Und plötzlich steht das Hamsterrad still. Bleibt einfach stehen. Die Pausetaste wurde gedrückt. Ohne Vorwarnung. Ein komisches Gefühl. Die tägliche Arbeitsroutine, über die viele von uns sich vor kurzem noch so oft beschwert haben, ist mit einem Schlag unterbrochen. Alltagstrott? Gibt es nicht mehr. Der bisher immer gleiche Tagesablauf ist plötzlich völlig unvorhersehbar. Haben wir uns das nicht immer gewünscht? Raus aus dem Hamsterrad und endlich mal entschleunigen? Stress abbauen und sich wieder etwas mehr Zeit für sich selbst nehmen? Doch so haben wir uns das Ganze wohl eher nicht vorgestellt.

Angst, Panik und Unruhe flimmern über unsere Bildschirme und dominieren unsere Gedanken. Wie geht es weiter? Welche Auswirkungen wird das Coronavirus auf die Wirtschaft haben? Verliere ich meinen Job? Und plötzlich müssen wir uns eingestehen, dass wir uns doch wieder nach einem geregelten Alltag sehnen. Nach Stabilität. Nach Sicherheit. Trotzdem: Die Situation und die damit verbundenen erzwungenen Maßnahmen bieten uns nun die Chance, die Arbeitswelt nachhaltig umzugestalten und endlich neue Wege zu gehen.

Entschleunigen. Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Arbeitnehmer müssen in Kurzarbeit, sind freigestellt oder arbeiten von Zuhause. Das Virus zwingt uns dazu, das Tempo herauszunehmen. Und plötzlich merken wir, dass wir schon lange Zeit nur noch nach außen gerichtet waren. Und vielleicht beginnen wir damit, wieder etwas mehr nach innen zu schauen. Zu uns selbst zurückzufinden. Mehr Achtsamkeit zu entwickeln. Weil sich das Karussell vorher viel zu schnell gedreht hat und wir es erst jetzt merken, da es stillsteht.

Kreativität. Keine Dinner mehr mit guten Freunden. Keine Kurse, keine Sportveranstaltungen. Was macht man jetzt nur mit all der freien Zeit? Im Netz und auf Social Media sehen wir, wie die Menschen plötzlich zurück zur eigenen Kreativität finden. Sie malen, tanzen, machen Musik. Sie schaufeln ihre fantasievollen Ideen frei, machen ihre originellen Gedanken zur Realität. Und zum Vorschein kommen all die bunten Träume, die zuvor unter Stress und Hektik vergraben waren.

Solidarität. Natürlich bringt eine Krise immer auch unschöne Dinge in der Gesellschaft zum Vorschein. Angstgetriebener Egoismus, der zu Hamsterkäufen und Desinfektionsmittel-Diebstählen führt. Streitereien im Supermarkt, weil jeder nur an sich denkt. Aber irgendwann merken wir, dass diese Einstellung zu nichts führt. Dass jeder Einzelne von uns zählt. Jeder Einzelne einen Unterschied machen kann. Und dass eine Gesellschaft eine Krise nur dann bewältigen kann, wenn sie als Gemeinschaft zusammenhält.

Selbstreflexion. Situationen wie diese bringen uns dazu, vieles zu hinterfragen. Auch uns selbst. Was vorher noch ganz automatisch gesagt und getan wurde, wird nun noch einmal überdacht. Wir haben jetzt Zeit, in uns zu gehen und unser Leben zu reflektieren. Tun wir wirklich das, was wir tun wollen? Haben wir einen Job, der uns erfüllt? Möchten wir die nächsten Jahre so weitermachen, wie bisher? Und wenn nicht, dann haben wir nun die Gelegenheit darüber nachzudenken, was wir verändern möchten.

Home-Office. Und plötzlich wird der eigene Schreibtisch zum Büro. Oder der Esstisch. Oder der Teppichboden. Unternehmen, die schon früh auf Cloud-Lösungen, Telearbeit oder mobiles Arbeiten umgestellt haben, profitieren nun davon. Andere Firmen werden dazu gezwungen, sich anzupassen, umzudenken und Home-Office ebenfalls als neue Arbeitsform zu etablieren. Und auch wenn dies anfangs enorm viel Vertrauen vom Arbeitgeber und Selbstorganisation vom Arbeitnehmer erfordert, werden diese unfreiwilligen, fortschrittlichen Neuerungen die Arbeitswelt vermutlich nachhaltig verändern. Verbessern.

Dankbarkeit. Nichts ist selbstverständlich, das wird uns nun klar. Unser Leben kann sich von heute auf morgen komplett verändern und zwar ohne, dass wir etwas dagegen tun können. Wir sind nicht unbesiegbar. Wir haben nicht über alles die Kontrolle. Und dieses Bewusstsein bringt uns dazu, wieder demütiger zu werden. Respekt vor der Natur zu haben. Füreinander da zu sein. Und wenn all das hier vorüber ist, werden wir Dinge, die vorher selbstverständlich waren, hoffentlich wieder mehr zu schätzen wissen. Unsere Freiheit. Unseren Überfluss. Unsere Mitmenschen. Denn manchmal muss man erst etwas verlieren, um zu verstehen wie wertvoll es ist. Lasst uns das nie mehr vergessen. 


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