Sobald sich das Jahr dem Ende zuneigt, werden wir von allen Seiten mit emotionalen Rückblicken bombardiert, welche uns die Ereignisse der letzten zwölf Monate zusammenfassen und melancholische Erinnerungen wecken sollen. Vielleicht weil wir Menschen gerne einen grünen Haken hinter Dinge setzen, bevor wir uns dem nächsten Projekt widmen. Es verschafft uns eine gewisse Zufriedenheit, ein Gefühl der Vollendung

Doch im Jahr 2020 möchte niemand in melancholischen Erinnerungen an die Geschehnisse der letzten Monate schwelgen. Schließlich wissen wir auch so, dass wir dieses Jahr niemals vergessen und vermutlich noch unseren Enkelkindern davon erzählen werden. 2020 hat unser aller Leben verändert, bei einigen drastischer als bei anderen. Auch die Arbeitswelt hat einen enormen Wandel erfahren, der sich dauerhaft bemerkbar machen wird. Doch nicht alle Veränderungen waren durchweg negativ. 

Und so wollen wir, trotz allem, einen kleinen Rückblick auf das schicksalhafte (Arbeits-)jahr werfen, und wagen zu behaupten, dass das Jahr 2020 nicht gänzlich schlecht war, sondern auch ein paar positive Dinge mit sich gebracht hat.

Die Ruhe vor dem Sturm

Anfang des Jahres schien die Welt noch in Ordnung. Im Januar 2020 hatten die wenigsten Menschen von dem Virus gehört, welches bald die ganze Welt dominieren sollte. Wir alle gingen normal unserer Arbeit nach, planten unsere Urlaube, freuten uns auf Geburtstage und Hochzeiten und machten uns Hoffnung, dass das Jahr 2020 eines der besten überhaupt werden würde. Schließlich war dies der Beginn eines neuen Jahrzehnts.

Erst als das Virus im Februar immer näher kam und schließlich in Norditalien einschlug, wurde uns nach und nach bewusst, dass 2020 ganz und gar keine Glückszahl war. Im März war es dann so weit: Die Pandemie erfasste die ganze Welt und verbreitete Chaos und Angst. Ländergrenzen wurden dicht gemacht, Restaurants, Bars und Geschäfte geschlossen, Kinder durften nicht mehr in die Schule und, wo möglich, wurden Arbeitnehmer ins Home-Office geschickt.

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Bildquelle: www.istockphoto.com / Axel Bueckert

Home Sweet Home-Office

Der April war ein Monat voller Veränderungen. Der Lockdown zwang uns dazu, umzudenken und uns mit der neuen Situation zu arrangieren. Viele Arbeitnehmer arbeiteten zum ersten Mal im Home-Office und hatten Probleme damit, sich in die neue Alltagsstruktur einzufinden. Eltern, die zusätzlich nebenbei noch ihre Kinder betreuen mussten, waren dem Wahnsinn nahe.

Doch der plötzliche Zwang zur Umstellung auf Remote Work hatte auch seine guten Seiten. So wurde die Digitalisierung deutlich vorangetrieben und durch den fehlenden Widerstand machte die digitale Entwicklung vor allem in der Arbeitswelt große Fortschritte. Wo immer es möglich war, wurden Unternehmensstrukturen umgestellt, sodass die Online-Kommunikation im Home-Office problemlos laufen konnte. Auch das Thema New Work erhielt einen großen Push und kam endlich bei vielen Arbeitgebern an. Zudem stellte man schnell fest, dass die Produktivität im Home-Office in einigen Unternehmen eine deutliche Steigerung erfuhr und auch Meetings via Online-Videokonferenz teilweise deutlich effizienter waren. 

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten gewöhnten sich viele Arbeitnehmer ziemlich schnell an die Arbeit vom häuslichen Schreibtisch aus und begannen die Vorteile, wie den Wegfall des Arbeitsweges und das Arbeiten in Jogginghose, zu schätzen. Plötzlich war klar: Es geht auch so! Und zwar ziemlich gut. Und so zeichnete sich nach und nach ab, dass sich das Home-Office in zahlreichen Unternehmen auch nach der Corona-Pandemie dauerhaft etablieren wird. 

Jobverlust und Kurzarbeit

Doch nicht alle Branchen konnten auf das Home-Office als Alternative ausweichen. Insbesondere die Gastronomie und die Reisebranche litten sehr unter der anhaltenden Coronakrise. So verloren zahlreiche Arbeitnehmer ihre Jobs, wurden freigestellt oder in Kurzarbeit geschickt. Dies sorgte selbstverständlich für Existenzängste und Geldsorgen, hinzu kam ein gewisses, durch die viele Freizeit ausgelöstes Gefühl der Sinnlosigkeit.

Schwere Zeiten und Krisen zwingen uns oft dazu, alles in Frage zu stellen und unser Leben komplett zu überdenken. Durch die aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit neu gewonnene Zeit kamen viele Menschen endlich dazu, über sich selbst und ihren (ehemaligen) Job zu reflektieren und neue Wege in Betracht zu ziehen. Wer seinen Arbeitsplatz verloren hatte, dem eröffnete dies nun die Möglichkeit, einen Quereinstieg in eine andere Branche zu wagen. 

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Sorgenloser Sommer

Als es dann draußen wieder wärmer und die Maßnahmen nach und nach gelockert wurden, brach ein neues Gefühl der Hoffnung über das Land. Viele Unternehmen begannen unter strengen Voraussetzungen langsam mit den Wiederbesiedelungen der Büros. Die Grenzen öffneten sich und die Kollegen erzählten wieder von ihren tollen Sommerurlauben in Griechenland und Italien. Auch die Zahl der Arbeitslosen sank.

Zeitweise wäre der Arbeitsalltag beinahe so gewesen wie immer, wären da nicht die lästigen Verkehrsregeln im Büro, die Ampel an der Mitarbeitertoilette und die Maskenpflicht im Treppenhaus. Doch plötzlich schätzte man es wieder, seine Arbeitskollegen auch mal live zu sehen und Gespräche in Echtzeit zu führen. Man genoss die zurückgewonnene Freiheit, und auch wenn wir immer noch eingeschränkt waren wurde uns irgendwie bewusst, wie viel wir früher für selbstverständlich gehalten hatten. 

Herbst- und Winterblues

Schon Ende August war klar, dass sich die Situation langsam wieder verschlimmerte. Die mit dem Herbst einhergehende Grippewelle machte die Arbeit außerhalb des Home-Office zu einem immer größer werdenden Risiko, weshalb sich viele Arbeitnehmer gezwungenermaßen wieder in das heimische Büro zurückzogen. Vielen machte außerdem die mit der Jahreszeit zusammenhängende Herbst- Winterdepression das Leben schwer, welche sich durch den Teil-Lockdown im November noch verschlimmerte. Das Virus kam immer näher. Mittlerweile kannte fast jeder einen Betroffenen. 

Doch auch neue Hoffnung machte sich breit, denn nun war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Impfung gegen das Virus dem Wahnsinn hoffentlich endlich ein Ende bereitet. 

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Wird nächstes Jahr wieder alles so wie früher?

Und plötzlich ist alles anders. Aber war es vorher besser? Termine, Lärm, Stress, Konsumwahn und keine Zeit, für die wirklich wichtigen Dinge – so sah für viele von uns der Alltag vor Corona aus. Das Virus hat uns dazu gezwungen, unsere Lebensweise für einen gewissen Zeitraum drastisch zu verändern. Gemütliche Spaziergänge im Wald, lange Telefonate mit einer wichtigen Person, oder einfach mal durchatmen und wirklich da sein: Vieles davon haben wir zuvor in unserem vollgepackten Alltag für nicht wichtig erachtet. Doch nun ist sich der eine oder andere darüber bewusst geworden, dass es gerade diese kleinen Dinge im Leben sind, die wirklich zählen. 

Nach jedem Tief muss irgendwann wieder ein Hoch folgen. Ob dieses Hoch bereits nächstes Jahr kommt, bleibt abzuwarten. Für einzelne Schicksale wird es 2021 sicherlich wieder bergauf gehen. Was genau die Zukunft bringt, das weiß natürlich niemand so genau. Trotz turbulenter Zeiten gibt es, wenn wir auf das Jahr 2020 zurückblicken, sicherlich für jeden von uns auch kleine, persönliche Highlights, die wir uns herauspicken können. Denn vermutlich war auch dein Jahr nicht nur schlecht und es hat ein paar schöne Ereignisse gegeben, die dem Gedanken an das vergangene Coronajahr vielleicht ein bisschen mehr Farbe verleihen. 

Lasst uns also versuchen, einen grünen Haken hinter das Jahr zu setzen und es mit einem Gefühl der Vollendung abzuschließen. Behalten wir den Fokus beim Rückblick auf den schönen Dingen, mögen sie auch noch so klein sein. Ein Jahreswechsel bringt oft neue Motivation und Hoffnung mit sich. Denn jedes Ende bedeutet gleichzeitig auch, dass wir vor einem neuen Anfang stehen. Und ein neuer Anfang hört sich nach diesem ereignisreichen Jahr doch ziemlich gut an. 

 

Gibt es schöne Erinnerungen, die du aus dem Jahr 2020 mitnimmst? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen. 


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