Jahrelang hat man sich danach gesehnt, endlich das Ausbildungszeugnis oder den Studienabschluss schwarz auf weiß in den Händen zu halten. Doch jetzt, so kurz davor, macht sich ein flaues Gefühl in der Magengegend breit: Wie um Himmels Willen geht es jetzt weiter? Was muss ich tun, um meinen ersten richtigen Job zu finden? 

Hier kommen 5 Tipps, wie du erfolgreich zu deiner ersten richtigen Anstellung kommst.

#1: Was will ich wirklich?

Ja klar, das hört sich jetzt so esoterisch an: Finde heraus, was du wirklich willst und in welchem Job du glücklich sein kannst. Aber ein bisschen mehr als nur ein Funken Wahrheit ist da durchaus dran. Nimm dir deshalb Zeit für dich, um dir klar zu werden, in welcher Anstellung oder in welchem Aufgabenbereich du dich siehst.

Im Laufe deiner Ausbildung oder deines Studiums hast du sicherlich verschiedene Fachbereiche, Spezialisierungen und Tätigkeitsfelder innerhalb deines anvisierten Berufsbilds kennengelernt. Reserviere dir mindestens ein Wochenende Zeit, um gedanklich erst zurück und dann  nach vorne zu blicken.

Rufe dir deine Ausbildungszeit und eventuell diverse Praktika in Erinnerung. Notiere dir nun

  • welche Bereiche in deinem Arbeitsfeld dich besonders interessieren,
  • welche Voraussetzungen für dich unbedingt vorhanden sein müssen, damit du dich bei einem Arbeitgeber wohlfühlst,
  • was für dich zu Beginn deiner Berufslaufbahn Priorität hat (Gehalt, schneller Aufstieg, spannendes Lernumfeld, Nähe zum aktuellen Wohnort, fachliche Herausforderung, …).

Das Ergebnis ist idealerweise ein kurzer Steckbrief mit den Eckdaten all dessen, was deine erste Stelle ausmachen sollte. 

Ein Beispiel am Beruf des Erziehers:

Gewünschte Spezialisierung: Hortbereich. Die Arbeit mit Krippenkindern hat dir weniger Spaß gemacht, das Wickeln ist eh nicht dein Ding und solange man mit Kleinkindern nicht vernünftig reden kann, hast du wenig Freude an deinem Erziehungsauftrag. Der Umgang mit Grundschulkindern dagegen war für dich immer spannend und inspirierend. 

Wunsch-Arbeitgeber: Kleine Einrichtung. Du schätzt es sowohl im Team als auch bei den Kindern, wenn du es mit einer überschaubaren Anzahl an Mitmenschen zu tun hast. Dadurch entsteht eine sehr persönliche, intime Atmosphäre, die für dich bei der pädagogischen Arbeit enorm wichtig ist.

Deine Prios: Dein Partner wohnt im gleichen Ort und ihr könnt euch nicht vorstellen, länger voneinander getrennt zu sein. Was dich allerdings fachlich sehr reizen würde, ist die Arbeit mit Kindern mit speziellem Förderbedarf. Ganz klar: Du suchst in der näheren Umgebung nach einem attraktiven Arbeitgeber, der über Inklusionsplätze verfügt oder einen Schwerpunkt auf Kinder mit Lernschwäche o.ä. gelegt hat. 

Du siehst: So kann es gelingen, für sich sehr genau zu definieren, welchen Arbeitsplatz und Arbeitgeber man im nächsten Schritt sucht.

Berufsstart
Bildquelle: www.istockphoto.com / Khosrork

#2: Informationen einholen

Super Sache, wenn du jetzt weißt, was du willst. Aber nun solltest du dich auch noch ein bisschen über den Arbeitsmarkt und seine Beschaffenheit informieren.

  • Wie sieht es generell gerade in deiner Branche in puncto Jobangebote bzw. Arbeitslosigkeit aus? Diese Info kann dir Auskunft darüber geben, wie schwierig oder leicht es sein wird, einen Job zu finden.
  • Welche großen Unternehmen gibt es bei dir im Bereich, die für dich interessant sind?
  • Welche spannenden Arbeitgeber sind dort ansässig, wo du dir gut vorstellen kannst, zu leben und zu arbeiten?

Sondiere die Lage und checke den Markt genau. Dann bist du gut vorbereitet und kannst dich mit deinen Qualifikationen und in deiner Lage besser einschätzen. Stichwort: Marktwert. Dieses Wissen stärkt auch deine Verhandlungsposition in Vorstellungsgesprächen.

Tipp für deine Recherche: Auf der Homepage der Arbeitsagentur findest du immer aktuelle Statistiken zu Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Diese gibt es sowohl nach Branchen als auch nach Regionen sortiert. Hier etwas durchzustöbern lohnt sich auf jeden Fall, um einen Eindruck von der Beschäftigungssituation in deinem Berufsfeld zu bekommen.

#3: Die Stellensuche

Nun geht es ans Eingemachte. Du musst aktiv werden! Denn: Im seltensten Fall sucht dein Traumjob dich. Er will in der Regel schon von dir gefunden werden. Und genau dafür musst du dich auf die Suche begeben.

Jobsuche heutzutage geht natürlich online. Du durchforstest große Stellenbörsen wie zum Beispiel stellenanzeigen.de nach deiner Wunschposition. Dabei kannst du über das Suchprofil auf der Seite sehr detailliert angeben, welche Stelle du suchst. Jobprofil, Ort oder Region, Anstellungstyp wie Berufseinsteiger oder Führungskraft, Branche – wer möchte, kann die Stellenanzeigen sehr gezielt nach seinen Vorstellungen durchforsten. Jobangebote, die dir zusagen, kannst du beispielsweise auf stellenanzeigen.de auf deiner persönlichen Merkliste speichern. So stellst du dir deine eigene Auswahl an spannenden Stellenangeboten ganz fix selbst zusammen.

Hole dir dann übers Internet oder über dein persönliches Netzwerk (Freunde, Familie, Ausbildungs- oder Studienkollegen, Chefs bei früheren Praktika usw.) weitere Informationen zu den Arbeitgebern, deren Stellenangebote dich interessieren. Vielleicht kennst du ja sogar bereits Mitarbeiter dieser Firmen, die sich von dir interviewen lassen.

So kannst du dir langsam, aber sicher ein Bild von den angebotenen Stellen machen und dich entscheiden, ob du dort eine Bewerbung hinschicken möchtest. 

Start in den Beruf
Bildquelle: www.istockphoto.com / fizkes

#4: Die Bewerbung

Vielen Absolventen graut vor der Bewerbungsphase. Denn sie ist in der Regel mit jeder Menge Arbeit, Warten, Hoffen, Bangen und auch der einen oder anderen Enttäuschung verbunden. Aber wenn du es strukturiert und sportlich angehst, meisterst du auch diese Phase der Jobfindung. 

Denke daran: Mit jeder abgeschickten Bewerbung hast du ein Stück Routine mehr gewonnen!

Mittlerweile ist die Online-Bewerbung Standard. Nur noch wenige Unternehmen setzen auf die postalisch versandte Papierform. Natürlich musst du dich an den gewünschten Bewerbungsweg, der in der Stellenanzeige aufgeführt ist, halten.

Hier liest du, wie du eine perfekte Online-Bewerbung verfasst.

Zu einer klassischen Bewerbung gehören das individuelle Anschreiben, dein Lebenslauf (in unseren Breitengraden mit professionellem Bewerbungsfoto) und Zeugnisse (von Schule, Ausbildung, Studium, evtl. Praktika). Je nach Branche können außerdem Arbeitsproben beigefügt werden.

Aufgepasst: Hier findest du eine Lebenslaufvorlage für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger.

Hast du eine spannende Anzeige auf einer Stellenbörse gefunden, reicht online oftmals ein Klick aus, und du gelangst direkt zu einem Bewerbungsformular.

Viele Unternehmen bieten heutzutage auch eigens eine Bewerbungshomepage an. Die entsprechende URL ist dann im Stellenangebot genannt. Du gelangst von dort direkt auf die Website, über die du dich bewerben kannst. In der Regel musst du die entsprechende Maske mit deinen Daten befüllen und kannst noch eigene Dokumente wie Zeugnisse oder einen Lebenslauf anfügen. Abgeschickt – und dann beginnt das Warten auf Feedback!

Tipp: Achte unbedingt immer darauf, dass deine Anhänge nicht die maximale Datengröße übersteigen!

Bewerbungstrends 2021: Das solltest du wissen

Berufsstart
Bildquelle: www.istockphoto.com / vadimguzhva

#5: Das Vorstellungsgespräch

Hat es dann geklappt und du bekommst die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch, so ist bei den meisten Berufsanfängern die Nervosität groß. Das ist verständlich und gehört ganz einfach dazu. Zudem beweist ein bisschen Aufregung doch nur, dass dir der potenzielle Job sehr wichtig wäre.

Trotzdem Muffensausen? Hier findest du Tipps und Tricks, wie du die Angst vor dem Vorstellungsgespräch überwindest.

Wichtig ist, dass du dich gut auf dein Bewerbungsgespräch vorbereitest. Spiele die Situation vorab mit einer Freundin oder einem Freund mehrmals durch, überlege dir Antworten auf die klassischen Fragen und informiere dich noch einmal gründlich über das Unternehmen und deinen Arbeitsbereich dort.

Kleide dich korrekt, sauber und ordentlich, aber nicht zu overdressed, und achte unbedingt darauf, genug zeitlichen Puffer für den Termin einzuplanen. Pünktliches Erscheinen wird auf jeden Fall vorausgesetzt. Falls möglich und vorhanden packe am besten noch ein paar passende Arbeitsproben oder Projektarbeiten von dir ein, die du vorzeigen kannst. Das verleiht dir Sicherheit und zeigt Professionalität. Dann kann es losgehen!

Extra-Tipp: 8 psychologische Tricks für dein Vorstellungsgespräch

Fazit

Mit dem Ende der Ausbildung oder des Studiums beginnt ein neuer Lebensabschnitt für dich. Das ist spannend und aufregend, und vor allem auch fordernd: Denn jetzt musst du dir einen Job suchen. Zunächst ist es wichtig, dass du für dich exakt definierst, was du von deiner ersten Arbeitsstelle erwartest und wie diese aussehen soll. Informiere dich anschließend über den Arbeitsmarkt deiner Branche und in deiner anvisierten Region. Dann machst du dich im nächsten Schritt ganz gezielt auf die Suche und bewirbst dich auf passende Stellenanzeigen. Wir drücken dir ganz fest die Daumen für dein erstes Vorstellungsgespräch!


Aktuelle Jobangebote




Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Form (generisches Maskulinum), z. B. „der Mitarbeiter“. Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung. Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.