Der 1. Mai gilt als willkommener Feiertag in Deutschland – ein freier Tag, meist Sonnenschein und mit etwas Glück ein Brückentag. Das sind für viele Menschen die besten Gründe, den Grill anzuwerfen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Faulenzen am „Tag der Arbeit“. Doch wie kam es zu diesem willkommenen Müßiggang?

Tag der Arbeit: Ursprünge in Nordamerika

Erstmals begangen wurde der „Tag der Arbeit“ im Jahr 1886, als die amerikanische Arbeiterbewegung zu einem Generalstreik zur Durchsetzung des Acht-Stunden-Tags aufrief. In Deutschland wurde der 1. Mai in politisch dunklen Zeiten zum ersten Mal zum gesetzlichen Feiertag. Ab dem 1. Mai 1933 galt er als „Feiertag der nationalen Arbeit“. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er als Feiertag durch den Kontrollrat der Alliierten bestätigt – mit der Einschränkung, dass die traditionellen Mai-Kundgebungen an diesem Feiertag nur in sehr eingeschränktem Ausmaß stattfinden durften.

Unterschiedliche Namen in den Bundesländern

In der Bundesrepublik blieb der 1. Mai seitdem fester Bestandteil des Kalenders – jedem Bundesland wurde aber eine eigene Bezeichnung frei gestellt. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise lautet die offizielle Bezeichnung  „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“ – ein langer Name, der wahrscheinlich gerade deswegen vielen nicht ganz geläufig ist.
In der DDR wurde der 1. Mai indes vor allem für politische Zwecke genutzt. Er wurde als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ gefeiert. Die Teilnahme an den Mai-Demonstrationen war für die meisten DDR-Bürger obligatorisch.
Seit der deutschen Wiedervereinigung ist der 1. Mai nun weitaus unpolitischer. Zwar gibt es immer noch Demonstrationen in deutschen Großstädten, aber für einen Großteil der Bevölkerung gilt: ein freier Tag bei Sonnenschein – beste Voraussetzung für die perfekte Grillwurst.