Burnout-Prävention: Externe Mitarbeiterberatung als ergänzende Maßnahme | Zurück | | | | |
| 17.03.2011 | Jeder zweite Deutsche leidet unter Stress und Überforderung am Arbeitsplatz. Nicht selten gesellen sich auch private Probleme hinzu. Eine Externe Mitarbeiterberatung, auch "Employee Assistence Program" genannt, kann hierbei das Betriebliche Gesundheitsmanagement ergänzen.
 Laut einer Studie des Beratungsunternehmens "ServiceValue" ist das allgemeine Wohlbefinden bei 59 Prozent der Arbeitnehmer durch die berufliche Situation beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass die Zahl psychischer Erkrankungen dem DAK-Gesundheitsreport 2010 zufolge einen neuen Höchststand erreicht hat. Mehr denn je sollten daher Work-Life-Balance-Konzepte auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Niels Gundermann, Leiter Geschäftsentwicklung und Gesundheitsmanagement des Fürstenberg-Instituts, empfiehlt einen ganzheitlichen Ansatz: Unternehmen sollten demnach ihr betriebliches Gesundheitsmanagement nicht allein auf die physische Gesundheit des Mitarbeiters ausrichten, sondern auch seine psychosoziale Verfassung ins Auge fassen.
 Maßnahmenpakete nach dem Gießkannenprinzip, die zuallererst der physischen Gesundheit dienen, verfehlen jedoch häufig ihre Wirkung. Die Unternehmen müssten vielmehr ein Verständnis dafür entwickeln, dass die physische Gesundheit des Mitarbeiters allein nicht mehr ausreicht, so Gundermann. Es sei entscheidend, dass der Mitarbeiter auch psychisch gesund ist und nicht durch Stress, Ärger, Überforderung oder private Probleme ausbrennt. Wenn es erst zum Burnout kommt, ist es bereits zu spät, der Mitarbeiter fällt über Monate aus und wird so auch zu einem Kostenfaktor, den Unternehmen nicht mehr ignorieren können.
 Interesse an Externer Mitarbeiterberatung deutlich gestiegen Vermehrte Ausfälle durch Burnout haben Unternehmen letztendlich darin bestärkt, sich mehr mit der psychosozialen Gesundheit ihrer Mitarbeiter auseinanderzusetzen und über Dienstleistungen wie "Employee Assistence Programs" (EAP) nachzudenken. Dabei zahlt der Arbeitgeber abhängig von der Zahl seiner Beschäftigten einen monatlichen Pauschalbetrag an Anbieter der externen Mitarbeiterberatung, wie zum Beispiel dem Fürstenberg Institut oder der ICAS Deutschland GmbH. Alle Mitarbeiter können dann anonym, unbürokratisch und kostenfrei diese Leistung in Anspruch nehmen, deren Ziel es ist, dem Arbeitnehmer ein offenes Ohr und Hilfestellung für Sorgen und Probleme jedweder Art - privat wie beruflich - anzubieten.
 Das Interesse an externer Mitarbeiterberatung ist Gundermann zufolge zwar deutlich gestiegen, aber der Sprung, diese tatsächlich auch zu nutzen, fällt den meisten Unternehmen noch schwer, da sie von der Wirtschaftlichkeit dieser Programme noch nicht überzeugt sind. Bisher sind es vor allem Großunternehmen beziehungsweise große mittelständische Unternehmen, die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen.

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