Im Job zählen nicht nur deine Fähigkeiten, sondern vor allem, ob und wie sie wahrgenommen werden. Doch was tun, wenn dein Selbstbewusstsein nicht von hier bis nach Panama reicht? Die gute Nachricht: Du kannst dein Selbstvertrauen stärken, indem du dir bewusst machen, wer du bist und was du kannst.

Bist du selbstsicher?

Kollege M. fällt dir im Meeting ins Wort. Vor versammelter Mannschaft fragt er dich, wie du denn bitte auf einen so weit hergeholten Lösungsansatz kommst.

Szenario 1: Du erklärst ihm ruhig und gelassen, warum du dich nach einiger Recherchearbeit und Gesprächen mit Experten des Fachs für diese Vorgehensweise entschieden hast. Und warum naheliegendere Ansätze in diesem Fall nicht das gewünschte Ergebnis hätten. Die Personen im Meeting-Raum, auch Kollege M., sind überzeugt und nicken beifällig.

Szenario 2: Du schrumpfst auf deinem Stuhl, wirst etwas rot im Gesicht und stammelst: „Naja, ich habe genau recherchiert und alles andere hätte nicht den gewünschten Erfolg.“ Kollege M. präsentiert über deine leiser werdende Stimme hinweg seine eigene Idee, die von den anderen begeistert aufgegriffen wird.

In welchem Szenario entdeckst du dich selbst? Wenn du dich eher in dich selbst zurückziehst, einschüchtern lässt oder persönlich angegriffen fühlst, wie in Szenario 2, dann wird es Zeit, dein Selbstbewusstsein zu stärken.

Warum brauchen wir mehr Selbstvertrauen?

Adolph Freiherr von Knigge fasste sehr gut zusammen, weshalb wir auf uns selbst setzen sollen:

Achte dich selbst, wenn du willst, dass andere dich achten sollen!

Wenn du weißt, wer du bist und was du wert bist, bist du mit dir selbst zufriedener. Stressige Situationen und Konflikte nimmst du dadurch deutlich gelassener hin. Diese Ruhe und Zufriedenheit strahlst du auch auf andere Leute aus – die sich davon direkt angezogen fühlen.

Wer selbstbewusst ist, vertritt auch im Beruf seine Standpunkte mit einer natürlichen Autorität und wird entsprechend wahrgenommen. In unserem ersten Szenario erklärst du deinem Kollegen M. ganz gelassen die Gründe für deinen Lösungsansatz – und überzeugst die Meeting-Teilnehmer. Warum? Natürlich muss die Darlegung Hand und Fuß haben. Aber auch durch deine eigene aufrechte Haltung und deine sichere Stimme hören anderen Teilnehmer zu und nehmen dich ernst.

Beruflicher Erfolg hängt also auch vom eigenen Selbstbewusstsein ab. Denn die / der Selbstbewusste wird stärker wahrgenommen. Und wer auf seine eigenen Fähigkeiten vertraut, dem vertrauen die anderen ebenfalls mehr.

Darunter zum Beispiel dein Chef, mit dem du die Gehaltsverhandlung führst. Oder der Vorgesetzte, der dir ein neues, wichtiges Projekt zur Umsetzung anvertraut …

Selbstvertrauen für Erfolg im Job
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Was ist Selbstbewusstsein eigentlich?

Doch gehen wir noch einmal einen Schritt zurück: Was bedeutet Selbstbewusstsein? Laut Duden ist es „das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt“. Als Synonyme werden Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Selbstgewissheit und Selbstwertgefühl gelistet. Diese Wörter bringen weitere wichtige Aspekte in die Definition ein.

Wir leiten also ab: Selbstbewusst bedeutet

  • sich seiner selbst bewusst zu sein,
  • in sich, seinen Wert und seine Fähigkeiten zu vertrauen,
  • sich selbst einschätzen zu können,
  • die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und
  • sich selbst zu reflektieren.

Natürlich gibt es auch äußerlich einige Anzeichen, die uns annehmen lassen, dass jemand Selbstvertrauen besitzt. Dazu gehören eine offene und gerade Körperhaltung, die Suche nach direktem Blickkontakt sowie eine klare und deutliche Art zu sprechen.

Das kann man doch alles lernen? Ja. Wichtig ist dabei aber, dass du wirklich daran arbeitest, dein Selbstvertrauen grundlegend zu stärken. Denn nur äußerlich selbstbewusst zu sein, bringt langfristig nichts. Sich zu verstellen, raubt Kraft, die du besser direkt in ein gesundes Selbstverständnis investierst.

Übungen zur Stärkung des Selbstvertrauens

Wie du dein Selbstbewusstsein stärkst, verrät dir unsere Karriere-Expertin Carina Karzell von Karriereservice.de.

Folgende Übungen kannst du direkt selbst einmal ausprobieren:

Werde dir deiner Vorteile bewusst!

Gönn dir ein wenig Ruhe und überleg, was du an dir magst und selbst schätzt! Was gefällt dir an deiner eigenen Person? Worauf bist du stolz? Was denkst du, was andere an dir schätzen? Was sind besonders positive Eigenschaften? Nimm nun ein Blatt Papier und einen Stift und schreib mindestens zehn positive Punkte auf. Du wirst sehen, der Start mag schwierig sein, aber mit der Zeit wird es dir leichter fallen, verschiedenste äußerst positive Dinge an deiner Person zu entdecken!

Beruhige dich selbst!

Gerade in stressigen Situationen, Situationen in denen uns unwohl ist, wir unsicher sind oder wir gar an uns zweifeln, fällt es schwer, selbstbewusst aufzutreten und unsere Unsicherheit gar zu überspielen. Das eigene Verhalten in solchen Situationen kannst du aber trainieren, um dich sehr schnell selbst zu beruhigen. Wenn du die ansteigende Anspannung merkst, nimm dir eine halbe Minute Zeit und atme ruhig und gelassen durch. Zähl die Sekunden herunter und starte dann direkt in die Situation. Du wirst merken, dass du nach der selbstauferlegten, kurzen Ruhephase entspannter und vor allem positiver bist.

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