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Frauennetzwerke in der Arbeitswelt 2017: Interview mit Melanie Schütze

Cornelia Weidemann 2017/11/27

Netzwerkstudie 2017: Melanie Schütze im Interview

Bildquelle: Alsterloge (N. Paetzold)


 
Gemeinsam mit Melanie Schütze von der Alsterloge haben wir vor Kurzem die Netzwerkstudie 2017 herausgebracht. Darin finden Personalverantwortliche praktische Tipps dazu, wie sie erfolgreich ein Frauennetzwerk in ihren Unternehmen etablieren können. Uns verrät Melanie Schütze, warum ihr Frauennetzwerke am Herzen liegen – und warum ihr eigenes Netzwerken beim Verfassen der Studie eine wichtige Rolle gespielt hat.

Warum ist das Thema “Frauennetzwerke”so wichtig?

Melanie Schütze: Gute Leistung zu erbringen ist natürlich relevant, aber aus meiner Sicht ist Netzwerken das A und O für den beruflichen Erfolg. Und außerdem macht es tierisch Spaß, wenn man den Blick über den eigenen Tellerrand werfen kann. Eigentlich ist netzwerken doch nichts Anderes als ein Austausch mit spannenden Menschen im beruflichen Kontext.

Männer und Frauen netzwerken aus meiner Erfahrung anders. Frauen empfinden den Begriff häufig als abschreckend und denken dabei an eine offensive Visitenkartenschlacht an der Bar, bei der jeder lauthals mit seinen Erfolgen prahlt. Das ist vielen Frauen eher fremd, mir ebenso. Daher bilden reine Frauennetzwerke eine ideale Plattform für weibliches Netzwerken – ganz wie wir es eben mögen!

Seit wann beschäftigst Du Dich damit und was sind Deine hauptsächlichen Erkenntnisse?

M. S.: Ich habe im Jahr 2015 die ALSTERLOGE in Hamburg gegründet, ein branchen- und positionsübergreifendes Netzwerk für junge Frauen. Bald schon hatte ich die ersten Anfragen auf dem Schreibtisch, wie man ein internes Netzwerk zum Beispiel wiederbeleben könne oder wie man die Frauen nachhaltig motivieren kann, sich in ein ebensolches Netzwerk einzubringen. Daraufhin habe ich die Initiatorinnen interner Frauennetzwerke an einen Tisch gebracht, um den offenen Austausch zu ermöglichen. Das ist sehr gut angekommen und seitdem beschäftige ich mich mit dieser Thematik. Spannend ist immer wieder zu sehen, dass kein Netzwerk dem anderen gleicht und sich auch die Beweggründe für die Gründung eines solchen sehr unterscheiden.

Wie war die Herangehensweise an die aktuelle Netzwerkstudie 2017?

M. S.: Für die Netzwerkstudie “Karriere-Booster Netzwerk. Mit Vitamin B zum Erfolg” sind sozusagen zweigleisig gefahren: Auf der einen Seite haben wir eine umfangreiche Online-Befragung erstellt, zu deren Beantwortung wir Männer als auch Frauen eingeladen haben. Dann haben wir uns angeschaut, wo die Unterschiede liegen. Da sind wirklich sehr spannende Ergebnisse herausgekommen.

Zusätzlich haben wir konkrete Handlungsanweisungen entwickelt, die Personalverantwortliche in den verschiedenen Phasen der Gründung eines Netzwerkes unterstützen können.

Diese konkreten Tipps kommen oft von Expertinnen. Hast Du die selbst auch über Frauennetzwerke kennengelernt?

M. S.: Oh ja, der Kontakt zu unseren Expertinnen sind das Ergebnis meiner eigenen Netzwerkarbeit. Die meisten der Damen habe ich über die ALSTERLOGE kennengelernt oder weil sie mir wärmstens empfohlen wurden. Das Schöne daran ist, dass sich jede Einzelne sofort damit einverstanden erklärt hat, persönliche Best Practice und Erfahrungswerte zu teilen.

Wie viele interne Frauennetzwerke gibt es denn insgesamt in Deutschland?

M. S.: Das ist nahezu unmöglich zu beantworten. Wie eingangs erwähnt, gibt es ganz unterschiedliche Frauennetzwerke. Sie unterscheiden sich zum Teil maßgeblich in Größe, Organisationsstruktur, Aufnahmeprozedere, Steuerung und auch in der Zielsetzung.

Ein Verzeichnis gibt es nicht, auch auf Karriereseiten sucht man häufig vergeblich. Meine Erfahrungswerte sind, dass viele Konzerne eines haben, im Mittelstand ist es eher nicht die Regel. Aus meiner Sicht ist noch viel Luft nach oben. Denn richtig implementiert kann ein internes Netzwerk wichtige Impulse für die gesamte Organisation zu setzen – und das nicht nur im Konzern.

Unsere Gesprächspartnerin

Melanie Schütze von der AlsterlogeMelanie Schütze lebt und liebt das Netzwerken. Als Kind der Generation Y strebt sie nach inhaltlichem Mehrwert und Nachhaltigkeit und gibt sich mit dem Status Quo ungern zufrieden. Nach mehrjähriger Erfahrung in renommierten Agenturen setzte sie ihr breites Netzwerk bei der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften ein und machte sich 2014 mit der Agentur Schwarmverhalten selbstständig. 2015 gründete Melanie Schütze das branchen-und positionsübergreifende Netzwerk ALSTERLOGE. Die ALSTERLOGE vernetzt junge und ambitionierte Frauen miteinander, denn das Credo der Initiative ist, sich ein Netzwerk aufzubauen, bevor man es braucht.

 

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