Selbstbewusste Menschen haben es in der Arbeitswelt wesentlich leichter: Sie haben kein Problem damit, auf andere zuzugehen, ihre Stärken in einem Vorstellungsgespräch zu präsentieren und andere zu überzeugen. Ganz klar: Das alles sind Eigenschaften, die nützlich sind, um Karriere zu machen. Und obendrein sorgt die richtige Portion gesundes Selbstbewusstsein auch noch für mehr Zufriedenheit im Leben, denn selbstbewusste Menschen wissen meist ganz genau, was sie wollen. Sie sind sich ihrer Fähigkeiten und Ziele bewusst. Was aber, wenn du alles andere als selbstbewusst bist? Wenn du schüchtern und wenig überzeugt von dir selbst bist? Keine Sorge, denn Selbstbewusstsein kann man trainieren. Wie? Das erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Selbstbewusstsein eigentlich?

Selbstbewusstsein entsteht in unserem Inneren. Wie der Name schon impliziert, bedeutet es, dir deiner selbst bewusst zu sein. Das heißt, du kennst deine eigenen Stärken, weißt diese zu schätzen und hast generell eine positive Einstellung zu dir selbst. Du vertraust auf dich und deine Fähigkeiten und verfügst über mentale Stärke, welche dich auch nach außen hin selbstsicher auftreten lässt. Denkst du allerdings ständig, du seist nicht genug, dann spiegelt sich diese Unsicherheit ebenfalls nach außen. Und damit beginnt eine Art Teufelskreis. Denn deine Gedanken zeigen sich nicht nur in deiner Körperhaltung und deiner Sprache, sondern auch in deinem Verhalten. 

Um selbstbewusster zu werden ist es wichtig, sich selbst gegenüber positive Gedanken zu kultivieren.

Die Menschen in deinem Umfeld formen durch ihre Aussagen und Handlungen nach und nach das Bild, dass du von dir selbst hast. Sie bewerten dein Aussehen, deinen Charakter, geben dir zu verstehen, was ihnen an dir gefällt und was nicht. Dieses Fremdbild beeinflusst natürlich auch dein Selbstbild, wobei es hier keine klar definierte Grenze gibt. Manchmal werden dir gewisse Eigenschaften zugeschrieben, mit denen du dich gar nicht identifizieren kannst. Hier gilt es nun, herauszufinden, wie du dich wirklich siehst, wie du dich selbst wahrnimmst. Kannst du dich so akzeptieren, wie du bist?

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Selbstbewusst oder arrogant?

Ein gesundes Selbstbewusstsein hat nichts mit Selbstüberschätzung, Überheblichkeit oder Arroganz zu tun. Selbstverliebte Menschen findet niemand sympathisch und meist steckt dahinter sowieso mehr Unsicherheit als richtige Überzeugung. Mit Egoismus und Arroganz kommst du auch im Berufsleben nicht weit, zumindest nicht nachhaltig. Deshalb ist es wichtig, zu lernen, sich selbst richtig einzuschätzen und immer wieder zu reflektieren. Ein offener Umgang mit Kollegen und Vorgesetzen ist wichtig, dabei solltest du dennoch immer zu dir stehen, und gleichzeitig die Standpunkte der anderen akzeptieren und respektieren. Wenn du nur auf dich und dein Ego fokussiert bist, hat das nichts mit echtem Selbstbewusstsein zu tun.

Ganz im Gegenteil: Denn Arroganz erschwert die Zusammenarbeit, während Selbstbewusstsein diese erleichtert. Als selbstbewusster Mitarbeiter macht es dir nichts aus, auch mal einen Fehler zuzugeben oder für ein gemeinsames Ziel zu arbeiten. Selbst wenn es mal nicht so gut läuft, lässt du deine Laune nicht an anderen aus, denn du kannst Rückschläge locker einstecken und etwas daraus zu lernen. 

5 Tipps für mehr Selbstbewusstsein

Um im Beruf, aber auch im Leben erfolgreich und zufrieden zu sein, ist ein gesundes Selbstbewusstsein also essenziell. Wie aber trainiert man ein solches nun? Wir haben 5 Tipps, mit denen dir das gelingt.

#1: Lerne deine Stärken und Schwächen kennen

Wenn du weißt, was du kannst und worin du gut bist, hast du in diesem Bereich automatisch mehr Vertrauen zu dir selbst. Oft fokussieren wir uns so stark auf die negativen Eigenschaften, die wir haben, dass wir die positiven überhaupt nicht wahrnehmen. Das hat mit der Evolution zu tun, da wir Menschen gelernt haben, stets auf der Hut vor Bedrohungen zu sein, damit wir überleben können.

Auch wenn wir heute nicht mehr mit denselben Gefahren konfrontiert werden wie früher, so kreisen unsere Gedanken dennoch immer noch liebend gerne um die Probleme, die wir haben. Um selbstbewusster zu werden ist es jedoch wichtig, sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren und diese in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei können dir beispielsweise Freunde und Verwandte helfen, die dich sehr gut kennen.

Tipp der Redaktion:

6 Schritte, um deine Stärken zu finden und im Beruf zu nutzen

Allerdings solltest du dabei auch deine negativen Eigenschaften nicht außer Acht lassen. Denn auch diese gehören zu dir und um wirklich selbstbewusst zu sein, musst du sie ebenfalls gut kennen. Sei dir deiner Schwächen also ebenfalls bewusst, lege aber keinen Fokus auf sie, sondern versuche, sie zu akzeptieren und wenn nötig auch an ihnen zu arbeiten. Dadurch arbeitest du gleichzeitig auch an deiner Kritikfähigkeit, denn du weißt genau, wer du bist, und hast keine Angst davor, wenn dich jemand auf deine Schwächen anspricht. 

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#2: Umgib dich mit den richtigen Menschen

Unser Umfeld hat einen enormen Einfluss auf uns und damit auch auf unser Selbstbewusstsein. Deshalb solltest du dir ganz klar darüber sein, welche Menschen du in deinem Leben haben möchtest. Wer zieht dich runter, wer baut dich auf? Wer inspiriert dich, wer hält dich klein? Manchmal muss sich unser Umfeld ändern, sobald wir uns selbst auch verändern. Wichtig ist, dass du dich mit Menschen umgibst, die dir guttun. Denn das tut auch deinem Selbstvertrauen gut. Diese Menschen unterstützen dich, stehen hinter dir und lassen dich wissen, wie toll du bist, während andere dein mangelndes Selbstbewusstsein mit ihren ständigen Nörgeleien an dir nur noch verstärken. 

Natürlich können wir uns in der Arbeit unsere Kollegen meist nicht aussuchen und auch diese haben selbstverständlich einen großen Einfluss, da wir sie jeden Tag sehen. Solltest du Kollegen haben, die dich runterziehen, überlege dir, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, das Team zu wechseln. Manchmal ist sogar ein Jobwechsel die beste Lösung. Falls es in der Arbeit unvermeidbar ist, mit negativen Menschen in Kontakt zu kommen, dann ist es umso wichtiger, dir in deinem privaten Umfeld Menschen zu suchen, bei denen du dich wohl fühlst, die dieselben Leidenschaften teilen wie du und auf die du dich verlassen kannst. Und ganz wichtig: Sei selbst auch so ein Mensch. 

#3: Nimm Komplimente an

Kennst du das? Jemand macht dir ein Kompliment und anstatt es anzunehmen, gibst du lieber eines zurück. Vielleicht nimmst du es gar nicht ernst und überlegst sogar, was der andere mit seiner Aussage bei dir erreichen will. Anstatt dich mit diesen Gedanken aufzuhalten, solltest du dich viel eher einfach darüber freuen. Nimm Komplimente an und weise sie nicht einfach so von dir. Höre dir genau an, was andere Positives über dich zu berichten haben und versuche, dich selbst auch so zu sehen wie diese Menschen.

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#4: Lerne, mit Kritik umzugehen

Im Berufsleben stoßen wir alle ab und zu auf Kritik – sei es vom Chef, von Kollegen oder von Kunden. Natürlich willst du selbstbewusst und schlagfertig darauf reagieren, dies hat allerdings nichts mit Rechtfertigungen zu tun. Selbstbewusste Menschen nehmen konstruktive Kritik ernst und setzen sich damit auseinander. Sie versuchen, etwas aus der Situation zu lernen, anstatt den Kritiker anzugreifen, denn sie wissen, dass dieser derartige Dinge nicht aus Boshaftigkeit sagt. Konstruktive Kritik kann dir außerdem dabei helfen, dich selbst besser einzuschätzen. Wie genau du lernst mit Kritik umzugehen, kannst du hier nachlesen: Der richtige Umgang mit Kritik: Dos and Don´ts

#5: Stehe zu dir und deiner Meinung

Natürlich willst du gut in deinem Job sein und am liebsten würdest du es jedem recht machen. Doch das ist nicht immer möglich, ohne sich dabei komplett zu verstellen. Wenn du dein Selbstvertrauen stärken möchtest ist es wichtig, dass du zu dir und deiner eigenen Meinung stehst und diese nicht sofort änderst, sobald jemand, den du beeindrucken möchtest, eine andere hat. Meinungsverschiedenheiten können selbstverständlich immer auch zu Konflikten führen, doch das musst du in Kauf nehmen. Konflikte müssen außerdem nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Oft tragen sie sogar zu unserer Weiterentwicklung bei.

Ein weiterer Nachteil davon, es allen recht machen zu wollen: Du hast vermutlich ein Problem damit, auch mal „Nein“ zu sagen. Das kann schnell dazu führen, dass du viel mehr Aufgaben auf dem Tisch hast, als du abarbeiten kannst. Deshalb ist es im Job wichtig, Grenzen zu setzen. Wie du das lernst, kannst du in diesem Beitrag nachlesen: Grenzen setzen im Beruf: So lernst du, Nein zu sagen

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Fazit

Sowohl Erfolg als auch die allgemeine Zufriedenheit sind eng mit einem gesunden Selbstbewusstsein verknüpft. Allerdings sollte man dieses nicht mit Arroganz und Überheblichkeit verwechseln. Insbesondere Berufsanfänger haben oftmals mit ihrem Selbstvertrauen zu kämpfen, möchten aber unbedingt beweisen, dass sie richtig für den Job sind. Um die oben genannten Tipps umzusetzen und ein starkes Selbstbewusstsein aufzubauen, ist es wichtig, sich immer wieder Herausforderungen zu stellen und dabei über sich hinauszuwachsen. Versuche also nicht, dich in einem Meeting zu verstecken oder schwierigen Gesprächen aus dem Weg zu gehen. Übernimm freiwillig eine Präsentation oder ein neues Projekt, das dich fordert. Denn je mehr du diese Situationen im Job trainierst, desto größer wird dein Selbstvertrauen. Und irgendwann werden deine Kollegen sich fragen, wie man es schafft, so eine selbstbewusste Person zu werden, wie du sie bist. 

 

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