Wo die Liebe hinfällt, sagt man so schön. Nicht selten überfällt sie zwei Menschen unerwartet am Arbeitsplatz. Kein Wunder, immerhin sieht man seine Kollegen jeden Tag und verbringt somit eine beachtliche Anzahl an Stunden zusammen. Genügend Zeit also, sich richtig gut kennenzulernen. Außerdem: Gleich und gleich gesellt sich gern, oder? Sollte sich aus einer kollegialen Freundschaft allerdings plötzlich mehr entwickeln, kann das leider auch einige Probleme mit sich ziehen. Nicht nur hinsichtlich der Zusammenarbeit im Team oder des Klatschs und Tratschs in den Bürogängen – auch rechtlich gibt es Grenzen.

Liebesbeziehung im Büro – Ist das erlaubt?

In wen man sich verliebt, kann man sich nicht aussuchen. Deshalb darf der Arbeitgeber eine Beziehung zwischen zwei Mitarbeitern auch nicht verbieten und etwaige Klauseln im Arbeitsvertrag sind unzulässig. Anders ist das allerdings beispielsweise in den USA, wo es durchaus gängig ist, Liebesbeziehungen am Arbeitsplatz vertraglich zu untersagen. In Deutschland sind die Mitarbeiter jedoch durch das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit geschützt und dürfen demnach frei entscheiden, mit wem sie ausgehen oder eine Beziehung führen möchten. Dennoch sollte das Liebesglück eine private Angelegenheit bleiben und keinesfalls die Arbeit stören. Im Falle einer nachweislichen negativen Beeinträchtigung der Arbeitsleistung kann eine Abmahnung durch den Arbeitgeber erfolgen und im Wiederholungsfall sogar eine fristlose Kündigung. 

Beziehungen zwischen Kollegen auf gleicher Ebene sind arbeitsrechtlich eher unproblematisch. Etwas schwieriger gestaltet sich allerdings eine Beziehung in einem Hierarchieverhältnis, wie beispielsweise zwischen einem Ausbilder und dem Auszubildenden oder dem Chef und einem normalen Angestellten. Hier darf die Führungskraft ihre Stellung selbstverständlich auf keinen Fall ausnutzen und den Liebespartner anderen Mitarbeitern gegenüber bevorzugen oder benachteiligen. Den Arbeitgeber trifft eine besondere Fürsorgepflicht, die er durch arbeitsrechtliche Maßnahmen durchsetzen sollte. Oft versetzen Firmen einen Partner in eine andere Abteilung, um Konflikte zu vermeiden, da die Rangfolge so unter Umständen nicht mehr gegeben ist. Dies ist rechtlich gesehen zulässig, solange der Mitarbeiter eine gleichwertige Position erhält und nicht heruntergestuft wird. 

Tipps, wie die Liebe im Büro gut klappen kann, findest du übrigens in diesem Artikel: Liebe im Büro – unterschiedliche Szenarien und unsre Tipps dafür

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Beziehung geheim halten? Das geht nicht immer

In manchen Fällen darf der Arbeitgeber verlangen, dass er über eine Beziehung zwischen Kollegen informiert wird. Vor allem bei Versicherungen, Banken und generell in streng regulierten Bereichen ist eine Meldepflicht gang und gäbe, da hiermit Konflikte vermieden werden sollen. Hierbei ist es natürlich schwierig, den geeigneten Zeitpunkt zu finden, da die Verliebten anfangs eventuell selbst noch nicht wissen, wohin ihre Liebelei führt. Auch bei der Anstellung selbst sollte mit offenen Karten gespielt werden. 

Erfährt die Führungskraft von einer Beziehung zwischen zwei zusammenarbeitenden Kollegen, so ist sie berechtigt, kleine Änderungen im Arbeitsalltag vorzunehmen. Zum Beispiel, indem sie den Verliebten unterschiedliche Aufgaben zuweist, sie räumlich trennt oder gar versetzt. Dies ist natürlich nur möglich, wenn es arbeitstechnisch keine Verschlechterung bedeutet, und im Falle einer Versetzung nur, wenn die Versetzung arbeitsrechtlich zulässig ist. Das ist jeweils im Einzelfall zu prüfen. Der Grund der Beziehung allein reicht in der Regel nicht aus. 

Sollten sich die verliebten Kollegen dazu entscheiden, erst einmal nur den Vorgesetzten einzuweihen und den Rest außen vor zu lassen, dann ist dieser auch dazu verpflichtet, die Angelegenheit für sich zu behalten. Zumindest solange es keine Probleme gibt. Bemerkt die Führungskraft, dass sich die geheime Beziehung in irgendeiner Weise negativ auf das Team auswirkt, sollte sie dies dennoch zuerst allein mit dem Paar besprechen.

Gut zu wissen: Wenn ein Paar zur gleichen Zeit Urlaub nehmen möchte, ist der Arbeitgeber verpflichtet, diese Wünsche zu berücksichtigen, es sei denn, dringende betriebliche Belange stehen im Weg. 

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Was, wenn plötzlich Schluss ist?

Liebeskummer, Tränen und Streit. Wenn eine firmeninterne Beziehung zerbricht, leiden oft nicht nur die Ex-Partner. Auch das Team und der Chef können beeinträchtigt sein, wenn sich das Arbeitsklima im Büro plötzlich ändert und ständig Konflikte in der Luft liegen. In diesem Fall darf der Arbeitgeber eingreifen und beispielsweise Berührungen und Gespräche der ehemaligen Partner verbieten, da es in seinem Interesse ist, eine professionelle Arbeitssituation zu schaffen. 

Fazit

Wen die Liebe unerwartet am Arbeitsplatz trifft, der darf sich erst einmal freuen. Es spricht arbeitsrechtlich nichts dagegen, eine Beziehung mit einem Kollegen oder einer Kollegin zu führen, solange die Arbeit nicht darunter leidet. Problematisch wird es allerdings bei Beziehungen mit hierarchischem Gefälle. Diese sind zwar generell nicht verboten, allerdings muss genau überprüft werden, ob diese Partnerschaft keine Ungerechtigkeiten hervorruft. 

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