Lebenslauf – das wichtigste Dokument in einer Bewerbung

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Der Lebenslauf – Zu einer guten und vollständigen Bewerbung gehören nicht nur ein Foto, Anschreiben und Zeugnisse, sondern auch ein passender Lebenslauf. Wenn nicht anders angegeben, dann ist immer ein tabellarischer Lebenslauf gefordert. Worauf es bei diesem Schriftstück ankommt, welche Details wichtig sind und wie du typische Fehler vermeidest, erfährst du nachfolgend.

Der Lebenslauf – das A und O einer Bewerbung

In einer Bewerbungsmappe gehört der Lebenslauf zu den wichtigsten und am meisten gelesenen Dokumenten. Nicht nur Personaler und Chefs schauen sich dieses Dokument an – teilweise wird es auch an potenzielle Kollegen zur weiteren Begutachtung weitergereicht. Investiere daher ein wenig Zeit und Liebe.

Pro Bewerbung nehmen sich Personaler meistens nur wenige Minuten Zeit. Das Ziel ist es jedoch, sich von anderen Bewerbern abzuheben, um noch bessere Chancen zu haben. Eine übersichtliche Gliederung ist hier das A und O, damit alle Informationen

  • leicht
  • nachvollziehbar
  • und problemlos

zu erfassen sind. Um die Übersicht zu gewähren, bietet sich ein gut strukturiertes Design an. Hierfür gibt es zahlreiche Vorlagen im Internet, wobei sich diese Muster natürlich noch entsprechend individueller gestalten lassen.

Die besten Tipps zur Erstellung

Achte beim Erstellen auf ein paar Details. Damit diese Kleinigkeiten nicht hinten überfallen, helfen wir dir mit den entsprechenden Tipps:

  • Achte darauf, dass die Schrift vor allem am Bildschirm gut lesbar ist. Klassische Schriftarten, wie zum Beispiel Arial, Georgia, Tahoma oder Times, eignen sich hierfür am besten. Wähle lieber eine Schriftgröße, die ein wenig größer ist. Damit sich die Informationen schnell und einfach erfassen lassen, ist auch die Größe der Zeilenabstände ausschlaggebend. Überprüfe am Ende, ob wirklich alle Schriften einheitlich sind. Oftmals verstellt sich die Schrift beispielsweise bei einem neuen Absatz, sodass es sein kann, dass aus Arial wieder Times wird.
  • Übertreibe bei Hervorhebungen keinesfalls. Dir stehen mit Fett, Kursiv oder Unterstrichen drei verschiedene Varianten zur Verfügung. Für Hervorhebungen arbeitest du nur mit einer ausgesuchten Variante (vor allem Fettdruck hat sich für den Bildschirm bewährt).
  • Um die beruflichen und persönlichen Daten unterzubringen, sind Datumsangaben nötig. Wichtig ist, dass die Systematik immer gleich ist und sich nicht von Absatz zu Absatz unterscheidet. Einzelne Tage werden bei den Daten weggelassen. Schreibe die Monate stattdessen aus (Februar 2015 – Dezember 2017), formuliere sie abgekürzt (Feb. 2015 – Dez. 2017) oder als reine Zahlenangabe (2/2015 – 12/2017).
  • In einem Muster-Lebenslauf sind in der Regel auch Bereiche zu finden, in denen sich deine persönlichen Stärken herausarbeiten lassen. Ein guter Lebenslauf geht in jedem Fall auf spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten ein, die allerdings für die angestrebte Stelle Relevanz aufweisen. Du darfst auch gerne Hobbys oder ehrenamtliche Tätigkeiten nennen, sofern es passende Soft-Skills sind.
  • Auch, wenn nicht explizit ein Bild gefordert ist, so gehört in einen ausführlichen Lebenslauf auch ein professionelles Business-Portrait von dir. Obwohl es offiziell natürlich verpönt ist, so ist es dennoch Fakt, dass Unternehmen auf das Äußere wert legen und Bewerber auch anhand dessen beurteilen.
  • Früher wurden Lebensläufe und Bewerbung stets unterschrieben (sowohl die ausgedruckte Word-Datei als auch das online versendete PDF-Format). Heutzutage ist eine Unterschrift auf einem Lebenslauf nicht mehr nötig, auf einer Bewerbung allerdings weiterhin.

7 Tipps für den Lebenslauf

Die Struktur in der Übersicht

In deinen Lebenslauf gehört jede Menge Inhalt – gar nicht so einfach, wenn gleichzeitig die Übersicht eine große Rolle spielt. Ein „richtig“ und „falsch“ gibt es in dieser Hinsicht nicht. Achte einfach darauf, dass das Konzept durchdacht ist.

Normalerweise wird beim Schreiben umgekehrt chronologisch sortiert. Einzig, wenn dein Text (zum Beispiel als Schüler für eine Ausbildung oder für ein Praktikum) noch sehr kurz ist, könnte eine klassisch chronologische Sortierung besser geeignet sein.

Wichtig ist, beim Aufbau verschiedene Stationen zusammenzufassen. Ein moderner Lebenslauf ist daher in einzelne Blöcke unterteilt:

Ausbildung

In diesem Abschnitt nimmst du deine schulische und studentische Laufbahn auf und sortierst diese umgekehrt chronologisch. Bei Bedarf lassen sich in diesem (oder im nächsten) Abschnitt auch Auslandsaufenthalte unterbringen. Eine eigene Überschrift ist hierfür in der Regel nicht nötig.

Praxis

Deine Praxiserfahrung, das heißt deine beruflichen Stationen, nimmst du in diesem Abschnitt auf. So lässt sich dein Werdegang in einer übersichtlichen Form im tabellarischen Lebenslauf beschreiben.

Nebenjobs – Kenntnisse – Fähigkeiten
Als optionale Inhalte lassen sich bestimmte Fähigkeiten, Kenntnisse oder spezielle Nebenjobs auflisten. Wichtig ist, dass diese Angaben zur Stelle passen. Wenn du dich als Koch bewirbst, ist beispielsweise das Hobby Kochen sehr relevant. Besitzt du dagegen einen eigenen Blog oder bist in Social-Media-Profilen aktiv und bewirbst dich als Social-Media-Manager oder als Redakteurin, dann sind auch diese Hobbys unter Umständen sehr relevant für den Job.

Eine gute Bewerbung lebt nicht von unzähligen Texten. Erläutere beim Erstellen deinen schulischen Werdegang sowie deine praktischen und beruflichen Erfahrungen so kurz wie möglich. Arbeite mit Halbsätzen oder besser noch mit Stichworten. Das Ziel ist es auch hier, dass der Leser die Informationen auf einen Blick erfassen kann und du aus der Reihe der Bewerber hervorstichst.

Lebenslauf-Struktur antichronologisch

Dennoch: Beim Inhalt ist das Sprichwort „so kurz wie möglich und so lang wie nötig“ sehr gut geeignet. Das bedeutet, dass beispielsweise vollständige Namen, aber auch Firmierungen, Orte und eventuell sogar das Land wichtig sind. Bei einem Studium gehört auch unbedingt der Studiengang dazu. Bei einem ausgeübten Beruf ist die konkrete Berufsbezeichnung ebenfalls von Relevanz und darf im tabellarischen Lebenslauf nicht fehlen.

Eine oder zwei DIN A4 Seiten?

Wer bereits einen längeren Werdegang hinter sich hat, bekommt natürlich nicht alle relevanten Informationen auf eine Seite. Halte die Reihenfolge zwar ein, aber versuche dennoch, die wichtigsten Informationen auf die erste Seite zu bekommen.

Durch das Layout lässt sich noch ein wenig Platz sparen, sodass bestimmte Inhalte auf der ersten Seite landen. Mit einer Projektliste lässt sich das Dokument zudem anders zu gestalten.

Zuerst erstellst du den klassischen Lebenslauf, der den Werdegang beschreibt. Hier gehst du allerdings nicht auf konkrete Aufgaben ein, sondern listest diese in einer Projektliste am Ende auf. In dieser Liste können zum Beispiel

  • Zeitraum
  • Arbeitgeber bzw. Auftraggeber
  • Größe des Teams
  • Position innerhalb des Teams
  • verfügbares Budget
  • Inhalte
  • und Ergebnisse

aufgeführt sein. Das ist vor allem für Selbstständige sinnvoll, die ihre Kunden und Projekte vorstellen möchten. Wenn du dich in wissenschaftlichen Bereichen bewirbst, kann dagegen die Erstellung einer Publikationsliste (oder Liste für die Teilnahme an Konferenzen) sinnvoll sein. Auch hier gilt: Hebe dich als Bewerber hervor und passe deine Bewerbung individuell an die Stelle und Art (beispielsweise Praktikum, Ausbildung, Vollzeitjob) an.

Auf Muster und Vorlagen setzen?

Am sinnvollsten ist es, auf eine kostenpflichtige oder kostenlose Vorlage zu setzen, die es in zahlreichen verschiedenen Stilen gibt. Gleichzeitig ist das tabellarische Muster somit bereits entsprechend formatiert und muss von dir nur noch angepasst werden.

Aufgebaut ist das Schriftstück in zwei Spalten. Links ist der Zeitraum zu finden und rechts die entsprechenden Tätigkeiten sowie Details. Unterteilt sind diese Informationen in Rubriken/Abschnitten.

Unser Tipp: Sobald du eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hast, gehört die Grundschule nicht mehr zur gängigen Angabe. Das wäre lediglich bei Schülern in Ordnung, die einen sehr kurzen Lebenslauf haben. Andere persönliche Daten sind natürlich weiterhin wichtig.

Abgesehen von diesem Schriftstück sind auch ein Anschreiben, eventuell ein Deckblatt sowie relevante Zertifikate, Referenzen, Arbeitszeugnisse und Bescheinigungen Bestandteil einer ausführlichen Bewerbungsmappe. Beachte auch, dass du die Kontaktdaten aktuell hältst. Heutzutage ist nicht die klassische Adresse am relevantesten, sondern eine Handynummer sowie eine E-Mail-Adresse. In der heutigen Zeit werden generell viele Bewerbungen via E-Mail-Adresse versendet, sodass der unkomplizierte und vor allem schnelle Kontakt per E-Mail oftmals bevorzugt wird – und zwar von beiden Seiten.

Die häufigsten Fragen zum Lebenslauf

Falls wir noch nicht alle deine Fragen beantworten konnten, möchten wir dir nachfolgend einige Fragen und Antworten mit auf den Weg geben.

Wie viele Seiten sollte ein Lebenslauf haben?

Maximal zwei Seiten sind bei einem professionellen Lebenslauf ausreichend – sowohl online als auch gedruckt. Wichtig ist, dass du besondere Kenntnisse und die beruflichen Stationen an deine jetzige Bewerbung anpasst und spezialisierst. So sehen Personaler gleich, dass du dich auf die ausgeschriebene Stelle vorbereitet hast.

Lebenslauf – was weglassen?

Wer ein Lebenslauf-Muster nutzt, der sieht schnell, dass dieser Abschnitt der Bewerbung meistens nicht länger als zwei Seiten ist. Doch was muss raus, wenn beispielsweise die schulische Ausbildung oder die Arbeitsstellen zu umfangreich sind? Gehe stets vor einer neuen Bewerbung durch die Zeilen und entscheide individuell, was für diesen Job relevant ist. Lasse beispielsweise Grundschul-Informationen weg – eventuell auch die weiteren schulischen Daten (außer Abschlüsse und Aufenthalte im Ausland).

Lebenslauf – was kommt zuerst?

Das ist ganz unterschiedlich. Um einen guten Eindruck zu machen, ist die Reihenfolge nicht so extrem wichtig. Achte aber darauf, dass inhaltlich alles enthalten ist und vor allem auch keine Rechtschreib- und Grammatikfehler zu finden sind.

Lebenslauf – wo Elternzeit angeben?

Die Elternzeit wird nicht von jedem Personaler positiv aufgenommen. Wir raten aber dennoch, diese Zeit keinesfalls zu verschweigen. Die Elternzeit wird als eigenständiger Posten oder in Kombination mit der aktuellen Stelle angegeben.

Womit Lebenslauf erstellen?

Am einfachsten ist es, mit Word zu arbeiten und die Datei (für eine E-Mail- oder Online-Bewerbung) als PDF-Datei zu speichern.

Warum muss ein Lebenslauf lückenlos sein?

Wenn ein tabellarischer Lebenslauf Lücken aufweist, kann das einerseits auf eine schlampige Erstellung deuten – oder aber, der Bewerber möchte bewusst etwas verbergen. Beides wirkt sich nicht unbedingt positiv im Bewerbungsverfahren aus, denn Personaler achten darauf, dass keine auffälligen Lücken erkennbar sind. Lieber die einzelnen Stationen (auch arbeitsfreie Zeiten) aufnehmen, statt Lücken zu lassen, um einen möglichst „perfekten Lebenslauf“ abzugeben.

Lebenslauf – welche Farben?

Farben haben eine starke Wirkung und können unter anderem den eigenen Lebenslauf verbessern. Hierzu wurden 2012 zwei wegweisende Studien von G. Milne und L. Labrecque durchgeführt. 515 Teilnehmer bewerteten dabei Logos nach 42 Persönlichkeitseigenschaften. Es wurde hierbei unter anderem festgestellt, dass beispielsweise Rot als spannend, aufregend und peppig wahrgenommen wird, Blau dagegen als kompetent, cool und ruhig. Insgesamt wird Blau mit Kompetenz, Schwarz und Violett mit Attraktivität, Rot und Orange mit Temperament und Weiß, Gelb und Rosa mit Ehrlichkeit gleichgesetzt. Aus diesem Grund sind Lebensläufe und deren Farben oftmals in Blau gehalten.

Darf ich im Lebenslauf lügen?

Ob lügen, frisieren oder Angaben unter den Tisch kehren – viele Bewerber flunkern in ihrer Bewerbung und geben beispielsweise mehr oder bessere Sprachkenntnisse, Erfahrungen und Erfolge an. Fakt ist allerdings, dass derartige Falschangaben bei einer eventuellen Einstellung später zu einer fristlosen Kündigung führen können – auch noch lange nach der Probezeit. Es kann außerdem sein, dass Gehalt zurückgezahlt werden muss (hierzu gibt es entsprechende Fälle) und auch eine Freiheitsstrafe wäre möglich.

Es gibt nur eine Ausnahme: In einer Bewerbung (beziehungsweise während des Bewerbungsverfahrens) kann es sein, dass der Bewerber nach einem eventuell laufenden Ermittlungsverfahren oder gerichtlichen Strafverfahren gefragt wird. Hier darf ein Bewerber laut Bundesarbeitsgericht (AZ: 6 AZR 339/11) lügen, sofern das Ermittlungsverfahren abgeschlossen ist, während das Bewerbungsgespräch läuft und auch nur, wenn es nicht zu einer Verurteilung gekommen ist.

Lebenslauf – wohin Foto?

Vor einiger Zeit war es normal, dass das Bewerbungsfoto oben links oder rechts im Lebenslauf eingeklebt wurde. Heutzutage ist das zwar durchaus in Ordnung, besser ist allerdings ein Deckblatt mit Bewerbungsfoto.

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