Das Image der Personaler: Was die junge Generation sagt | Zurück | | | | |
| 12.08.2010 | Das Ergebnis einer Kienbaum-Studie zur Attraktivität des Personalmanagements hat gezeigt, dass Personaler im Unternehmen kein hohes Ansehen erreichen. Warum das Image der Personaler so schlecht ist und was man dagegen tun kann, erklärt Patrick Maloney, Mitglied des Forums HR Young Professionals der Selbst-GmbH im Interview.
 Die Mitglieder des Forums HR Young Professionals haben ein Positionspapier verfasst, das die Kritik am Image und Vorschläge zur Verbesserung zusammenfasst. Wir haben Patrick Maloney, Personalreferent bei Eon, dazu befragt.
 Welches Image haben Personaler derzeit?
 Patrick Maloney: Momentan wird der Personaler häufig in seiner Funktion unterschätzt. HR wird als antiquierter und auf administrative Funktionen beschränkter Unternehmensbereich gesehen. Der Personaler wäre gerne ein strategischer Partner, aber er wird diesem Anspruch nicht gerecht - teilweise aus eigenem Unvermögen, teilweise auch, weil man ihn nicht lässt.
 Das Image-Problem ist aber schon länger bekannt. Warum hat sich noch nichts geändert?
 Maloney: Der Management-Professor Knuth Bleicher aus St. Gallen hat einmal gesagt: Die Menschen, die die gestrigen Strukturen aufgebaut haben, sind nicht in der Lage die Probleme von Morgen zu lösen. Ich denke, die jetzige Generation der Personaler ist für die derzeitige Misere verantwortlich. Sie haben zwar das Problem schon erkannt, aber sie konnten es bisher nicht lösen. Die Hoffnung liegt jetzt primär auf der jungen Generation, die jetzt kommt.
 Eine weitere Studie von Kienbaum zeigt, dass Personaler selbst ihren Stellenwert seit der Krise besser bewerten. Warum verbessert sich ihr Image trotzdem nicht?
 Maloney: In der Krise waren deutsche Unternehmen durchaus ein Vorreiter im nachhaltigen Handeln. Daran haben die Personaler einen maßgeblichen Anteil. Das wird nun aber fast nur innerhalb der HR-Community gefeiert, aber selten nach außen als Beleg dafür verkauft, dass die Funktion des Personalers für einen solchen Erfolg vonnöten ist. Personaler zeichnen sich nicht gerade durch ein überbordendes Selbstbewusstsein aus und sind zu bescheiden.
 Was sollten Personaler tun, um jetzt ihr Image und ihren Stellenwert im Unternehmen zu verbessern?
 Maloney: Personaler müssen weniger in Instrumenten denken, die sie entwickeln könnten, sondern mehr an ihre internen Kunden. Personalarbeit muss sich am Geschäftserfolg orientieren. Wenn die Kunden HR als sehr professionell erleben, wird auch das Image steigen. Außerdem müssen sich die Personaler stärker um den eigenen Nachwuchs bemühen. Wir brauchen gute Konzepte für die Personalentwicklung und die Karriereplanung des Personalernachwuchses.
 Was ist zu tun, um das Image auch außerhalb des Unternehmens zu verbessern?
 Maloney: Die Personalabteilungen sollten sich gut überlegen, wen sie an die Hochschulen schicken, um ihren Nachwuchs anzuwerben. Zudem müssen die Personaler die Business-Vertreter von ihrer Arbeit überzeugen und begeistern. Dann wird sich gute Personalarbeit auch herumsprechen.
 In Ihrem Positionspapier fordern Sie eine verbesserte Ausbildung an den Hochschulen. Welche Fähigkeiten und Fachinhalte sollten für Studierende im Bereich Personal verstärkt vermittelt werden?
 Maloney: Bei der Vermittlung von Sozialkompetenzen müsste mehr getan werden - aber nicht unbedingt in speziellen Fächern, die Präsentationstechniken oder Ähnliches vermitteln. Auch das Angebot, in studentischen Organisationen mitzuarbeiten, ist schon hilfreich. Und die Einbindung von Praktika im Studium dient dazu, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu stärken. Zudem müssen mehr Praktiker in die Lehre eingebunden werden. Nur sie können den Studenten einen realen Einblick in die Arbeitswelt eines Personalers geben und aufzeigen, welchen Wertschöpfungsbeitrag die Personalfunktion zu leisten in der Lage ist. Außerdem dürfen die Studierenden - auch und gerade in Studiengängen, die auf das Personalwesen spezialisiert sind - den Blick über den Tellerrand nicht verlieren. Das Curriculum muss so gestaltet sein, dass sie sich neben den Personalthemen auch mit anderen betriebswirtschaftlichen Funktionen wie Finanzen oder Controlling beschäftigen, um ein besseres Gespür für Unternehmen und den wirtschaftlichen Kontext zu entwickeln.
 Patrick Maloney ist Mitglied im Forum HR Young Professionals der Selbst-GmbH und Personalreferent im Bereich Personalpolitik der Eon AG.
 Das Interview führte Kristina Enderle.
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