Eine Bewerbung steht an, und nun musst du die erforderlichen Unterlagen zusammenstellen: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse. Dem Lebenslauf kommt dabei eine sehr wichtige Funktion zu: Er soll dem Personaler eine kurze, aber vollständige Zusammenfassung deines bisherigen Werdegangs geben. Doch da lauern auch so einige Tücken: Bedienst du dich eines oder sogar mehrerer der folgenden Tabus, wird deine Bewerbung ganz sicher flugs aussortiert. Also aufgepasst!


#1: Rechtschreibfehler

Deine Schulzeit im „Gümnasium Bilefeld“ kann ja wohl nicht ganz so erfolgreich gewesen sein, zumindest was die Rechtschreibung angeht. Ein absolutes No-Go sind natürlich Rechtschreib- oder Grammatikfehler im Lebenslauf. Und es ist auch wirklich so einfach, diese zu umgehen: Bitte einfach zwei Freunde oder Bekannte, deinen Lebenslauf dahingehend zu überprüfen. Oder du reichst ihn bei einem professionellen Korrekturdienst ein, der dir den Text überarbeitet. Das geht heutzutage ganz schnell und unkompliziert online.


#2: Lücken lassen

Was du auf keinen Fall in deinem Lebenslauf erwähnen solltest, ist: nichts. Schweigst du dich über einen bestimmten Lebensabschnitt aus, das heißt, du erwähnst einfach absolut nichts, was du in diesem Zeitraum gemacht hast, weckt das immer Misstrauen. Klar fragt sich der Personaler sofort: Warum steht hier nichts? Gibt es etwas, was du verschweigen möchtest – und aus welchem Grund? Von einer echten Lücke spricht man, wenn der nicht definierte Zeitraum über zwei bzw. drei Monate hinausgeht.

Hast du Zeitfenster in deinem Leben, die dir als nicht erwähnenswert erscheinen, oder die du eigentlich lieber verschweigen würdest? Zum Beispiel, weil du lange arbeitslos warst, oder weil du gesundheitliche Probleme hattest? Diese Abschnitte einfach so unter den Tisch fallen zu lassen, ist eine schlechte Wahl. Sei lieber ehrlich, die meisten Personaler wissen das zu schätzen.

Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit bzw. Arbeitssuche kann man durchaus im Lebenslauf erwähnen; allerdings solltest du den Umstand besser positiver formulieren. Schreibe also lieber „Bewerbungsphase“ oder „Neuorientierung“. Hast du in diesem Zeitraum nebenher Sinnvolles getan (zum Beispiel eine Fremdsprache gelernt, ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt oder gejobbt), dann erwähne das ebenfalls.

Gesundheitliche Probleme

Bei längeren gesundheitlichen Beeinträchtigungen darfst du vage bleiben, musst hier also nichts Konkretes angeben. Im Bewerbungsgespräch musst du hierzu auch nicht näher Auskunft erteilen. Mache dich allerdings auf eine allgemeine Nachfrage in die Richtung „Und da waren sie länger außer Gefecht?“ gefasst, und überlege dir schon mal, wie du darauf reagieren möchtest. Generell gilt: Ist das gesundheitliche Problem Vergangenheit, kannst du ja offen darüber sprechen – wenn du möchtest. Hast du damit akut immer noch zu kämpfen, und könnte es dich auch zukünftig wieder beeinträchtigen, solltest du hier zurückhaltend sein und nicht zu viel Information preisgeben.

Worst case: Gefängnisaufenthalt

Du hast eine gewisse Zeit hinter Gittern verbracht. Das macht sich natürlich nicht gut im Lebenslauf. Kürzere Gefängnisstrafen lassen sich noch verschweigen, solange du kein polizeiliches Führungszeugnis bei einem Arbeitgeber vorlegen musst. Längere Aufenthalte solltest du entweder schonungslos ehrlich angeben oder du denkst dir eine wirklich extrem gute Alternative aus, die auch nicht als Lüge entlarvt werden kann. Sei gewarnt: Das wird schwierig werden.


#3: LinkedIn und Xing erheben Einspruch

Ein klassischer Fehler im Lebenslauf: Du kommst so richtig ins Schwärmen und fügst hie und da noch die eine oder andere tolle berufliche, aber erfundene Station ein, dann machst du den Lebenslauf fertig und schickst ihn ab. Doch dem Personaler genügt ein Klick auf Xing oder LinkedIn, und dort findet er ganz andere Infos über dich. Achte also unbedingt darauf, dass alle deine Lebensläufe, die öffentlich hinterlegt sind, informell übereinstimmen.

Lebenslauf verfassen
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#4: Extrem schräge Hobbies

Fliegenfischen, Aerial Yoga oder Falsett-Singen sind durchaus noch im Rahmen. Sollte es sich bei deiner bevorzugten Freizeitbeschäftigung jedoch um exzessives Splatter-Movie-Gucken, sexuelle Tantra-Workshops oder Hypnose-Rückführungsmeditationen in frühere Leben handeln, halte kurz noch einmal einen Moment inne: Man muss ja nicht unbedingt alles ausplaudern in einem Lebenslauf. Ein bisschen Geheimnis darf in diesem Fall durchaus sein. Oder du schwächst dein Hobby ein wenig in Richtung Gesellschaftsverträglichkeit ab.

Andererseits: Zu langweilig sollte es auch nicht werden. Absolute 08/15-Hobbies wie „Lesen“ oder „Radfahren“ machen dich nicht unbedingt interessant. In diesem Fall ist es gut, wenn du ein bisschen mehr ins Detail gehst und dann zum Beispiel deine bevorzugte Literaturrichtung oder speziell „Rennradfahren“ oder „Mountainbiken“ angibst.


#5: „Es war einmal…“

Ein Lebenslauf ist so ungefähr das Gegenteil von einem schönen Märchen. Lange Einleitungen, blumige Sprache, Wertendes und Emotionen: Alle diese Dinge haben dort absolut nichts verloren. Als Profi-Bewerber weißt du sicher: Ein Lebenslauf sollte

  • übersichtlich,
  • absteigend chronologisch (neuestes Ereignis zuerst),
  • kurz und prägnant
  • sowie vollständig sein.

Deshalb ist ein tabellarischer Lebenslauf ideal. Er bietet Übersichtlichkeit und macht es dem Personaler leicht, sich zu orientieren. Je nach deinem Alter und deiner Berufserfahrung sollte der Lebenslauf ein bis zwei DIN A4-Seiten umfassen. Er umreißt stichpunktartig deinen Werdegang. Das spart dem Personaler Zeit beim Überfliegen.

Vollständig ausformulierte Sätze sind hier eigentlich schon fehl am Platz. Du schreibst also nicht:

„In den Jahren 2018 und 2019 war ich mit viel Leidenschaft und riesigem Engagement in der Kosmetikabteilung des großen Berliner Kaufhauses XY tätig und konnte mich dort besonders auf die Beratung anspruchsvoller Kundschaft spezialisieren.“

Sondern du formulierst auf den Punkt:

„2018 – 2019: Angestellte Kosmetikerin in der Kosmetikfachabteilung bei XY, Berlin
Schwerpunkt: beratende Tätigkeit im Bereich Luxus-Kosmetik“

Schreibe also auf keinen Fall einen Roman. Für den Lebenslauf gilt: Kurz, knapp, komplett.


#6: Fristlos gekündigt

Ehrlichkeit ist eine Zier, doch muss man es damit zum eigenen Schaden auch nicht übertreiben. Wer bereits im Lebenslauf erwähnt, dass er bei der letzten Firma „fristlos gekündigt“ wurde, macht es sich unnötig schwer. Solche Dinge haben hier nichts verloren. Du kannst darüber gerne sprechen, wenn du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst und du dich erklären musst, zum Beispiel warum du keine Kündigungsfrist einzuhalten hast. Gleich im Lebenslauf quasi mit der Tür ins Haus zu fallen und die Kündigung zu erwähnen, wäre in diesem Fall jedoch mehr als ungeschickt.


#7: Keine Unterschrift

Es ist einfach Standard: Der Lebenslauf sollte unterschrieben sein, und zwar von dir, mit aktuellem Datum und Ort anbei. Das kannst du natürlich auch über eine eingescannte Unterschrift erledigen, die du in dein Dokument einfügst. Selbstverständlich kostet dich das etwas Aufwand, denn es bedeutet, dass du bei jeder Bewerbung deinen Lebenslauf noch einmal aktualisieren musst. Doch so viel sollte dir der neue Job dann schon wert sein.


Fazit

Ein ordentlich verfasster Lebenslauf ist kein Hexenwerk. Hältst du dich an die wichtigsten Vorgaben und vermeidest unsere sieben No-Gos, dürftest du schon ein recht gutes Exemplar in den Händen halten. Was das Layout angeht, findest du online jede Menge Vorlagen, an denen du dich orientieren kannst. Viel Glück bei deiner Bewerbung!


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