Die Kollegin wird befördert, der Büronachbar bekommt die Leitung für ein prestigereiches Projekt und dann ist da noch der Bonus, den andere einstreichen. Wer neidisch ist, weiß wie nagend dieses Gefühl ist und wie bitter es schmeckt.
Kaum jemand kann behaupten, komplett frei von Neid zu sein. Was uns aber voneinander unterscheidet, ist unser Umgang mit diesem Gefühl. Denn ob es sich als Motor nutzen lässt, um selber voranzukommen oder sich zum Karrierekiller entwickelt, entscheidet jeder Neider selbst.

Neidhammel: aggressiv und destruktiv

„Ich will, was der andere hat – und weil ich es nicht bekomme, mache ich es ihm kaputt“. Wer so denkt, ist auf dem besten Weg, sein Heil in Intrige, Sabotage und Mobbing zu suchen. Damit schaden Sie zwar dem beneideten Kollegen, aber sicher auch sich selbst.
Ebenso schädlich für die eigene Karriere ist es, seinem Unmut beim Chef Luft zu machen, ihm mal ordentlich die Meinung zu sagen oder den bevorzugten Kollegen gar anzuschwärzen. Vergessen Sie nicht: Der Chef war es, der die Entscheidung getroffen hat, den Kollegen zu besonders zu fördern – und damit kritisieren Sie nicht nur den Kollegen, sondern auch die Entscheidung ihres Vorgesetzten.

Neid positiv nutzen

„Einfach nicht neidisch sein“ – das ist sicher keine praktikable Empfehlung. Stattdessen gilt: Empfinden Sie Neid, nehmen Sie ihn zum Anlass, die Situation in Ruhe zu überdenken. Denn das kann ihnen helfen, die eigene Situation und auch die Ziele zu überdenken, die sie sich stecken sollten.
Was möchten Sie erreichen? Dazu gehört auch die Frage: Wollen Sie die neue Aufgabe des Kollegen nur, weil sie sich nicht bekommen haben? Oder sind Sie wirklich interessiert an mehr Verantwortung, Überstunden, Dienstreisen? Wenn dem so ist, dann ist ein Gespräch mit dem Chef angesagt, bei dem es um Erwartungen und Zielvereinbarungen geht. Kommunizieren Sie, dass auch Sie bereit sind für einen nächsten Karriereschritt und besprechen Sie, was dafür notwendig ist.
Natürlich schadet es nicht, sich am bevorzugten Kollegen zu orientieren: Spricht er besser Englisch, ist besonders präsentationssicher oder ein auffällig brillanter Teamplayer? Sind es mit anderen Worten vielleicht besondere Skills, die ihm seine Beförderung eingebracht haben – und nicht eine unfaire Bevorzugung?

Ziel von Neid – was tun?

Ein Aspekt von Neid soll hier nicht unerwähnt bleiben. Was ist ratsam, wenn man selbst von Neid und Anfeindungen betroffen ist, weil man befördert wurde oder die Verantwortung für ein Projekt übertragen bekommen hat? Die kurze Antwort: Kommunizieren Sie offen und etablieren Sie ein gute Feedback-Kultur.