Du willst oder musst dich beruflich neu orientieren? Consultant bzw. Unternehmensberater ist ein Job, der sich sehr gut für den Quereinstieg eignet. In diesem Berufsfeld sind viele Fachleute aus verschiedenen Branchen und mit unterschiedlichen Werdegängen tätig: BWLer, Geisteswissenschaftler, Informatiker, Psychologen, aber auch Ingenieure sowie Absolventen anderer technischer Studienrichtungen. In der Regel bringen die meisten Berater eine akademische Ausbildung mit und spezialisieren sich entsprechend auf ein bestimmtes Consulting-Thema.

Was macht ein Unternehmensberater?

Seine Dienstleistung ist die Beratung: Der Consultant kommt immer dann zum Zug, wenn intern niemand mehr weiter weiß und man sich vom „Blick von außen“ Rettung verspricht. Das Management erhofft sich in der Regel sehr viel von seinem Einsatz, vor allem natürlich: Kosteneinsparung und perfekte Marktpositionierung. Im Gegenzug ruft der Besuch eines Consultants bei den Mitarbeitern einer Firma nicht unbedingt Jubelstürme hervor. Denn oftmals ist das doch der, der unsere Jobs wegrationalisiert, oder?

Extern oder intern

Ein Consultant bietet Beratung als bezahlte Dienstleistung an. Dieser kann entweder als externer Berater von außen in ein Unternehmen geholt werden. In diesem Fall ist er bei einer Beratungsfirma angestellt und berät in dieser Funktion seine Kunden aus den verschiedensten Branchen. Namhafte Vertreter dieser Consulting-Firmen sind aktuell KPMG, PricewaterhouseCoopers (PWC), EY (Ernst & Young) und Deloitte. Daneben gibt es natürlich auch noch jede Menge kleinerer Beratungsunternehmen.

Oder aber du bist als Consultant innerhalb eines größeren Unternehmens tätig, dann in der firmeneigenen Beratungs- oder Strategieabteilung. Diese Funktion nennt man dann interner Berater bzw. Inhouse Consultant, und du bist direkt bei der Firma angestellt.

Da es eine klassische Berufsausbildung zum Unternehmensberater gar nicht gibt, sind quasi alle Consultants irgendwie Quereinsteiger. Traditionell finden sich aber besonders viele Wirtschaftswissenschaftler in diesem Berufssegment; doch gut 50 Prozent der Consultants bei großen Beratungsfirmen bringen tatsächlich einen anderen Ausbildungs-Background mit.

Beratung
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Aufgabenbereiche im Consulting

Ein Consultant berät ein Unternehmen bezüglich seiner zukünftigen Operationen und Strategien. Das kann nur einzelne Abteilungen betreffen, deren Prozesse optimiert werden sollen, oder aber eine Firma möchte sich grundlegend verändern. Die Königsdisziplin des Consultings ist die Strategie- bzw. und Management-Beratung. Wohin will die Firma? In welchen Märkten sieht sie sich in fünf Jahren? Welche Ausrichtung plant sie? Wie groß will die Firma sein bzw. welchen Wachstumskurs strebt sie an? Um Antworten auf solch grundlegende, die Unternehmenscharakteristik entscheidend prägende Fragestellungen zu finden, zieht man heutzutage einen Fachmann in Form eines Consultants zurate.

In der Praxis entdeckt man, dass die Unternehmensberatung ein weites Feld ist. Und ein sehr diverses noch dazu: Kunden, die die Dienstleistung Unternehmensberatung in Anspruch nehmen, können Firmen ganz unterschiedlicher Größe und aller Branchen sein. Das reicht vom mittelständischen Handwerksbetrieb, der seine interne IT-Struktur ausbauen möchte, bis hin zum börsennotierten DAX-Unternehmen, dessen Finanzmanagement kompetenter Beratungsleistung bedarf. Je nachdem, in welchem Segment du als Berater tätig sein willst, unterscheiden sich auch dein Arbeitsalltag und dein Aufgabenfeld.

Die wichtigsten Consulting-Themenfelder sind:

  • IT-Beratung
  • Digitalisierung
  • Datenschutz
  • Finanzmanagement
  • Produktion
  • Marketing
  • Personalberatung
  • Strategie/Unternehmensführung
  • Rechtsberatung
  • Home-Office
  • Logistik: Lieferketten und Gütermanagement

Prozesse planen

Am Beginn einer Beratungstätigkeit steht in der Regel eine konkrete Fragestellung eines Unternehmens bzw. eines externen Kunden. Um Antworten auf diese Frage zu finden, musst du zunächst die Strukturen, Prozesse und Arbeitsabläufe in der Firma bzw. in verschiedenen Abteilungen genau beleuchten. Du machst eine sogenannte Ist-Analyse. Dafür bist du für einige Wochen in der betreffenden Firma, sammelst Daten und Informationen und wertest diese anschließend aus. Jetzt geht es los: Auf Basis dieser gewonnenen Erkenntnis entwickelst du Strategien und schlägst konkrete Maßnahmen vor, um die vom Kunden anvisierten Ziele zu erreichen. Dabei stellst du bisherige Routinen auf den Prüfstand und zeigst mögliche Alternativen mit entsprechenden Konsequenzen auf.

Beruf mit Verantwortung

Eines wird jetzt schon klar: Dieser Job bringt eine große Portion Verantwortung mit sich. Umgekehrt muss das Vertrauen in dich sehr hoch sein. Schließlich soll deine fachliche Expertise als Entscheidungsgrundlage dienen, wenn das Management eines Unternehmens die künftigen Schritte plant.

Welche Produktsparte ist zukunftsfähig? Welche Abteilungen sollten aus finanziellen Gründen geschlossen werden? Wo muss ich mehr Personal aufbauen? Welche Managementebene ist überflüssig? Schon allein an diesen wenigen Fragestellungen wird deutlich, dass du dich als Berater zum einen weit aus dem Fenster lehnen musst und zum anderen oft auf dünnem Eis bewegst. Denn nicht zwangsläufig ist es so, dass alle deine Erkenntnisse, die du im Laufe eines Beratungsprozesses gewinnen wirst, deinem Kunden zwingend gefallen werden. Es können durchaus schmerzhafte Empfehlungen dabei sein, wie Personalabbau oder die Abschaffung einer Produktlinie. Dann ist es deine Aufgabe, diese dem Kunden so zu verkaufen, dass er nachvollziehen kann, warum unpopuläre Maßnahmen zum langfristigen Ziel eines erfolgreichen Unternehmens führen.

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Consultant = Quereinsteiger?

Das solltest du mitbringen

Einen speziellen Studiengang, der dich direkt zum Consultant macht, gibt es in Deutschland nicht. Vorausgesetzt wird in der Regel auf jeden Fall ein Studienabschluss, doch hier ist die Fachrichtung nicht zwingend vorgeschrieben. Wer Wirtschaftswissenschaften studiert, bekommt jede Menge wertvolles Wissen bzgl. Unternehmensführung generell und natürlich betriebswirtschaftliches Know-how mit. Das ist bereits eine gute Basis für diese spätere Tätigkeit.

Doch gerade im Consulting-Bereich finden sich Experten aus den verschiedensten Fachrichtungen und Branchen. Hier tummeln sich Juristen, promovierte Physiker, Informatiker, Psychologen aber auch Absolventen von naturwissenschaftlichen Disziplinen. Deshalb eignet sich dieses Berufsfeld auch so gut für einen späteren Quereinstieg. Viele Unternehmensberatung schätzen es zudem, wenn Bewerber eine ordentliche Portion Berufserfahrung mitbringen. Kennst du das Wirtschaftsleben aus erster Hand, hast du damit sicherlich einen Vorteil vor Studienabsolventen, die bislang doch eher in der grauen Theorie zuhause waren.

Auf was du dich allerdings einstellen solltest in der Consultingbranche ist ein harter Wettbewerb, auch unter Kollegen. Die Konkurrenz ist groß und gerade bekannte Consultingfirmen ähneln einem Haifischbecken. Hier geht es in den ersten Jahren nach der Devise „Up-or-Out“: Wer nach ein paar Jahren als Junior Consultant nicht zum Senior Consultant aufgestiegen ist, muss das Unternehmen verlassen.

Es gibt mittlerweile jedoch auch weiterführende Studiengänge im Bereich der Unternehmensberatung. Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, um sich in diesem Berufsfeld zu positionieren. Voraussetzung dafür ist in der Regel, dass man bereits einen Bachelor einer anderweitigen Fachrichtung vorzuweisen hat. Beispiele dieser weiterführenden Masterstudiengänge sind:

  • Business Coaching und Change Management
  • (International) Business Consulting
  • Management Consulting
  • Counseling (psychologisch-therapeutische Beratungsform, die eher in der Persönlichkeitsentwicklung zu verorten ist)

Soft Skills

Du merkst schon: Wenn die fachliche Qualifikation nicht unbedingt das ausschlaggebende Kriterium für den Beruf des Consultants ist, dürften wohl die Soft Skills entscheidend sein. Und tatsächlich machen einen guten Berater vor allem bestimmte Charaktereigenschaften bzw. Fähigkeiten aus. Und die kannst du als Quereinsteiger ja genauso gut mitbringen. Dazu zählen:

Durchsetzungsvermögen: Bist du als externer Berater unterwegs, kommst du sozusagen als „Fremder“ in eine Firma, um die internen Strukturen zu durchleuchten und auch zu bewerten. Dabei wirst du von den Mitarbeitern nicht immer mit offenen Armen empfangen werden. Damit solltest du umgehen können. Du darfst nicht allzu empfindlich sein und musst deinen Weg gehen. Das heißt auch, dass du dir Zugang zu den für dich wichtigen Informationen verschaffen musst, solange du dafür den Segen von der Unternehmensleitung hast.

Analytisches Denken: Du musst keine höhere Mathematik studiert haben, aber eines solltest du mitbringen: die Fähigkeit zu analytischem und abstraktem Denken. Als Berater wirst du viel mit Zahlen jonglieren müssen. Außerdem musst du den Arbeitsalltag und die Abläufe in Unternehmen in Prozesse und Strukturen übersetzen können.

Kommunikationsgeschick: Ein Großteil deiner Aufgaben ist das Präsentieren von Ergebnissen. Es sollte dir also liegen, Präsentationen zu halten. Generell musst du gerne und auch überzeugend vor vielen Menschen sprechen können. Tipps und Tricks, wie das freie Reden vor Publikum gelingt, findest du zum Beispiel hier.

Teamgeist: Traditionell ist Consulting Teamarbeit. In der Regel erfolgt die Beratung eines Unternehmens immer gemeinsam. Du solltest deshalb in einer Gruppe arbeiten können. Das heißt, du bist dazu in der Lage, dich durchzusetzen, kannst aber auch andere Meinungen gelten lassen. Generell ist dir das Motto „gemeinsam stark“ nicht fremd.

Mut: Aufgaben mit großer Verantwortung machen dir keine Angst, sondern wecken deinen Kampfgeist. Du siehst große Verantwortung als Herausforderung. Sie spornt dich an. Denn schließlich willst du auf deiner Karriereleiter vorankommen.

Flexibilität ist dein zweiter Vorname. Gerade wenn du als externer Berater tätig bist, wechselst du zwischen Branchen und sehr verschiedenen Unternehmenstypen hin und her. Du musst deshalb flexibel sein. Viele Dienstreisen könnten ebenfalls zu deinem Arbeitsalltag zählen. Zudem darfst du nie vergessen, dass du Dienstleister bist: Deine Aufgabe ist es, im Sinne des Auftraggebers zu denken und zu agieren. Persönliche Ansichten und Meinungen müssen da auch mal zurückstehen.

Geld ist meine Welt: Beim Thema soziale Marktwirtschaft ist dir die Marktwirtschaft ein bisschen wichtiger als das Soziale. Natürlich ist es ein böses Vorurteil, dass alle Unternehmensberater skrupellose und seelenlose Zahlenhengste sind. Doch Fakt ist: Unternehmer und Manager wollen von dir, dass ihr Betrieb in erster Linie rentabel und wirtschaftlich ist, und zwar langfristig. Der soziale Aspekt gerät da oft ins Hintertreffen. Du solltest kein Problem damit haben, Empfehlungen auszusprechen, aufgrund derer vielleicht einige Angestellte ihren Job verlieren werden. So etwas gehört auch zu deinem Geschäft.

Unternehmensberatung
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Wertvolle Zusatzqualifikationen

Wenn du als Berater erfolgreich einsteigen willst, solltest du auf jeden Fall Fremdsprachenkenntnisse mitbringen. Fließendes Englisch ist Grundvoraussetzung. In der Regel werden weitere gute bis sehr gute Kenntnisse in einer oder zwei weiteren Sprachen (beispielsweise Spanisch und Französisch) erwartet.

Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn du während deines Studiums möglichst viel praktische Erfahrung in Unternehmen gesammelt hast, zum Beispiel in Form von Praktika oder Werkstudententätigkeiten. Denn dadurch konntest du bereits wertvolle Einblicke in Unternehmensstrukturen gewinnen. Wie du dich auf eine Werkstudentenstelle bewirbst, erfährst du hier.

Was verdient man als Consultant?

Das Gehalt, das dir in dieser Branche winkt, kann sich durchaus sehen lassen. Bereits Junior Consultants können als Berufseinsteiger mit einem Jahresgehalt zwischen ca. 40.000 und 60.000 Euro Jahresgehalt rechnen. Dieses Gehalt umfasst Festgehalt, erfolgsabhängige Bezüge sowie Nebenleistungen – wie in der Branche üblich. Später kann dein Gehalt als Senior Consultant aber noch ordentlich wachsen. Je nach Beraterfirma und Können liegen da durchaus Spitzengehälter im Bereich des Möglichen.

Fazit

Wer als Consultant erfolgreich sein will, muss vor allem bestimmte Softskills mitbringen und sich im Wirtschaftsbusiness wohlfühlen. Insbesondere Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Kommunikationsstärke sind wichtige Eigenschaften, um in diesem Job durchstarten zu können. Als Quereinsteiger hat man hier durchaus gute Chancen, da keine bestimmte Ausbildung vorgeschrieben ist. Es erwartet dich dann auf jeden Fall ein spannendes Berufsumfeld: Du wirst in wechselnden Branchen tätig und maßgeblich an richtungsweisenden Entscheidungen beteiligt sein. Die dir übertragene Verantwortung ist dabei relativ groß. Dafür lässt sich in der Unternehmensberatung aber auch wirklich gutes Geld verdienen.


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