Ein großes berufliches Netzwerk kann ein 1-A-Karriere-Booster sein. Darum heißt es: Wer Erfolg haben will, muss „netzwerken“! Doch munter Kontakte knüpfen, während uns die Corona-Pandemie im Griff hat? Ja, das geht! Wenn auch Networking in Corona-Zeiten ein bisschen anders funktioniert als bisher gewohnt.

Du hast eine Top-Ausbildung, erste Berufserfahrung und jetzt könnte der Lift in die oberen Etagen der Geschäftswelt eigentlich mal mit dir an Bord durchstarten? Was dir dafür die noch fehlende Schubkraft geben kann, ist ein qualitativ hochwertiges Netzwerk. Doch was heißt eigentlich „netzwerken“ genau?

Wer „netzwerkt“, beginnt ganz bewusst Kontakte in der Businesswelt zu knüpfen, die ihm hilfreich sein können. Du suchst also proaktiv spannende Beziehungen, baust diese auf und pflegst sie beständig durch Kommunikation und Informationsaustausch.

Sich ein Netzwerk aufzubauen, ist eine Lebensaufgabe, und kein Hobby für einen Monat. Dabei gilt: Netzwerken muss Spaß machen! Wer sich nur aus Pflichtbewusstsein oder Karrieregeilheit mit mieser Laune auf diverse Branchenstammtische schleppt, wird davon wenig Nutzen haben. Denn wichtig ist schließlich, dass du positiv auftrittst und einen guten Eindruck hinterlässt.

Im Idealfall funktioniert ein lebendiges Netzwerk dann irgendwann nach dem Prinzip:

„Ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der wieder jemanden kennt, der dir in dieser Sache weiterhilft“.

Dann kann ein Netzwerk extrem wertvoll sein, sowohl für die eigene Karriereplanung als auch generell im Berufsleben. Denn jeder bringt neue Ansichten, weitere Bekannte, innovatives Wissen, womöglich Aufträge und spannende Marktbeobachtungen mit. Und vielleicht winkt auch dir dann einmal dank eines ordentlichen Schusses Vitamin B die ersehnte Beförderung bzw. eine tolle Position bei deinem Wunsch-Arbeitgeber.

Denke jedoch daran, dass es viel Zeit bedarf, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen. Denn du kannst nicht beim ersten Smalltalk mit einem interessanten Gesprächspartner gleich nach einem neuen Job für dich fragen. Das wirkt unverschämt und berechnend.

Auch wichtig: Das beste Netzwerk ist nicht zwingend das mit den meisten Kontakten. Es kommt darauf an, wie wertvoll die Kontakte für dich sein können und wie gut die Beziehungen dahinter sind. Sprich, du musst deine Kontakte auch langfristig pflegen.

Karrierenetzwerk
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Kontaktlos netzwerken?

Heute gibt es zwei Ebenen, auf denen das Knüpfen von Kontakten stattfindet:

  • das persönliche, direkte Kennenlernen vor Ort,
  • und die sozialen Medien.

Aufgrund der aktuellen Situation durch Corona sind wir momentan jedoch eher vorsichtig und zurückhaltend, was das Treffen mit vielen Leuten angeht. Klassische Networking-Events wie

  • lokale Business-Stammtische,
  • Lunch-Dates,
  • Messen und Großevents,
  • Vortragsreihen,
  • Branchen- oder auch firmeninterne Partys sowie
  • Veranstaltungen von Fachverbändern

finden so gut wie nicht statt bzw. werden als Online-Versionen organisiert. Schlechtes Timing für deinen Start ins Netzwerk-Leben? Nicht unbedingt. Denn was momentan eben nicht live und vor Ort geht, wird einfach ins Digitale verlegt. Sehr schüchterne Menschen und all diejenigen, denen Smalltalk und Shake-hands-Veranstaltungen im wahren Leben sowieso nicht so liegen, könnten davon sogar profitieren. Ihnen fällt die digitale Kontaktaufnahme womöglich leichter.

Online statt offline

Auch wenn laut Umfragen über 2/3 der deutschen Arbeitnehmer den direkten persönlichen Kontakt dem Online-Networking vorziehen, haben wir aktuell leider keine Wahl. Auch nach Monaten hat das Arbeitsleben noch mit großen Einschränkungen zu kämpfen. Viele Arbeitnehmer befinden sich immer noch im Home-Office, zumindest teilweise, sodass sogar der persönliche Kontakt im Büro und im eigenen Unternehmen extrem reduziert ist.

Doch wie knüpft man Kontakte in dieser Zeit?

Ganz einfach: digital.

Die wichtigsten Plattformen

Für das berufliche Netzwerken sind Xing und LinkedIn hierzulande die prominentesten Adressen. Die beiden Social-Media-Kanäle sind quasi dafür gemacht, digital in Kontakt zu treten und so dauerhaft ein großes Netzwerk aufzubauen. Bei einem dieser beiden Kanäle solltest du unbedingt ein Profil besitzen, wenn nicht sogar bei beiden. International gesehen hat LinkedIn eine größere Reichweite.

Wichtig ist jedoch, dort auch aktiv zu sein. Dein hinterlegtes Profil ist nur die Basis; nun musst du tätig werden. Die Plattformen machen es dir dabei leicht, da sie dir immer wieder neue Kontaktvorschläge unterbreiten. Diese Vorschläge orientieren sich an deinem Profil, nehmen also deine Branche, deine Ausbildung, deine bisherigen Arbeitgeber oder Regionalität als Anker. Achte jedoch darauf, nicht blind und ohne persönlichen Bezug eine Unmenge an Kontaktanfragen zu versenden. Überlege dir vorab, mit wem es für dich Sinn macht, sich zu vernetzen, bzw. mit wem du dich auch wirklich verbinden möchtest.

Außerdem gehört es zum guten Ton, bei einer von dir gestellten Kontaktanfrage noch ein paar persönlichen Zeilen hinzuzufügen. Das zeigt, dass dir der Kontakt etwas wert ist.

Sowohl bei Xing als auch bei LinkedIn gibt es außerdem verschiedene Diskussionsforen bzw. Gruppen zu allen möglichen Themen und nach Branchen spezifiziert. Auch hier lässt sich als Teilnehmer wunderbar netzwerken: Es werden Ideen ausgetauscht, man bekommt jede Menge neuen Input, lernt die Unternehmenslandschaft in seinem Bereich besser kennen und knüpft natürlich Bekanntschaften. Oftmals entstehen aus zunächst rein digitalen Kontakten dann irgendwann reale Bekanntschaften, da man nach gewisser Zeit einfach Lust hat, sich persönlich kennenzulernen.

Extrem hilfreich für die Karriere können auch Alumni-Gruppen deiner Hochschule oder deines Fachbereichs sein, wenn du studiert hast. Es gibt sie mittlerweile in großer Zahl online und sie sind oftmals eine sehr wertvolle Kontaktbörse für den Berufsstart und darüber hinaus.

Hinzu kommen Berufsverbände oder Berufsorganisationen in deiner speziellen Branche. Auch sie bieten die Möglichkeit, sich zu vernetzen und Kontakte aufzubauen – oftmals über interne Chatgruppen. Wer auf diesen Kanälen unterwegs ist, hat seine Zielgruppe eng geschnürt und kann sicherlich einige sehr wertvolle Bekanntschaften machen.

Kontakte pflegen und sichtbar sein

Die Chance, die uns die Digitalisierung in Zeiten wie diesen bietet, ist enorm. Gäbe es nicht die Möglichkeit, online in Kontakt zu treten bzw. zu bleiben, wären die Einschränkungen der Pandemie ja kaum zu ertragen. Wichtig ist jedoch online wie auch offline, dass du Kontakte beständig hegst und pflegst. Das heißt, du solltest dich rege austauschen mit deinen Kontakten, in Verbindung bleiben und Interesse zeigen. Das setzt voraus, dass du digital sehr aktiv bist. Sprich, du musst dich in den genannten Foren kontinuierlich bewegen, viel lesen, kommentieren, eigene Statements posten, sichtbar sein. Denn nur so wirst du auch für andere zu einem wertvollen und spannenden Kontakt. 

Es versteht sich von selbst, dass du dein Xing- bzw. LinkedIn-Profil immer aktuell und auf dem neuesten Stand hältst.

Social Media Networking
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Nutze verschiedene Kanäle

Klar ist: Je mehr Kanäle du nutzt und mit Inhalten füllst, desto sichtbarer bist du online. Nichts geht schließlich schneller als Beiträge zu teilen. So kannst du deine letzte Instagram-Story, deinen aktuellen Twitter-Tweet oder deine neue Pinnwand auf Pinterest ganz schnell deinen ausgewählten Kontakten zur Verfügung stellen und sie lernen dich dadurch besser kennen. Denn Kontakte, die länger andauern sollen, entstehen nur dann, wenn man einen persönlichen Eindruck von seinem Gegenüber gewonnen hat.

Events in Corona-Zeiten

Persönlich ist momentan schwierig. Deshalb muss man aber nicht komplett auf Netzwerk-Treffen verzichten. Unter den gegebenen Hygienevorschriften könnten mittlerweile ja durchaus auch schon wieder kleinere Events und sogar Messen stattfinden. Natürlich ist alles irgendwie anders als früher. Doch an viele Dinge, wie zum Beispiel das Fehlen des Händeschüttelns oder aber den größeren Abstand zu Gesprächspartnern, haben wir uns ja fast schon gewöhnt.

Aber auch digital können Events abgehalten werden. Nimm doch einmal an einem Online-Stammtisch deiner Branche teil oder schalte dich zu einer spannenden Fachkonferenz mit anschließender Chat-Möglichkeit dazu. Auch hier kann man interessante Kontakte knüpfen und sein Netzwerk erweitern.

Eine ganz neue Erfahrung sind für viele Digital-Messen. Sicherlich fehlt bei solch einer Veranstaltung das übliche Messe-Feeling, dessen Kern ja bislang das persönliche Kennenlernen, der direkte Austausch und das trubelige „Live-vor-Ort“-Gefühl waren. Trotzdem schaffen es digitale Konferenzen, einen Branchenüberblick zu transportieren, Leute zusammenzubringen und als Informationsbörse zu fungieren. Und: Das schicke Business-Kostüm bzw. der Anzug können im Schrank bleiben, wenn du von zuhause aus an der Messe teilnimmst.

Intern netzwerken

Was viele Arbeitnehmer oft vergessen: Auch firmeninternes Networking ist wichtig. Und da geht ja trotz Corona schon wieder so einiges: Mittagessen mit dem Team, aber auch mal abteilungsübergreifend, sind gute Gelegenheiten, sich auszutauschen und näher kennenzulernen. Nutze auch Angebote wie Betriebssport. Gerade bei sportlichen Aktivitäten lässt es sich gut ins Gespräch kommen, mal ganz abseits vom beruflichen Tagesgeschäft.

In einigen Firmen haben sich in den letzten Monaten Online-Lunches etabliert: Da so viele Kollegen im Home-Office sind und sich die Teams kaum mehr komplett im Büro sehen, ist das auch eine tolle Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben. Generell profitierst du davon, wenn du bei Aktionen deines Teams wie Geburtstagsgeschenken für Kollegen mit von der Partie bist.

Fazit

Auch in Corona-Zeiten muss man ganz und gar nicht auf Networking verzichten. Vieles verlagert sich in die Digitale Welt. Der Nachteil hiervon: Es geht der direkte Austausch und das Persönliche verloren. Doch online zu netzwerken kann gerade für zurückhaltende oder schüchterne Personen auch von Vorteil sein. Auf jeden Fall musst du einiges an Online-Zeit in den Aufbau eines beruflichen Netzwerks investieren. Am besten versuchst du sowohl firmenintern als auch branchenbezogen Kontakte zu knüpfen. Wichtig dabei: Kontakte müssen langfristig gepflegt werden, wenn du von ihnen profitieren willst.


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