Endlich ist sie fertig: deine perfekte Bewerbung. Mit viel Liebe zum Detail, einem aussagekräftigen Bewerbungsfoto und einem kreativen Anschreiben ist sie bereit dazu, an dein Wunschunternehmen versandt zu werden. Doch darauf, dass sich der Personaler allein durch deine Bewerbung ein Bild von dir macht, kannst du dich heutzutage nicht mehr verlassen.

In Zeiten von Social Media solltest du damit rechnen, dass du auch durch deine Onlinepräsenz überzeugen musst. Schließlich sind deine Social Media Profile vermutlich nicht schwer aufzufinden und Unternehmen sind neugierig darauf, dich auch von einer privateren Seite kennenzulernen. Aber nicht jedes Detail aus deinem Privatleben ist für die Augen deines zukünftigen Chefs bestimmt. Mit ein wenig effektivem Selbstmarketing in den sozialen Netzwerken kannst du dir allerdings einen großen Vorteil gegenüber deinen Konkurrenten schaffen. 

Wie optimierst du deine Social Media Präsenz während der Bewerbungsphase? Wir haben 6 Tipps für dich. 

#1: Lösche deine Spuren

Wie geht ein Personaler wohl vor, wenn er online mehr über einen Bewerber herausfinden möchte? Richtig: Er googelt seinen Namen. Und genau das solltest du im ersten Schritt auch tun, um herauszufinden, wie es denn im Moment so mit deiner Onlinepräsenz steht. Solltest du unseriöse Bilder oder alte Texte mit problematischen Aussagen finden, dann wäre es ratsam, diese schnellstmöglich zu entfernen oder entfernen zu lassen.

Probiere auch mehrere Suchvariationen aus und gib zusätzlich zu deinem Namen auch deinen Wohnort an oder suche nach deiner E-Mailadresse. Sei so gründlich wie möglich, damit dir Peinlichkeiten erspart bleiben und du dir durch diese nicht deine Chance auf den Job verbaust.

#2: Gehe Undercover

Dein Facebookprofil ist voll von privaten Bildern, die du dem Personaler nicht unbedingt präsentieren möchtest? Dann stelle dein Profil auf privat, sodass nur noch deine Freunde Zugriff darauf haben. Der Personaler sieht dann zwar dein Profilbild, kann jedoch nicht auf deinen Feed zugreifen. Achte also unbedingt auch darauf, dass dein Profilbild authentisch und seriös zugleich ist.

Eine andere Möglichkeit wäre auch, alle Bilder durchzugehen und nur diejenigen öffentlich zu stellen, von denen du der Meinung bist, dass sie vorteilhaft sein könnten. Beispielsweise Fotos von Hobbys, die gut zu deinem Job passen oder auf denen du dich für irgendetwas engagierst. Bilder von Partys oder Fotos in Badesachen sollten der Öffentlichkeit lieber nicht zugänglich sein.

#3: Nutze Karriere-Netzwerke 

Um dir gegenüber deinen Mitbewerbern einen Vorteil zu verschaffen, solltest du unbedingt auf Business-Netzwerken wie Xing und LinkedIn aktiv sein. Ein vollständiges und gepflegtes Profil auf diesen Social Media Plattformen kommt nicht nur bei den Personalern deiner Wunschfirma gut an, sondern macht auch Recruiter von anderen Unternehmen auf dich aufmerksam – und zwar ganz ohne Bewerbung.

Etwa 70 Prozent der Unternehmen gehen mittlerweile proaktiv auf diesen Plattformen auf die Suche nach potenziellen Kandidaten. Die Recruiter können sich direkt bei dir melden und bieten dir eventuell von sich aus einen interessanten Job an, für den du dich bei Interesse bewerben kannst. Stelle dafür in deinem Profil ein, dass du auf Jobsuche bist und Anfragen willkommen sind. 

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#4: Netzwerke in sozialen Netzwerken

Du musst dich nicht immer unbedingt auf großen Messen herumtreiben, um wertvolle Kontakte zu knüpfen. Heutzutage geht das auch sehr gut online. Folge interessanten Menschen und Unternehmen aus deiner Branche, kommentiere, trete relevanten Gruppen bei und diskutiere in Foren. Gute Beziehungen zu relevanten Personen können durchaus ein Türöffner sein, wenn es um die Jobsuche geht. Zudem wird der Personaler sicher davon beeindruckt sein, wie aktiv und wie gut vernetzt du in der Branche bist, wenn er sich nach dem Lesen deiner Bewerbung durch die sozialen Medien klickt. Das hinterlässt womöglich einen bleibenden Eindruck bei ihm. 

Nutze Social Media außerdem dazu, um immer up-to-date zu bleiben und über relevante Neuigkeiten in deinem Bereich informiert zu werden. Dazu kannst du wichtige Newskanäle abonnieren und relevanten Unternehmen folgen. Mit diesen Informationen und deinem daraus resultierenden Wissen punktest du dann eventuell auch im persönlichen Vorstellungsgespräch. 

Tipp: Füge interessante Personen, die du auf Events und Messen triffst, deinen Kontakten hinzu, sodass du online mit ihnen in Verbindungen bleiben kannst. 

#5: Positioniere dich

Insbesondere wenn du einen Job in der digitalen Branche suchst, wie beispielsweise eine Anstellung im Bereich Online Marketing oder als Social Media Manager, solltest du dem Personaler deine Online-Affinität durch eine starke Internetpräsenz zeigen. Das geht von deinen Social Media Profilen bis hin zu einem eigenen Blog, einer Webseite oder einem YouTube-Kanal. Diese zusätzlichen Referenzen können einen entscheidenden Unterschied machen und dich von anderen Bewerbern abheben.

Auch die Positionierung als Experte in einem bestimmten Gebiet ist sehr hilfreich, um karrieretechnisch voranzukommen. Hinterlasse deine Expertenmeinung in Foren, hilf anderen durch Kommentare bei einem Problem weiter oder schreibe auf dem sozialen Netzwerk deiner Wahl oder in einem Blog regelmäßig über dieses bestimmte Thema. Wichtig ist, dass du eine klare Linie verfolgst und sofort erkennbar ist, wofür du stehst und was das Gebiet deiner Expertise ist. Auch Arbeitsproben auf einer Webseite machen einen professionellen Eindruck. 

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#6: Mache einen finalen Check

Deine Social Media Profile sind vollständig und können sich sehen lassen, peinliche Fotos sind auf privat gestellt oder gelöscht und deine Kontaktliste platzt aus allen Nähten? Jetzt kann es losgehen! Bevor du aber den Bewerbungsprozess startest, solltest du deinen Internetauftritt noch ein letztes Mal gründlich überprüfen. Halte Ausschau nach Rechtschreibfehlern und ungünstigen Formulierungen und prüfe die Richtigkeit deiner Kontaktdaten. Die angegebenen E-Mailadressen sollten seriös klingen und keine Relikte aus deiner Jugend sein.

Falls du relevante Webseiten, Blogs oder Arbeitsproben hast, kannst du diese gerne in deinen Social Media Profilen verlinken. Ist dein Lebenslauf vollständig? Online kannst du ihn ruhig noch etwas ausführlicher gestalten und mehrere Stationen einbinden. Das könnte beispielsweise Auslandserfahrung, die Ausübung eines Ehrenamtes oder ein besonderes Hobby sein, das es nicht in deine schriftliche Bewerbung geschafft hat.  

Fazit

Social Media wird immer wichtiger und ist auch in der Arbeitswelt unumgänglich. Gerade für Berufe wie den Social Media Manager gehört die Onlinepräsenz zu einer guten Bewerbung dazu. Hier lohnt es sich auch, die Links zu den jeweiligen Profilen oder Seiten im Anschreiben anzugeben oder direkt eine Social-Media-Bewerbung zu verschicken. Doch auch in anderen Branchen kann dir ein professioneller Auftritt in den sozialen Netzwerken einen Vorteil verschaffen.

Du hast keine Lust auf Facebook, Instagram und Twitter? Dann musst du dich dort natürlich nicht zwangsweise anmelden. Vielleicht sind diese Netzwerke für deine Branche sowieso vollkommen irrelevant. Xing und LinkedIn dagegen lohnen sich jedoch tatsächlich für die meisten.

Egal, wo du im Internet unterwegs bist – achte auf einen authentischen Auftritt, der nicht gekünstelt wirkt. Personaler wissen, dass du dich auf den meisten Plattformen privat herumtreibst und erwarten deshalb auch nicht unbedingt ein Profilfoto im Anzug oder in einer schicken Bluse. Zeige dich dort deshalb so, wie du bist. 

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