Lücken im Lebenslauf: So kannst du sie erklären

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Wir können dich beruhigen: Niemand ist perfekt und es gibt auch keinen Lebenslauf, der dies erfüllt. Lücken im Lebenslauf entstehen schneller als Bewerber denken. Die Gründe hierfür reichen zum Beispiel von einem abgebrochenen Studium über eine Entlassung in der Probezeit bis hin zu einem verspäteten Jobeinstieg. Hier erfährst du, wie diese Fehlzeiten nicht zu einem Problem in deiner Bewerbung werden.

Unternehmen kontrollieren den Lebenslauf genau

Dein Lebenslauf wir genau kontrolliert

Die Kontolle der Lebensläufe gehört zum Standardprozess bei Bewerbungen in einem Unternehmen – Bild: istockphoto.com/Magnetic-Mcc

Der Lebenslauf soll potentiellen Arbeitgebern vor allem einen kurzen Überblick über dich und deinen bisherigen beruflichen Werdegang geben. Deswegen ist er in jeder Bewerbungsmappe unabdingbar. Besondere Aufmerksamkeit legen potentielle Arbeitgeber stets auf Angaben zu den bisherigen Arbeitsstellen. Hier zeigt sich, ob der Bewerber dauerhaft beschäftigt war oder ob es eben sogenannte Lücken gab. Lücken lassen vor allem dann aufhorchen, wenn sie länger als zwei Monate sind. Überspringst du beispielsweise Jahreszahlen, dann entsteht eine Zeit, in der du für die Personalentscheider nicht beschäftigt warst.

Gründe dafür gibt es viele:

  • längere, nicht berufliche Auslandsaufenthalte
  • Erwerbslosigkeit nach einer Entlassung durch den Arbeitgeber
  • eine freiwillige Verschnaufpause vom Berufsleben
  • lange Krankheiten

Tritt ein solcher Fall in deinem Lebenslauf auf, weil dir beispielsweise nach der Ausbildung der Berufseinstieg nicht so schnell gelungen ist, ist es sinnvoll, dies nicht zu verschweigen. Geh hier in die Offensive und gib diesem Zeitfenster ein Gesicht. Was hast du also in dem halben Jahr gemacht, das zwischen zwei Arbeitsstätten liegt?

Grundsätzlich sind Personalchefs darauf trainiert, solche Lücken und eben auch Unstimmigkeiten in Lebensläufen zu entdecken. Versuchst du sie also zu verschweigen, werden die Verantwortlichen hellhörig. Du verlierst an Authentizität. Doch warum sind diese Lücken für Vorgesetzte so interessant? In erster Linie liegt hier natürlich eine Arbeitslosigkeit nahe und diese geht auch immer mit einer gewissen Skepsis einher. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und der geringen Arbeitslosenzahlen wird gern angenommen, dass die fehlende Arbeit nicht ohne Begründung vorlag.

Wahrheit ist das oberste Gebot jeder Bewerbung

Die Wahrheit im Lebenlauf ist ganz wichtig

Wer beim Lügen im Lebenslauf ertappt wird, hat bereits verloren. Deswegen lieber ehrlich die Lücken im Lebenslauf ansprechen. – Bild: istockphoto.com/SIphotography

Du solltest bestehende Lücken in deinem Lebenslauf nicht verschleiern. Vielleicht gelingt es noch, dass diese in der Bewerbungsmappe an sich nicht auffallen, doch spätestens im Vorstellungsgespräch wirst du dich aktiv den Fragen stellen. Kommt hier heraus, dass du lügst, sind deine Jobchancen bei null. Deswegen lautet das oberste Gebot: Bleib immer ehrlich und steh zu Zeiten, in denen du nicht gearbeitet hast. Personalverantwortliche werten hier eine ehrliche Begründung höher als eine angebliche Weiterbildung, die du nicht belegen kannst.

Achte also darauf:

  • Dein Lebenslauf sollte lückenlos sein.
  • Warst du erwerbslos, kennzeichne dies auch. Vielleicht hast du auch einen Fortbildungskurs besucht, den dir die Bundesagentur für Arbeit angeboten hat. Einen solchen Kurs kannst du natürlich aufführen.
  • Auch wenn du ein Jahr lang durch verschiedenste Länder gereist bist, brauchst du dich nicht verstecken. Viele Personaler bevorzugen sogar Bewerber, die Auslandserfahrung haben, weil sie zum Beispiel sprachgewandter sind.

Bewerber versuchen immer wieder, Lücken zu verstecken. Möglichkeiten dafür gibt es viele und wir können dir garantieren: die meisten sind den Personalern gut bekannt. Ein Lebenslauf sollte immer zeitlich geordnet sein. Das heißt: Er gibt genauestens Aufschluss darüber, in welchem Zeitraum du welcher Tätigkeit nachgegangen bist. Einfache Jahreszahlen reichen da nicht aus. Jede Beschäftigung, die du ausgeführt hast, wird mit Monat und Jahr angegeben.

Stehen nur Jahreszahlen im Lebenslauf, wissen Personaler in der Regel, dass es gute Gründe gibt, warum die Monate fehlen. In diesem Fall werden sie zum einen Arbeitszeugnisse genauer ansehen, außerdem werden sie bei dir nachfragen, spätestens im Vorstellungsgespräch. Übrigens ist auch ein sogenanntes Erfahrungsprofil keine Lösung. In einem Erfahrungsprofil gibst du an, wie viele Jahre du insgesamt in den verschiedenen Positionen gearbeitet hast. Auch hiermit lassen sich diese Fälle gut verschleiern. Personalern ist das aber bekannt.

Lücken rechtzeitig vermeiden

Wie du Lücken im Lebenslauf rechtzeitig vermeiden kannstNatürlich kann es immer passieren, dass du gekündigt wirst und eben nicht gleich wieder ein neues Angebot für deine berufliche Entwicklung vorliegen hast. Das passiert sehr schnell und trifft die meisten Bewerber. Versuche aber rechtzeitig, solche Zeiten bewusst für deine berufliche Entwicklung zu nutzen. Du möchtest beispielsweise nach Ausbildungsende mehrere Monate überbrücken, bis dein neuer Job beginnt? Dann nutze diese Pause aktiv. Versuche einen Kurs zu belegen oder eine kurze Weiterbildung zu ergattern, sodass du dich qualifizieren kannst.

Zu Beginn mag diese aktive Nutzung von Pausen außergewöhnlich sein. Im Laufe deines Berufslebens kann sie dir aber viel Ärger ersparen. Zeiten ohne Beschäftigung sind immer eine gute Möglichkeit, um Kenntnisse auszubauen.

Was passiert, wenn ich Arbeitslosigkeit und Co. verschleiere?

Viele Bewerber möchten ihre Lücken im Lebenslauf verschleiern, indem sie beispielsweise bei Nachfragen auf vermeintliche Kurse oder Weiterbildungen verweisen. Immerhin steigert das im ersten Moment die Jobchancen. Doch genau davon solltest du absehen. Baue keine Qualifikationen und Beschäftigungen in deinen Lebenslauf ein, die du gar nicht absolviert hast. Erstens bringt dich das im neuen Job schnell in Erklärungsnot, wenn du beispielsweise scheinbar vorhandene Kenntnisse abrufen sollst.

Zweitens kann dich falscher Inhalt im Lebenslauf teuer zu stehen kommen. Eine Lüge ist ein driftiger Kündigungsgrund. Diese kann dir übrigens auch nachträglich ausgesprochen werden und ist dann meistens fristlos. Du solltest also immer ehrlich sein. Vermeide es außerdem, die Lücken zu frisieren. Auch das wird immer wieder versucht, fällt bei den Personalern aber schnell auf und sorgt außerdem für Unmut.

Personaler haben oft Verständnis

Natürlich sind Personalmitarbeiter auch nur Menschen und auch sie selbst haben vielleicht schon einmal mit fehlender Arbeit oder ähnlichem zu kämpfen gehabt. Demnach sind Lücken in deinem Lebenslauf gar nicht so schlimm, wie du vermutest. Es gibt sogar Lücken, denen Personalmitarbeiter mit Verständnis begegnen. Hat dich beispielsweise eine Krankheit über längere Zeit niedergestreckt, brauchst du das nicht verstecken. Leider kann das jeden treffen. Es ist übrigens auch nicht erforderlich, dass du die Erkrankung genau benennst. Du solltest aber zumindest im Lebenslauf auf die Erkrankung hinweisen.

Aufatmen kannst du auch, wenn du nach deiner Ausbildung zunächst ohne Job bist. Das ist nicht außergewöhnlich. Wenn du aber weißt, dass du bis zum wirklichen Berufseinstieg noch einige Monate brauchst, solltest du versuchen, diese Zeit gut zu überbrücken. Frage in einem Unternehmen beispielsweise nach einem Praktikumsplatz.

So erklärst du Arbeitslosigkeit in deinem Lebenslauf

Ein häufiges Problem, das viele Fachkräfte betrifft, sind Lücken durch eine fehlende Arbeit. Mit wenigen Ausnahmen gibt es kaum jemanden, der durchgehend beschäftigt ist. Auf die Erwerbslosigkeit kann du im Lebenslauf und im Anschreiben aktiv eingehen:

  • In deinem Lebenslauf wird die Dauer der arbeitsfreien Zeit genau genannt und zwar mit Monat und Jahr. Du definierst sowohl deren Start als auch das Ende.
  • Im Anschreiben deiner Bewerbungsmappe kannst du dann auf solche Situationen eingehen und sie erklären. Verdeutliche, was du alles getan hast, um deine Arbeitslosigkeit zu beenden. So gelingt es dir rasch zu signalisieren, dass du engagiert bist und arbeiten möchtest.

Auch die Elternzeit gehört in den Lebenslauf, denn sie umfasst meist mehrere Monate oder auch Jahre. Leider wird die Elternzeit oft nicht so hoch gewertet, wie es eigentlich angemessen wäre. Daher ist Vorausschauen angesagt: Wenn du in Elternzeit bist, solltest du die Monate trotzdem nutzen, um an der einen oder anderen Weiterbildung teilzunehmen. Dadurch fällt dir dann auch der Wiedereinstieg ins Berufsleben leichter. Es gibt sogar Arbeitsplätze und Berufe, in denen das besonders angemessen ist, da sonst fachliche Defizite entstehen.

Lag eine Auszeit vom Job vor, um einen Angehörigen zu pflegen? Dann erwähnst du das ebenso in deiner Bewerbung. Grundsätzlich stellen diese Pflegezeiten für die Personaler meistens kein größeres Problem dar.

Wichtig: Ein Lebenslauf darf nicht länger als zwei Seiten sein. Schränke eventuelle Erklärungen also ein und greife diese eher im Anschreiben auf.

Lücken bei langer Arbeitslosigkeit: So gehst du darauf ein

Statt "arbeitslos" andere Begriffe im Lebenslauf verwendenLangzeitarbeitslosigkeit erschwert den Jobeinstieg natürlich immer. Das ist kaum vermeidbar. Es gibt aber Formulierungen, mit denen du belegen kannst, dass du sie sinnvoll genutzt hast. Versuche zum Beispiel den Begriff –arbeitslos– zu vermeiden. Stattdessen kannst du folgende Formulierungen verwenden:

  1. jobsuchend
  2. arbeitssuchend
  3. berufliche Neuorientierung

Du kannst auch gern deine Wunschposition nennen, in der du nach der Arbeitslosigkeit wieder in den Beruf starten willst. Langzeitarbeitslosigkeit wird meist von Weiterbildungen und Kursen begleitet. Diese solltest du auch immer nennen, denn sie zeigen, dass du dich bemüht hast. Von besonderem Wert ist immer ein sogenanntes Selbststudium, in dem du beispielsweise deine PC-Kenntnisse erweitert hast.

Personaler erkennen Fernstudiengänge besonders hoch an, da diese selbständiges Arbeiten und sehr viel Eigeninitiative voraussetzen. Kümmere dich, wenn du noch keine neue Stelle in Aussicht hast, um ein Praktikum. Auch wenn dir ein Betrieb nur ein unbezahltes Praktikum anbieten kann, solltest du dieses annehmen, denn in deinem Lebenslauf wird dich das weiterbringen. Versuche auch bei der Bundesagentur für Arbeit aktiv nach Weiterbildungsangeboten zu fragen.

Weiterbildungen zahlen sich übrigens parallel zum Job aus. Sie sorgen dafür, dass du neue Fertigkeiten erwirbst und steigern die Chancen auf eine Gehaltserhöhung erheblich.

Wichtige Fragen und Antworten

Bist du dir noch nicht sicher, wie du mit Lücken im Lebenslauf umgehen sollst, kannst du dich hier noch einmal informieren. Wir haben wichtige Fragen und Antworten zusammengestellt.

Wie schlimm sind Lücken im Lebenslauf?

Du kannst aufatmen. Lücken fallen zwar sicherlich auf und werden von den Personalern auch genau betrachtet, meistens haben sie aber Verständnis. Wenn du diese Zeiten aktiv nutzt, um dich beispielsweise weiterzubilden, können sie dir sogar einen kleinen Bonus bescheren. Wichtig ist nur, dass du die Lücken nicht frisierst. Bleibe ehrlich und stehe zu den Fehlzeiten.

Wie kann ich Lücken im Lebenslauf füllen?

Natürlich verleitet eine Lücke, beispielsweise aufgrund von Arbeitslosigkeit dazu, dass diese gefüllt wird. Bleibe aber immer ehrlich. Wenn du also keine Weiterbildung gemacht hast, kannst du diese auch nicht nennen. Du kannst aber anstelle von –arbeitslos– –arbeitssuchend– schreiben. Das wirkt aktiver. Ebenso kannst du bei einer längeren Erwerbslosigkeit von einer beruflichen Neuorientierung sprechen.

Was sind Lücken im Lebenslauf?

Von Lücken ist immer dann die Rede, wenn du in einem Zeitfenster von mehr als zwei Monaten nicht gearbeitet oder eine Ausbildung absolvierst hast. Solche Lücken entstehen durch einen verspäteten Berufseinstieg, Krankheit, Kündigung oder die Pflege von Angehörigen. Du solltest auch diese Zeiten bewusst benennen.

Ab wann habe ich eine Lücke im Lebenslauf?

Eine Auszeit von vier Wochen ist gar nicht so unüblich. Etwa ab zwei Monaten werden Personalverantwortliche allerdings hellhörig und schauen genau hin. Hast du gerade deine Ausbildung abgeschlossen, hast du bis zum Berufseinstieg aber eine Schonfrist von sechs Monaten.

Welche Gründe für Lücken im Lebenslauf gibt es?

Lücken entstehen schneller als du vermutest. Oft bist du dafür nicht einmal selbst verantwortlich. Mögliche Gründe:

  • Mutterschutz und Elternzeit können zu einer Lücke von mehreren Monaten oder Jahren führen.
  • Längere Erkrankungen wie Krebs können ebenso für eine Lücke verantwortlich sein.
  • Kannst du nach betriebsbedingten Kündigungen nicht sofort in einen neuen Job einsteigen, ist auch das ein Grund.
  • Die Pflege von Angehörigen sorgt dafür, dass du mehrere Monate deinem Job nicht nachgehen kannst.
  • Auch eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus Eigeninitiative kann eine Lebenslauflücke nach sich ziehen.
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