Das ganze Land steckt im Krisenmodus, seitdem das Coronavirus unseren Alltag durcheinanderwirbelt. Neben der Angst um unser aller Gesundheit und die Belastungsfähigkeit des medizinischen Apparats spielt auch die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen der Krise momentan eine große Rolle im öffentlichen Bewusstsein. Viele von uns betrifft das bereits jetzt ganz konkret, denn wenn Geschäfte schließen und Produktionsketten zurückgefahren oder vorübergehend abgestellt werden, geht schlicht und einfach die Arbeit aus. Das heißt dann für einige Beschäftigte: Kurzarbeit. Was bedeutet das, wie funktioniert das Konzept und wer kann es in Anspruch nehmen?

Kurzarbeit: Was bedeutet das?

Steht zum Beispiel aufgrund einer akuten Krise nicht genug Auftragsvolumen bzw. Arbeit für die Beschäftigten einer Firma zur Verfügung, muss ein Teil der Belegschaft zwangsläufig weniger arbeiten oder im Extremfall sogar ganz die Arbeit einstellen. Will ein Unternehmen vermeiden, dass es den betroffenen Mitarbeitern kündigen muss, kann es Kurzarbeit einführen. Das macht Sinn, wenn man davon ausgeht, dass sich die Situation in absehbarer Zeit wieder verbessern wird.


Wer bekommt Kurzarbeitergeld?

Unternehmen können in diesem Fall Kurzarbeitergeld bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragen. Die Bundesregierung hat als eine der allerersten Maßnahmen in der Coronakrise einen leichteren Zugang zu Kurzarbeitergeld sowie eine Kostenentlastung für Betriebe auf den Weg gebracht. Demnach gilt aktuell: 

  • Betriebe können rückwirkend ab 1. März 2020 Kurzarbeit bereits anmelden, wenn mindestens ein Zehntel ihrer Beschäftigten von einem Arbeitsausfall aufgrund der aktuellen Krise betroffen ist. Der Arbeitsentgeltausfall muss mehr als 10 Prozent betragen.
  • Die Agentur für Arbeit erstattet mit dem Kurzarbeitergeld nicht nur 60 Prozent des Verdienstausfalls, sondern sie übernimmt zu 100 Prozent die Sozialabgaben für die ausgefallenen Arbeitsstunden, die eigentlich bisher die Arbeitgeber auch für die Kurzarbeit zahlen mussten.
  • Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können in Kurzarbeit gehen und Kurzarbeitergeld erhalten.
  • Unternehmen, die Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankung aufgestellt haben, verzichten darauf, negative Arbeitszeitkonten aufzubauen.

Für Arbeitnehmer heißt das: Sie müssen bzw. können erst einmal gar nichts tun. Das Kurzarbeitergeld muss das Unternehmen bei der Agentur für Arbeit beantragen. Das geht dort mittlerweile auch online.

Momentan bitten die Arbeitsagenturen aber diesbezüglich um Geduld und Verständnis: Mit der Masse an Anträgen, die jetzt akut gestellt wird, sind die Mitarbeiter überfordert. Laut der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg ist beispielsweise das Telefonnetz des Providers derzeit aufgrund der enormen Anzahl der Anrufe überlastet.


Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld beläuft sich für Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind auf 67 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Arbeitnehmer ohne Kind bekommen 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns.


Fazit

Unternehmen haben aufgrund der Corona-Krise aktuell die Möglichkeit, bei erheblichen Arbeitsausfällen in der Belegschaft aufgrund der momentanen Situation Kurzarbeitergeld für die betroffenen Mitarbeiter zu beantragen. Diesen Antrag müssen die Betriebe bei der für sie zuständigen Agentur für Arbeit stellen.

Quellen:
arbeitsagentur.de, e-recht24.de


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