Trend: Referenzen im Bewerbungsprozess | stellenanzeigen.de

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„Er hat immer vollen Einsatz gebracht und ist wirklich verlässlich“ oder „Sie ist eine der kreativsten Mitarbeiterinnen, die ich jemals hatte. Die Zusammenarbeit mit ihr war immer hervorragend“. Möchten Sie sich auch, dass Ihr neuer Wunscharbeitgeber genau das über Sie hört? Dann setzen Sie auf persönliche Referenzen in Ihrem Bewerbungsverfahren.

In anderen Ländern sind Referenzen in der Bewerbung längst Standard, bei uns setzen sie sich immer mehr durch, sind aber kein Must-have. Dabei können sie wirklich hilfreich sein! Durch eine Referenz kann sich der Recruiter im Bewerbungsverfahren aus erster Hand einen Eindruck über die Zusammenarbeit mit Ihnen verschaffen.

Warum Sie Referenzen in Ihre Bewerbung angeben sollten

Natürlich senden Sie schon Arbeitszeugnisse in der Bewerbung mit. Eine persönliche Referenz ist trotzdem empfehlenswert. Denn im Gegensatz zum Arbeitszeugnis, das noch dazu wohlwollend formuliert sein muss, haben Sie keinen arbeitsrechtlichen Anspruch auf eine Referenz.

Worauf würden Sie als Recruiter also mehr Gewicht legen: Auf ein Arbeitszeugnis oder auf eine freiwillig ausgesprochene Empfehlung? Schließlich empfiehlt niemand etwas oder jemanden weiter, von dem er nicht selbst überzeugt ist.

Ein weiterer Vorteil: Sie wählen den Referenzgeber, der Sie weiterempfiehlt, vorher selbst aus. Damit steuern Sie, was Ihr Wunscharbeitergeber über Sie erfährt und von wem. Ideal ist es, wenn sich beide Referenzarten – Zeugnisse und persönliche Empfehlungen – ergänzen und ein ganzheitliches, positives Bild von Ihnen zeichnen. Und eine persönliche Referenz kann, gerade bei vielen Bewerbern und knappen Entscheidungen, das berühmte Zünglein an der Waage sein.

Wie Sie Referenzen in Ihre Bewerbung einbinden

Persönliche Referenzen können Sie auf verschiedene Arten in Ihrer Bewerbung unterbringen. Das Wichtigste dabei: Fragen Sie Ihre Fürsprecher vorher, ob Sie diese nennen und ihre Kontaktdaten teilen dürfen.

Referenzgeber-Kontakt in Bewerbung

Sie können den Referenzgeber einfach als Kontakt in Ihrer Bewerbung aufnehmen. Folgende Varianten sind gängig:

1. Erwähnung im Anschreiben
Nennen Sie die persönliche Referenz in einem Satz in Ihrem Bewerbungsanschreiben.

Textbeispiel 1: „Zu meiner Tätigkeit als [Position] bei der Firma [Unternehmensname] gibt gerne Herr/Frau [Name Nachname], mein/e Vorgesetzte/r zu dieser Zeit, Auskunft.“

Textbeispiel 2: „Als persönliche Referenz zu meinen Leistungen, Fähigkeiten und meinem Know-how verweise ich auf Frau/Herrn [Name Nachname], [Position] bei Firma [Unternehmensname], erreichbar unter: [Telefonnummer] „

Textbeispiel 3: „Herr/Frau [Name Nachname], Redaktionsleiter/in bei Firma [Unternehmensname] (Tel.: [Telefonnummer]), bestätigt Ihnen gerne meine hohe Einsatzbereitschaft und kann Details zur Zusammenarbeit beim Projekt [Projektname] erläutern.“

2. Kontakt im Lebenslauf
Binden Sie den Referenzgeber als Kontakt in Ihren CV ein. Sie können:

  • Ihn im CV zum jeweils passenden Arbeitgeber zuordnen
    „Referenzgeber: Frau/Herr [Vorname Nachname], [Position und Verhältnis des Referenzgebers zu Ihnen], [Unternehmensname], [Telefonnummer/E-Mail-Adresse]“
  • Einen eigenen „Persönliche Referenzen“-Block im Lebenslauf anlegen
  • Ab drei Referenzen ein eigenes „Persönliche Referenzen“-Blatt zwischen CV und Zeugnissen einfügen

Auch in den bekanntesten Karrierenetzwerken gibt es übrigens die Möglichkeit, sich von Kollegen und Chefs eine Referenz geben zu lassen. Die ist dann auf dem eigenen Profil für Recruiter sichtbar.

Referenz als Empfehlungsschreiben

Ein Referenzschreiben umfasst normalerweise etwa eine Din A4-Seite. Es wird von Ihrem Referenzgeber in Ich-Form geschrieben und direkt nach dem Lebenslauf und vor den Arbeitszeugnissen in die Bewerbung eingefügt. Es gibt zwar keinen festgelegten Aufbau, aber einige Angaben sollten im Schreiben enthalten sein.

Das gehört ins Referenzschreiben

  • Briefkopf des Referenzgebers
  • Telefonnummer für Rückfragen
  • Datum
  • Betreff: Referenzschreiben für [Ihr Vorname Nachname]
  • Kurze Selbstbeschreibung inklusive Verhältnis zwischen der Referenzperson und Ihnen
  • Zeitraum der Zusammenarbeit
  • Ihre Tätigkeit während dieser Zeit, welche persönlichen Kompetenzen Sie besonders unter Beweis gestellt haben, welche Ihrer Erfolge besonders hervorzuheben sind, …
  • Empfehlung für Sie als Mitarbeiter, für Rückfragen gerne kontaktierbar
  • Unterschrift des Referenzgebers

Im besten Fall ist das Empfehlungsschreiben auf die Stelle angepasst, für die Sie sich aktuell bewerben. Sprechen Sie mit Ihrem Fürsprecher deshalb ab, welche Eigenschaften und Fähigkeiten er darin besonders hervorheben soll. Nach Absprache können Sie das Schreiben auch vorformulieren und von Ihrem Referenzgeber überarbeiten lassen.

Textbeispiele zur Inspiration

Textbeispiel 1: „Als Marketingleiter war ich Frau Musters direkter Vorgesetzter und habe vom 5. März 2014 bis zum 14. September 2017 eng mit ihr zusammengearbeitet. Dabei habe ich sie als kreative und doch sehr strukturiert arbeitende Person kennengelernt.“

Textbeispiel 2: „Herr Mustermann war immer ein zuverlässiger und hoch motivierter Kollege. Ich kann ihn uneingeschränkt für die Position als Qualitätsmanager im Bereich Flugzeugteile empfehlen.“

Textbeispiel 3: „Wir arbeiten bereits seit dem Jahr 2012 mit Frau Musterfrau zusammen. Vor allem bei umfassenden Projekten, für die ein tiefgehendes Design-Verständnis nötig ist, kommen wir als Auftraggeber regelmäßig gerne auf sie als freiberufliche Industriedesignerin zu. In der Zusammenarbeit mit ihr schätzen wir ihr reflektiertes und strukturiertes Vorgehen und die stets äußerst zufriedenstellenden Ergebnisse. Wir empfehlen Sie uneingeschränkt weiter und stehen auch für Rückfragen gern zur Verfügung.“

Finden Sie die richtigen Referenzgeber für Ihre Bewerbung
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Den richtigen Referenzgeber finden

Wer eignet sich als Referenz für die Bewerbung?

Mit wem haben Sie beruflich eng zusammengearbeitet? Zu wem hatten oder haben Sie ein gutes Verhältnis? Kennt die Person Sie gut und würde sie positiv über Sie sprechen?

Achten Sie darauf, wie die Auswahl des Referenzgebers auf Recruiter wirken könnte. Wählen Sie am besten frühere Vorgesetzte oder Arbeitskollegen aus, die in der Hierarchie mindestens eine Karrierestufe über Ihnen standen/stehen. Damit werten Sie die Empfehlung zusätzlich auf.

Weitere mögliche Referenzgeber sind:

  • Frühere Arbeitskollegen, mit denen Sie eng an einem Projekt gearbeitet haben
  • Kunden oder Auftraggeber, mit denen Sie länger zusammengearbeitet haben (zum Beispiel bei freiberuflicher Tätigkeit)
  • Geschäftspartner
  • Professoren, Mentoren, Ausbilder, Lehrer, Betreuer im Praktikum
  • Vertreter einer Organisation (bei ehrenamtlicher Tätigkeit)

Wer eignet sich nicht?

Nahe Verwandte und enge Freunde werden immer gut von Ihnen sprechen. Das ist aber auch dem Wunscharbeitgeber klar. Und die private Beziehung wird für einen geübten Recruiter schnell offensichtlich. Deshalb fallen diese als Referenzgeber leider weg.

Und auch Arbeitgeber, von denen Sie sich nicht im Guten getrennt haben, sollten Sie außen vor lassen. Was sie zu sagen haben, schadet Ihnen höchstwahrscheinlich eher.

Wie viele Referenzen Sie in Ihre Bewerbung aufnehmen sollten

Optimal: Nennen Sie in Ihrer Bewerbung am besten zwei bis drei Referenzen. Wenn möglich, finden Sie eine Empfehlung für jede Station in den vergangenen fünf Berufsjahren. Auch Berufseinsteiger sollten mindestens zwei Referenzen nennen.

Tipp 1: Sie haben nachgedacht und nachgefragt und können trotzdem nur eine einzige Referenz nennen? Dann erwähnen Sie diese prominent in Ihrem Bewerbungsanschreiben oder binden Sie ein Referenzschreiben in die Bewerbung ein.

Tipp 2: Legen Sie Ihrer Bewerbung maximal drei ausformulierte Referenzschreiben bei. Werden es mehr, wirkt es schnell so, als hätten Sie willkürlich Empfehlungen gesammelt. Hier gilt: weniger und ausgewählter ist mehr.

Referenzen in der Bewerbung: Fürsprecher finden
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Wie Sie nach einer Referenz fragen

Möchten Sie mein Fürsprecher sein? Nach einer Referenz fragen Sie in der Regel am besten persönlich, zum Beispiel in einer Sprechstunde. Alternativ greifen Sie einfach zum Telefonhörer.

Erklären Sie zum Einstieg, dass Sie sich gerade um eine neue Arbeitsstelle bewerben. Und dass Sie Ihr Gegenüber gerne als Referenz angeben möchten, da Sie in früheren Jobs eng zusammengearbeitet haben. Fragen Sie höflich, ob Ihr Wunschreferenzgeber damit einverstanden ist, von Recruiter(n) kontaktiert zu werden und eine Empfehlung für Sie auszusprechen.

Ist der Referenzgeber einverstanden, berichten Sie, auf welchen Job Sie sich akut bewerben. Besprechen Sie, welche Ihrer Erfolge, Fähigkeiten und Eigenschaften bei der Empfehlung deshalb besonders hervorgehoben werden sollen.

Wichtig beim Empfehlungsschreiben: Rechnen Sie ausreichend zeitlichen Puffer ein. Sprechen Sie Ihren Fürsprecher so früh wie möglich an. Dann hat er genug Zeit zum Formulieren des Schreibens. Um ihn zu unterstützen, können Sie die Richtlinien für das Schreiben vorab zusammenfassen.

Tags & Schlagwörter: ArbeitsalltagBewerbung
    Cornelia Weidemann

    Autor Cornelia Weidemann

    Immer auf der Suche nach Neuigkeiten und glücklich mit der Welt, sobald die Hände die Tasten berühren: Cornelia schreibt über Menschen, die ihre Jobs lieben, über Events und Veranstaltungen und über Neues aus der HR-Welt.

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