Stell dir vor, du warst länger beruflich im Ausland und dort wurden dir keine Zeugnisse ausgestellt. Oder du hast jahrelang als Selbstständiger gearbeitet und deswegen keine erhalten. Auch denkbar: Du möchtest dich bewerben, aber dein aktueller Arbeitgeber soll von deinen Veränderungsabsichten nichts wissen.

In diesen und noch einigen anderen Fällen wirst du keine oder nur lückenhaft Zeugnisse vorlegen können. Viele fragen sich: Ist es dann überhaupt sinnvoll, sich zu bewerben – oder führen die fehlenden Dokumente von vorneherein zum Aussortieren der Bewerbung?

Unsere Empfehlung: Bewirb dich dennoch. Wir verraten dir, wie du mit fehlenden Zeugnissen dennoch professionell auftrittst und es in einer Bewerbung so zur Sprache bringst, dass es deine Chancen auf den neuen Job nicht mindert.

Arbeitszeugnis: Typisch deutsch!

Das Ausstellen von Arbeitszeugnissen ist eine typisch deutsche Angelegenheit. In nur wenigen anderen Ländern der Welt ist dies gängige Praxis. Auch Personalverantwortliche wissen das – und haben im Rahmen der europäischen Freizügigkeit und der Globalisierung durchaus häufig Bewerbungen auf dem Tisch, in denen Zeugnisse fehlen. Die deutsche „Zeugnisgläubigkeit“ ist damit in den letzten Jahren auch schon ein wenig geschwunden.

Wie kommuniziere ich das Fehlen der Zeugnisse?

Experten raten, die fehlenden Zeugnisse weder im Anschreiben zu erwähnen noch im Lebenslauf zur Sprache zu bringen. Denn: Das Anschreiben dient zur Platzierung der Anstellungsargumente und ein Einschub im Lebenslauf wie „Arbeitszeugnis liegt nicht vor“ könnte zu Spekulationen über die Gründe führen.

Unser Tipp: Ordne deine vorhandenden Arbeitszeugnisse umgekehrt chronologisch, also das neueste zuerst, das älteste am Ende deiner Bewerbung. Dort wo ein Zeugnis fehlt, fügst du ein Blatt ein mit der Firmenbezeichnung, deiner Position, der Dauer deiner Anstellung und einer kurzen Begründung, warum das Zeugnis nicht vorliegt.

Wie mache ich fehlende Arbeitszeugnisse wett?

Ideal ist es, wenn du statt des fehlenden Arbeitszeugnisses eine Referenz anbieten kannst. So kann sich der Personaler, wenn er will, dennoch einen Eindruck darüber bilden, wie du in der betreffenden Position gearbeitet hast.

Wie du Referenzen richtig angibst und nutzt, haben wir schon einmal in unserem Blog thematisiert. Alles Wichtige dazu findest du hier.

Fazit: Wer sich nicht bewirbt, weil Zeugnisse fehlen, trifft die falsche Entscheidung. Auch ohne lückenlose Dokumente kann deine Bewerbung durchaus erfolgreich sein.
Lies außerdem unsere Tipps zum Bewerbungsschreiben.