Als Pharmareferent lässt sich gutes Geld verdienen, das weiß wohl jeder. Doch was muss ich mitbringen, um langfristig erfolgreich in der Pharmabranche zu sein? Und wie gelingt der Einstieg?

Dem Beruf des Pharmaberaters haftet immer noch ein etwas angestaubtes Image an: Manch einer denkt da sofort an lästige Vertreter, viel Reisetätigkeit und provisionsbasierte Bezahlung. Doch in der Realität sind Pharmareferenten heutzutage fachliche Berater auf höchstem Niveau, die ihre Kundschaft – zu der Ärzte, Heilpraktiker und auch Apotheker zählen – umfassend und professionell informieren, aber natürlich auch etwas verkaufen wollen.

Was macht ein Pharmaberater?

Fakt ist, dass Pharmareferenten in der Regel im Außendienst zuhause sind. Angestellt sind sie als Kundenberater in der pharmazeutischen Industrie. Sie reisen zu Arztpraxen, Kliniken und Apotheken, um neue Produkte ihrer Firma oder Vertragspartner vorzustellen. Ziel ist natürlich ein Vertragsabschluss; deshalb versteht es sich von selbst, dass du als Pharmaberater gerne und gut vor anderen Menschen sprechen kannst und ein gewisses Überzeugungstalent hast.

Du musst aber auch über unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten sowie die Wirkung eines Stoffes im menschlichen Körper Bescheid wissen. Zudem dokumentierst du Erfahrungen und Beobachtungen der Ärzte und Apotheker, beispielsweise zu Medikamenten und deren Verträglichkeit. Diese gibst du wiederum an deinen Auftraggeber weiter.

In diesem Job

  • bist du also viel im Außendienst unterwegs,
  • sprichst und berätst viel, 
  • musst deine Produkte sehr gut kennen und medizinisches bzw. pharmazeutisches Fachwissen  besitzen, 
  • und du solltest überzeugen können.

Doch nicht nur Reise- und klassische Vertriebstätigkeit zählen zu deinen Aufgaben. Es kann auch sein, dass du Vorträge vorbereiten und diese dann auf wichtigen Symposien halten darfst. Öffentlichkeitsarbeit kann durchaus auch ein Teil deines Arbeitsportfolios sein.

Auf jeden Fall ist es wichtig, dass du gerne mit Menschen zu tun hast, keine Scheu vor Präsentationen zeigst und mit Vorliebe unterwegs bist.

Pharmareferent
Bildquelle: www.istockphoto.com / Jovanmandic

Wie wird man Pharmareferent?

Doch kann man überhaupt als Quereinsteiger Pharmareferent werden? Ja, im Prinzip ist sogar jeder Pharmareferent Quereinsteiger: Denn es gibt für diesen Beruf keine geregelte Ausbildung.

Die Absolventen bestimmter Studienfächer besitzen in Deutschland sogar durch ihren Universitätsabschluss die Berechtigung, als Pharmaberater tätig zu sein. Dazu gehören die Studiengänge

  • Biologie,
  • Pharmazie,
  • Human- und Veterinärmedizin sowie
  • Chemie.

Doch auch wer einen mittleren Bildungsabschluss mitbringt, anschließend eine Ausbildung als MTA, PTA oder CTA gemacht hat und mehrere Jahre Berufserfahrung vorweisen kann, darf in die Pharmabranche als Berater wechseln.

Zudem gibt es die Möglichkeit, eine dreimonatige Weiterbildung in Vollzeit zum geprüften Pharmareferenten bei einem Bildungsinstitut zu absolvieren. Die offizielle Abschlussprüfung wird dann bei der IHK abgelegt. Das ist auch für all diejenigen möglich, die einen mittleren Bildungsabschluss und eine abgeschlossene Lehre in einem gesundheitsmarktrelevanten Beruf sowie mehrere Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Generell ist jedoch die Fortbildung zum IHK-geprüften Pharmareferenten auch für Studienabsolventen eine gute Basis. Man lernt dort auch Vertriebswissen und Gesprächstaktiken, die sehr hilfreich für den späteren Beruf sein können.

Hast du ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Studium begonnen, konntest es aber nicht abschließen, könnte der Lehrgang zum Pharmareferenten ebenfalls eine Chance für dich sein, beruflich Fuß zu fassen. Dieser Weg ist eben auch für Studienabbrecher eine interessante Variante.

Was verdient ein Pharmareferent?

Man kann mit diesem Quereinstieg durchaus sehr gutes Geld verdienen. Die Pharmabranche boomt seit Jahren; und da die Konkurrenz groß ist, kommt der Überzeugungsarbeit von Pharmareferenten quasi an der Basis eine große Bedeutung zu.

In Deutschland verdient ein Pharmareferent im Durchschnitt knapp 70.000 Euro Jahresgehalt. Natürlich steigst du zu Berufsbeginn etwas niedriger ein, doch es sind auch durchaus weit höhere Verdienstmöglichkeiten drin, wenn du in einer entsprechenden Position bei einem namhaften Arbeitgeber tätig bist. Mehr Details zu den unterschiedlichen Gehältern eines Pharmareferenten in den einzelnen Bundesländern findest du hier.

Du suchst andere Jobs, in denen man als Quereinsteiger gute Chancen hat? In diesem Artikel findest du einen guten Überblick, in welchen weiteren Branchen man den Seiteneinstieg wagen kann.

Fazit

Die Pharmabranche ist ein sehr lebendiges, agiles Geschäftsfeld. In ihr werden Milliardenumsätze getätigt; bei Medikamentenzulassungen und -verträgen geht es um hohe Summen. Der Pharmareferent dient hier als Bindeglied zwischen den Ärzten und Apothekern, also der Kundschaft, und der Pharmaindustrie. Das Berufsbild ist für den Quereinstieg gemacht: Man muss hierfür vielseitige Fähigkeiten mitbringen. Unter anderem sind medizinisches bzw. pharmazeutisches Wissen, Überzeugungskunst, Rhetorik und Vertriebskenntnisse gefragt. Je nach deiner Vorbildung kannst du direkt als Pharmaberater einsteigen oder aber nach dem Absolvieren einer dreimonatigen Weiterbildung zum Pharmareferenten inklusive Abschlussprüfung. Potenzielle Arbeitgeber, bei denen du dich bewerben kannst, sind Arzneimittelhersteller oder Medikamenten-Vertriebsfirmen. Das Gehalt in diesem Berufszweig ist durchaus attraktiv.


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