Dir wurde schon einmal gesagt, dass du ein Helfersyndrom hast? Möglicherweise besitzt du ein kritisches Auge für die klassische Schulmedizin? Vielleicht wurde dir auch schon einmal von einem Allgemeinarzt Naturheilkunde empfohlen, und du warst begeistert von dem Effekt? Von manchen Menschen werden Heilpraktiker belächelt, und Behandlungsmethoden werden als unwissenschaftlich kritisiert. Doch stehen dir in der praktischen Berufsausübung die vielfältigsten Schwerpunkte zur Verfügung, und viele therapeutische Maßnahmen sind absolut seriös.

Voraussetzungen

Eigentlich ist nur ein Hauptschulabschluss für das Ablegen der Heilpraktikerprüfung erforderlich, doch häufig wird dieser Beruf im Rahmen einer beruflichen Umorientierung ergriffen, sodass sich viele Menschen mit Hochschulabschluss in diesem Beruf finden. Doch auch eine Elternzeit lässt sich dazu nutzen, eine Ausbildung zum HP, wie der Heilpraktiker gern abgekürzt wird, zu absolvieren. Weitere Voraussetzungen sind ein polizeiliches Führungszeugnis sowie die gesundheitliche Eignung, die von einem Mediziner festgestellt werden muss. Das Mindestalter liegt bei 25 Jahren.

Wer gern autodidaktisch arbeitet oder sich einfach gern die Kosten für die Heilpraktikerschule sparen möchte, kann sich relevante Bücher bestellen und Praktika bei praktizierenden Heilkundlern absolvieren.


Die Ausbildung zum Heilpraktiker

  • Im Unterschied zu vielen anderen Berufen ist für den Beruf des Heilpraktikers keine Ausbildung vorgeschrieben, jedoch das Absolvieren der Heilpraktikerprüfung vor dem Gesundheitsamt erforderlich.
  • 18-24 Monate dauert die Ausbildung in Vollzeit.

Was ein Heilpraktiker nicht darf

Zahnheilkunde oder Geburtshilfe stehen auf der Verbotsliste. Auch verschreibungspflichtige Medikamente darf ein Heilpraktiker nicht verabreichen. In der Prüfung wird der Heilpraktikeranwärter unter anderem abgefragt, was er darf und was nicht.


Die Berufsausübung als Heilpraktiker

In der Regel arbeiten Heilpraktiker in der eigenen Praxis. Deshalb solltest du unternehmerische Qualitäten mitbringen. Werbung dürfen Heilpraktiker allerdings nicht machen.


Klientel

Viele Patienten, die zum Heilpraktiker gehen, sind von den Behandlungsmethoden, die von klassischen Medizinern angeboten werden, enttäuscht oder haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Deshalb muss man sich als HP viel Zeit für die Patienten nehmen und den Dingen auf den Grund gehen.


Die Geschichte des Berufs

Zur Zeit des Nationalsozialismus ist die gesetzliche Grundlage für diesen Beruf, das Heilpraktikergesetz, entstanden.


Fazit

Auch wenn du Patienten keine Zuckerkügelchen verabreichen möchtest, kannst du im Beruf des Heilpraktikers eine sinnvolle Bestimmung finden. Beschäftige dich einfach vorab mit den unterschiedlichen Behandlungsmethoden und überlege dir, welche du mit voller Überzeugung anbieten kannst. Homöopathie wird stark diskutiert, Ernährungsberatung oder Therapien mit Heilpflanzen hingegen können praktiziert werden, ohne das Gefühl zu haben, dem Patienten nur das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Ein Vorteil des Berufs besteht darin, dass in der Regel geringere Behandlungsrisiken bestehen. Denn die Verabreichung von verschreibungspflichtigen Medikamenten etwa kann mit hohen Risiken verbunden sein.

Auch wenn die gesetzlichen Krankenversicherungen die Behandlungskosten nicht übernehmen, haben Heilpraktiker in der Regel guten Zulauf.

Natürlich kann man eine Heilpraktikerausbildung nicht mit einem Medizinstudium vergleichen, doch auch in einem solchen lernt man nicht alles, was man für die Praxis braucht.

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