Fast alle Schotten wurden aufgrund des Coronavirus dicht gemacht, darum musst du dir jetzt ganz neue Varianten der Freizeitbeschäftigung suchen. Das kühle Blonde abends in der Kneipe oder der spannende Blockbuster (mit der kühlen Blonden?) bleiben dir nun verwehrt, darum: back to the roots! Was hat man früher doch noch gleich gemacht, wenn es draußen dunkel und kalt wurde und die Familie unter sich war? Ja genau: Brettspiele und Hausmusik! Heute zunächst einmal unsere Top-5 der spannendsten Brettspielklassiker – garantiert mit Ansteckungsgefahr:

1. Aktueller Klassiker: Mensch ärgere dich nicht!

Leichter gesagt als getan in aktuellen Zeiten, aber es hilft ja nichts. Vor allem Ärgern hilft nichts. Oder wenn schon sich ärgern, dann aber richtig: Und das kannst du ganz bestimmt bei diesem Brettspielklassiker schlechthin. Das Spiel hat seine Wurzeln in dem alten indischen Spiel „Pachisi“. Der Vorteil: Fast jede Familie dürfte das Spiel zuhause haben, du musst also gar nicht mehr vor die Tür bzw. den Online-Bestellvorgang anwerfen. Und erklären muss man hier auch nicht viel, es wird einfach drauflos gewürfelt. Wichtig hierbei: Niemanden schonen, immer kräftig rausschmeißen, sonst wird es langweilig. Quasi der spielerische Kontrapunkt zum aktuellen „Wir-helfen-alle-zusammen-Verhalten“ in der Realität. Aber Vorsicht: Bei manchen Familienmitgliedern kann da schon mal das Spielbrett quer durchs Wohnzimmer fliegen.

Spiel: Mensch ärgere dich nicht
Spieler: 2-4

Alter: ab 5 Jahren
Komplexität: niedrig
Spaßfaktor: hoch


2. Jetzt erst recht: Monopoly

Die Finanzmärkte beben, aber du glaubst an den Kapitalismus. Ganz klar: Da holen wir doch unser „Monopoly“-Spiel raus, um wenigstens ein bisschen am Ball zu bleiben. Ziel des Spiels: Alle anderen in den Bankrott treiben. Hier kannst du munter ganze Straßen kaufen und Häuser bauen, und Bargeld ist spätestens immer dann verfügbar, wenn du über „Los“ ziehst. Wahnsinn: Das Spiel soll es doch tatsächlich schon in ähnlicher Form seit 1904 geben! Und wer hat’s erfunden: die Amerikaner, genau genommen eine Amerikanerin. Das Spiel ist ein Dauerbrenner und kann taktische Füchse in Hochstimmung versetzen. Ein weiterer Vorteil: Holst du „Monopoly“ aus dem Schrank, musst du dir über die restliche Abendplanung keine Gedanken mehr machen. Das Spiel kann sich durchaus über mehrere Stunden erstrecken, je nach ökonomischem Talent und sadistischer Ausdauer der Mitspieler.

Spiel: Monopoly
Spieler: 2-6

Alter: ab 7 Jahren
Komplexität: mittel
Spaßfaktor: hoch


3. Aus gegebenem Anlass: Risiko

Ja gut, Kriegsspielzeug ist jetzt nicht wirklich pädagogisch wertvoll, aber wenn „Krieg spielen“ so abstrakt und strategisch daherkommt, wie beim Urvater aller Strategiespiele „Risiko“, darf man das durchaus mal im Kreise der Familie ausprobieren. Erfunden hat das Spiel ein französischer Filmregisseur Anfang der Fünfzigerjahre. Worum geht’s? Ganz einfach: Die Weltherrschaft an sich reißen! Das Spielfeld stellt die Weltkarte mit den verschiedenen Kontinenten und Gebieten dar, und per Würfelglück versuchst du, immer mehr davon zu erobern und deine Gegner in Schlachten zu schlagen. Ausdauer musst du dafür allerdings schon mitbringen, denn unter anderthalb Stunden geht bei diesem Spiel gar nichts. „Risiko“-Fans berichten sogar von Spiel-Sessions, die sich über zwei Tage oder länger hinzogen… Gut, dann wird das mit dem Homeoffice eher wieder schwierig 😊…

Spiel: Risiko
Spieler: 2-6

Alter: ab 10 Jahren
Komplexität: mittel
Spaßfaktor: hoch


4. Nur in den eigenen vier Wänden: Tabu

Ein weiterer Klassiker unter den Gesellschaftsspielen ist dieses herrlich einfache Spiel, das jede Menge Spaß machen kann. Du kennst keine Tabus? Dann solltest du in diesem Fall doch mal eine Ausnahme machen. „Tabu“ ist ein Kommunikations-Gesellschaftsspiel, das 1990 auf den Markt kam und ab diesem Zeitpunkt bei vielen Partys nicht fehlen durfte. Bei dem Spiel musst du deinen Mitspielern Begriffe erklären, jedoch darfst du dabei bestimmte Ausdrücke auf keinen Fall verwenden. Um die Spannung zu erhöhen, läuft während deiner Erklärversuche eine Sanduhr ab – du stehst also durchaus etwas unter Druck. Zugegebenermaßen hängt der ganze Spaß stark von den sprachlichen Fähigkeiten und dem Wortschatz deiner Mitspieler ab; Analphabeten haben hier eher schlechte Karten.

Spiel: Tabu
Spieler: 4 oder mehr

Alter: ab 11 Jahren
Komplexität: niedrig
Spaßfaktor: hoch


5. Nichts wie raus hier: Das verrückte Labyrinth

Mag sein, dass nach fünf Tagen Homeoffice so manchem von uns die eigene Wohnung bereits wie ein Labyrinth vorkommt, aus dem es kein Entkommen gibt… Dann doch lieber „Labyrinth“ spielen. Mit dem Brettspiel, das schon mit kleinen Kindern gut zu machen ist und trotzdem nicht langweilig wird, gelingt zumindest mental ein kleiner Ausbruch – zumindest für die Dauer einer Spieleinheit (ca. 30-45 Minuten). Das Spielbrett besteht aus verschiebbaren Plättchen, die im Ganzen gesehen ein großes Labyrinth formen. Jeder Spieler muss verschiedene Gegenstände im Labyrinth in einer bestimmten Reihenfolge besuchen. Um dorthin zu gelangen, muss man die Spielplättchen geschickt verschieben. Für das Spiel braucht es etwas räumliches Vorstellungsvermögen und Kombinationsgeschick. Ein super Familienspiel, da es auch nicht zu lange dauert und schon die Kleineren mitspielen können.

Spiel: Das verrückte Labyrinth
Spieler: 2-4

Alter: ab 6 Jahren
Komplexität: mittel
Spaßfaktor: hoch


Fazit

Es sind gerade besondere Zeiten, und unter diesen Umständen ist für uns alle gerade Vieles nicht mehr so, wie es einmal war. Aber eine Krise bietet immer auch eine Chance: Neu zu denken, sich neu zu erfinden, neue Dinge zu entdecken. Selbst wenn du dir bislang nichts Langweiligeres als einen Brettspielabend vorstellen konntest, bist du jetzt mangels Alternativen vielleicht dazu gezwungen, auch diese Freizeitbeschäftigung mal auszuprobieren. Lass dich darauf ein und entdecke die vielen Möglichkeiten, die diese Art des Spielens mit sich bringt. Denn die Vielfalt an unterschiedlichen Gesellschaftsspielen ist schier unermesslich. Da dürfte auch für dich das Richtige dabei sein. 


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