karrierestationen schlichtweg übersprungen werden. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass viele Familienunternehmen Global Player sind, die aufgrund ihrer hohen Innovationskraft ständig wachsen. Sogar die jüngste Krise haben einige Unternehmen genutzt, um neue Wachstumsmärkte zu erschließen. Das heißt für viele Führungskräfte, dass sie sich schnell im internationalen Umfeld profilieren können.
 Wer sich selbst ein Bild machen möchte, sollte sich für den Karrieretag Familienunternehmen in Bielefeld bewerben, der für den 19. November terminiert ist. Ausrichter ist die Firma Goldbeck in Bielefeld, international führend im Industriebau. 40 führende "Hidden Champions" werden auf dem Karrieretag Familienunternehmen vertreten sein. Gesucht werden insbesondere Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure - vom Hochschulabsolventen bis hin zum Geschäftsführer.
 Bewerben können sich Interessierte bis zum 4. Oktober 2010 auf www.karrieretag-familienunternehmen.de. |