Für Technik-Fans, die gerne anpacken, könnte eine Ausbildung zum Industriemechaniker genau das Richtige sein. Wer gerne bohrt, feilt, sägt und schraubt, ein Faible für große Maschinen hat und Schichtdienst nicht fürchtet, findet hier einen gut bezahlten Job in der Industrie mit Top-Zukunftsaussichten.

Was macht ein Industriemechaniker?

Waren Mathe und Physik deine Lieblingsfächer in der Schule? Hast du schon immer gerne selbst gewerkelt, Dinge aufgeschraubt oder vielleicht sogar kleine Maschinen gebaut? Dann spielst du sicherlich mit dem Gedanken, einen praktischen Ausbildungsberuf zu erlernen, und zwar im technischen Bereich. Sehr interessant könnte in diesem Fall der Beruf des Industriemechanikers sein.

Industriemechaniker tragen dafür Sorge, dass maschinell basierte Produktionsabläufe reibungslos funktionieren. Sie kümmern sich darum, dass Maschinen und Fertigungsanlagen betriebsbereit sind. Du bist also immer nah dran an der großen Maschine: Du setzt Maschinenbauteile zusammen, baust vielleicht sogar ganze Fertigungsanlagen, wartest diese, vernetzt sie und nimmst sie in Betrieb. Neben der Montage gehören auch die Reparatur und die Instandhaltung von technischen Systemen von Kunden zum Aufgabenfeld eines Industriemechanikers (Quelle).

Die meisten Maschinen und auch deren Bauteile werden heutzutage von hochpräzise arbeitenden CNC-Maschinen hergestellt. Diese müssen dafür entsprechend programmiert werden; auch das muss ein Industriemechaniker können. Aber du darfst auch praktisch ran: Du lernst das maschinelle Spanen und stellst kleinere Werkzeuge oder Ersatzteile selbst her. Dafür musst du millimetergenau arbeiten.

Junger Industriemechaniker in Fabrikhalle an riesiger Kupferdrahtrolle
Bildquelle: www.istockphoto.com / industryview

Wo arbeitet ein Industriemechaniker?

Wie der Name schon sagt, finden sich entsprechende Jobs in erster Linie in der Metall oder Kunststoff verarbeitenden Industrie. Die Bandbreite unterschiedlicher Anstellungsmöglichkeiten ist hier sehr groß. Sowohl hoch modern produzierende Großunternehmen als auch der klassische, mittelständische Familienbetrieb im Maschinenbau bieten Stellen.

Vorab klar sollte dir sein, dass dir in einigen Branchen Schichtarbeit drohen könnte. Denn gerade in der industriellen Fertigung wird Tag und Nacht produziert, und die Maschinen, die du wartest und für deren Funktionieren du zuständig bist, bilden dafür die Voraussetzung. Schichtarbeit stellt an den Körper und auch den Geist besondere Anforderungen. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man diesen Schritt geht. Und natürlich hat eine Arbeit mit wechselnden Tag- und Nachtschichten auch großen Einfluss auf dein Privat- bzw. Familienleben und deinen Freundeskreis. Einen Vorteil jedoch hat die Schichtarbeit: Es klingelt ganz schön laut in deiner Kasse, denn Nacht- und Sonderzuschläge für Schichtarbeit lassen dein Monatsgehalt ganz wunderbar mutieren.

Voraussetzungen

Rein formal gibt es keinen geforderten Schulabschluss. In der Praxis besitzen die meisten Azubis in diesem Bereich die Mittlere Reife, und zwar mit relativ guten Noten. Denn dadurch, dass immer mehr computergestützt produziert wird, ist auch in der Ausbildung einiges an Wissen gefordert. So gehören nicht nur Mathematik und Physik zu wichtigen Fächern, auch Kenntnisse in Informatik werden vermittelt. Was solltest du sonst noch so mitbringen? Hilfreich sind unter anderem

  • technisches Verständnis,
  • handwerkliches Geschick,
  • exaktes Arbeiten und Genauigkeit sowie
  • körperliche Fitness.

Die Ausbildung

Industriemechaniker ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die duale Ausbildung dauert 3,5 Jahre und findet in deinem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt.

Während der Ausbildung gibt es keine Spezialisierung auf bestimmte Fachrichtungen. Aber es gibt vier Einsatzgebiete, von denen du als Azubi mindestens eines als Vertiefung wählen musst. Diese vier Gebiete sind:

  • Feingerätebau
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Produktionstechnik
  • Instandhaltung

Du verdienst in den knapp vier Jahren deiner Ausbildung ca. 600 bis 1.100 Euro pro Monat. Das Gehalt ist je nach Bundesland, Branche und Unternehmensgröße sehr unterschiedlich. Generell lässt sich sagen, dass du in der Industrie auf jeden Fall mit höheren Ausbildungsvergütungen rechnen kannst als im Handwerk. Auch dein späteres Gehalt wird sich vor allem je nach Arbeitgeber stark unterscheiden.

Willst du dich nach deiner abgeschlossenen Ausbildung noch weiterbilden, ist der Technische Fachwirt oder der Industriefachwirt eine Option. Mit diesen Titeln kannst du höhere und verantwortungsvollere Positionen in Unternehmen bekleiden. Entsprechende IHK-Lehrgänge bzw. Fernstudienangebote findest du zum Beispiel hier.

Industriemechaniker beim Schweißen eines Metallrahmens
Bildquelle: www.istockphoto.com / Phuchit

Verwandte Berufe

Momentan gibt es sowohl viele freie Ausbildungsplätze als auch zahlreiche Stellenangebote in ganz unterschiedlichen Industriezweigen für die Position des Industriemechanikers. Es ist also durchaus ein Job mit guten Zukunftsaussichten. Allerdings gibt es auch noch einige Ausbildungsberufe, die dem des Industriemechanikers sehr nahe stehen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Werkzeugmechaniker stellen Spezialwerkzeug für die industrielle Serienproduktion her.
  • Anlagenmechaniker erstellen aus vielen Einzelteilen riesige Anlagen und halten diese in Betrieb.
  • Konstruktionsmechaniker sind mit der Kostruktion von Containern, Aufzügen oder Schiffen beschäftigt.
  • Zerspanungsmechaniker produzieren Präzisionsbauteile millimetergenau.
  • KFZ-Mechatroniker bauen und reparieren Pkws, Lkws und sonstige Fahrzeuge.

Fazit

Industriemechaniker ist ein Ausbildungsberuf, der dir viele Möglichkeiten eröffnet. Du solltest dafür generell technisch interessiert und handwerklich begabt sein. Das Tolle an diesem Beruf ist, dass Industriemechaniker in ganz unterschiedlichen Branchen und Aufgabenfeldern beschäftigt sein können. Das erlaubt es dir, dich nach Abschluss deiner Ausbildung mit der Wahl deines gewünschten Arbeitgebers auf einen Bereich festzulegen. Dir stehen dadurch viele Wege offen. Wer will, kann sich entsprechend fachlich fortbilden und sogar eine akademische Karriere anschließen. Der Verdienst in diesem Berufszweig variiert stark je nach Arbeitgeber und Arbeitsbedingungen. Prinzipiell hat man jedoch die Chance, Anstellungsverhältnisse mit einem recht guten Verdienst zu finden.

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