Marketing – dem potenziellen Kunden erklären, was er braucht

0

Marketing begegnet jedem Menschen täglich: Beim Gang auf die Straße sieht man Werbeplakate, beim Warten auf die U-Bahn Werbespots im Fahrgastfernsehen. Briefkasten und E-Mail-Postfach quellen aufgrund der zahlreichen Werbung über, und der spannende Film wird immer wieder von Werbepausen unterbrochen. Doch anders als viele glauben, nimmt die pure Werbung in der Wissenschaft des Marketings einen verschwindend geringen Stellenwert ein; in den Studiengängen Kommunikationsdesign und Werbung hingegen ist sie zentral.

Mit der Popularität des Internets stehen dem Marketing weitere Chancen zur Verfügung, was zur Entstehung neuer Berufe beigetragen hat. Du willst irgendetwas mit Marketing machen, weißt aber noch nicht genau, was? Wir wollen dir bei der Orientierung helfen, können dir jedoch aufgrund der großen Bandbreite nicht alle Berufe im Detail vorstellen.

Allgemeines zum Marketing

Kurze Geschichte des Marketings

In Deutschland wurde Marketing von Unternehmen erstmals 1893 aktiv praktiziert: Das Backpulver wurde erfunden, und die Leute waren zunächst der Ansicht, dieses gar nicht zu benötigen. Der heutige Konzern Dr. Oetker GmbH verkaufte das Backin ab 1898 in Massenproduktion, und noch heute ist das Produkt ein Renner im Supermarktregal.

Vom Begriff Marketing war in den USA erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Rede. Das erste einschlägige Seminar gab es in Deutschland im Jahr 1935. Der berühmte Marketing-Mix, ein bekanntes Konzept, das jeder kennenlernt, wenn er etwas über diese Wissenschaft lernt, wurde in den 1950er Jahren vorgestellt.

Was ist der Unterschied zwischen Marketing und Vertrieb?

Eine möglichst kurze Definition: Während sich das Marketing mit dem Markt, einer entsprechenden Produkt- und Preisgestaltung sowie den bestmöglichen Distributionswegen beschäftigt, steht bei dem Vertrieb (den dafür Zuständigen nennt man Sales Manager) der Umsatz im direkten Kundenkontakt im Zentrum (Quelle).

Was lernt man in einem Marketing-Studium?

Von Werbekonsumenten wird von einem solchen Studium häufig das Falsche erwartet. In Vorlesungen und Seminaren werden Unterschiede zwischen unterschiedlichen Fachbegriffen wie etwa Werbung, Direkt- und Telemarketing sowie dem Begriff der Markenbekanntheit so amüsant und anschaulich erklärt wie in diesem Artikel.

Ob Marketing, Marketingmanagement, Internationales Marketing, BWL mit Marketing oder der Studiengang Online Marketing (dieser kann sich beispielsweise E-Commerce, Digital Media oder Multimedia Marketing nennen) – du wirst mit dem Fach Rechnungswesen und auch mit juristischen Lehrveranstaltungen rechnen können. Doch stehen auch Themen wie Kommunikationspolitik und Produktpolitik auf dem Lehrplan.

Es gibt einige Studiengänge, die von vorneherein eine Spezialisierung anbieten, beispielsweise auf den Bereich Sport oder Mode. Bevor man sich für ein solches Studienfach immatrikuliert, sollte man sich ganz sicher sein, dass man zumindest längere Zeit bei dem gewählten Bereich bleiben möchte.

Mit einem Studium mit Schwerpunkt Marketing hat man übrigens auch global sehr gute Chancen, auch deshalb, weil die Pflichtlektüre häufig auf Englisch ist. Wer gleich nach dem Studium im Management durchstarten will, sollte in jedem Fall noch einen Master draufsatteln, beispielsweise im Fach „Marktorientierte Unternehmensführung“.

Ein BWL-Studium macht für dich übrigens mehr Sinn, wenn du dich für Mathe begeistern kannst. Außerdem stehen dir dann weitere Spezialisierungsmöglichkeiten wie Controlling, Vertrieb oder Rechnungswesen offen.

Welches Studium ist erforderlich?

Besonders naheliegend sind die Fächer Marketing, Betriebswirtschaft, Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftspsychologie oder die oben genannten Studiengänge. Zwar können auch Quereinsteiger Chancen haben, doch wird von diesen meist erwartet, dass sie entweder bereits fundierte Kenntnisse zum Beispiel aus einem Fernstudium, autodidaktischen Bemühungen oder einer Stelle als Werkstudent mitbringen oder erst einmal als Praktikant anfangen.

Einstiegsmöglichkeiten ohne Studium

Ein/e Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation (früher hieß der Beruf „Werbekauffrau“) spricht in ihrer Berufstätigkeit die anvisierte Zielgruppe richtig an. Auch mit Verträgen, Lizenzen und Rechten kennen sich diese Personen aus. Der Großteil derer, die diese Ausbildung machen, bringt übrigens Abitur mit.

Marketing - ein Teilbereich ist SEA

Bildquelle: www.istockphoto.com / Devenorr

Verschiedene Berufe im Marketing

Manche der im Folgenden vorgestellten Berufe können auch im Rahmen eines Quereinstiegs ergriffen werden, in erster Linie der Beruf des Kundenbetreuers und der des Texters.

CRM Manager

CRM steht für customer relationship management. Die Pflege von Kundenbeziehungen steht in diesem Bereich im Zentrum. Der Mitarbeiter kümmert sich um den Aufbau von Kampagnen, anhand derer die Kundenbindung erhöht werden soll. Auch das Definieren bestimmter Kennzahlen gehört zum Job.

Eventmanager

Ein solcher ist ein Spezialist des Eventmarketings, und die Organisierung und Planung von Events gehören zu seinem Kerngeschäft. Ziel dieser Events ist die Verbesserung der Unternehmensreputation sowie des Absatzes. Events können beispielsweise in Form einer sportlichen Veranstaltung oder eines Action-Dinners verwirklicht werden.

Kundenbetreuer

Die Beratung von Kunden steht im Zentrum. Wichtig ist, dass es dir gelingt, Kunden entsprechend zu überzeugen und Präsentationen ansprechend zu gestalten. Wie zufrieden ist der Kunde, und wie kann die Kundenbindung verbessert werden?

Marketing Manager

Produktkommunikation und Markenkommunikation sind die beiden zentralen Aufgaben eines Marketing Managers. In diesem Beruf werden Marketingkampagnen entwickelt. Hierfür muss das Marktumfeld analysiert werden. Auch beim Aussehen eines Produkts oder seinem Preis hat diese Person etwas mitzureden. Es handelt sich um eine ausgesprochen vielseitige Position.

Online Marketing Manager

Viele der Stellenanzeigen, in denen ein Online Marketing Manager gesucht wird, enthalten den Zusatz (SEA) oder (SEO). Diese beiden Spezialgebiete werden unten erklärt.

  • Spezialgebiet SEA (Suchmaschinenwerbung): Mittels Werbeanzeigen bei Suchmaschinen werden Internet-User auf die Website gelockt. Man hat die Verantwortung über teils sehr umfangreiche Budgets und sollte daher nicht nur gut in der Formulierung der Werbeanzeigen sein, sondern auch ein gutes Händchen für Zahlen haben.
  • Spezialgebiet SEO (Suchmaschinenoptimierung): Bei der Onpage-Optimierung geht es darum, dass die Inhalte auf der Website dieser zu einem besseren Suchmaschinenranking verhelfen. Bei der Offpage-Optimierung sorgt man anhand von Linkaufbau dafür, dass die Internetseite eine bessere Position in den Suchergebnissen erhält.
  • Spezialgebiet Affiliate Marketing: Ein Affiliate Manager hilft seinen Partnern (sogenannten Affiliates), die eine Provision damit verdienen, dass sie auf ihrer Website Werbung für die Produkte und Dienstleistungen des eigenen Unternehmens machen, noch erfolgreicher zu sein. Auch das Akzeptieren von Affiliates gehört zum Berufsalltag. Als Affiliate Manager muss man viele Zahlen jonglieren.
  • Spezialgebiet Social Media Marketing: Der Social Media Marketing Manager kümmert sich um Social-Media-Kanäle, also beispielsweise Twitter, Facebook, YouTube, Instagram, Pinterest oder Xing bzw. LinkedIn wie auch Snapchat. Er erstellt den Content für die Kanäle und kommuniziert mit den Kunden. Es gibt stets bestimmte Ziele, die anhand von Social Media erreicht werden sollen. Meist soll in erster Linie die Reichweite einer Website verbessert werden.

Texter

Viele im Marketing tätigen Texter sind selbstständig. Es gibt unterschiedliche Spezialisierungsmöglichkeiten:

Um etwa als Online-Texter das Content Marketing eines Unternehmens zu unterstützen, sind SEO-Kenntnisse wichtig. Zugleich müssen die Texte für die jeweilige Zielgruppe hilfreich und gut geschrieben sein.

Als Werbetexter kann man in einer Werbeagentur oder in der Marketingabteilung eines Unternehmens tätig sein. Slogans müssen sich gut im Gedächtnis der Rezipienten verfestigen, weshalb man entsprechend talentiert sein sollte.

Welche Eigenschaften sind wichtig in diesem Bereich?

Manchmal wird gesagt, Leute aus dem Marketing seien ein eigener „Schlag“. Damit ist gemeint, dass diese Menschen etwas gemeinsam haben, das sie von Personen aus anderen Bereichen abhebt.

  • Kreativität und Improvisationstalent: In zahlreichen Disziplinen des Marketings sind viele eigene Ideen erforderlich. Je origineller die Ideen sind und je schneller sie einer Person einfallen, desto erfolgreicher wird man im Beruf sein.
  • analytisches Denken: Diese Eigenschaft ist insbesondere in den Bereichen SEO und SEA wichtig.
  • Sprachgewandtheit und Kommunikation: Klar ist, dass man sich als Telemarketing Agent besonders gut ausdrücken können muss. Doch auch wer als SEO arbeitet, darf nicht an Wortfindungsstörungen leiden, und ein Texter muss stets den richtigen Ton treffen.
  • Ehrgeiz und eine hohe Motivation: Wer einen Job sucht, an dem er einfach nur einen Tag absitzen kann ohne Großartiges zu leisten, ist im Marketing falsch, denn von den Leistungen des Einzelnen hängt ab, wie es der Agentur, der Abteilung oder der Firma geht.
  • Vorliebe fürs Networking: Beruflich wichtige Kontakte werden auf Spezial-Stammtischen (Beispiel: SEA-Stammtisch), Festivals, Messen und Fortbildungen geknüpft. Hier kommt eine besonders wichtige Eigenschaft der Marketer zum Tragen: Die Kommunikationsfähigkeit.
  • Eine Vorliebe für Anglizismen: Du findest es lächerlich, wenn vieles auf Englisch gesagt wird, obwohl es auch passende deutsche Wörter dafür gibt? Dann wirst du dich in diesem Bereich wahrscheinlich weniger wohl fühlen. Corporate, Public Relations, Advertising, Content, Customer Relationship… solche und weitere Begriffe kommen Marketern in alltäglichen Gesprächen leicht über die Lippen. Das mag daran liegen, dass das Englische bereits im Studium eine große Rolle gespielt hat.
  • Je nach Einsatzgebiet darf man nicht zu idealistisch veranlagt sein: Als SEO muss man manchmal Ellbogenmentalität mitbringen und je nach Motto des Arbeitgebers auch ethisch verwerfliche Methoden anwenden (Grey-Hat-SEO).

Wieviel verdient man im Bereich Marketing?

Laut Absolventa erhält man im Online-Marketing als Bachelor-Absolvent ein Einstiegsgehalt von ca. 36.000 €, einen Marketing Manager erwartet ein monatliches Einstiegsgehalt in Höhe von mindestens 2.000 €.

Das beste Gehalt kann man laut marketing-studieren.de im Bereich Strategisches Marketing erwarten, gefolgt vom Spezialgebiet Produktmanagement. CRM steht an der dritten Stelle, gefolgt vom Marketing Management. Mit dem geringsten Gehalt müssen übrigens die Redakteure leben, obwohl diese oft in hohem Maße zum Erfolg eines Unternehmens beitragen.

Bei Marketing handelt es sich um ein sehr beliebtes Studienfach bzw. eine ausgesprochen beliebte Spezialisierung im Rahmen des BWL-Studiums. Aus diesem Grund kommen auf eine Stelle zahlreiche Bewerber, weshalb es für die Unternehmen auch nicht erforderlich ist, besonders hohe Gehälter zu zahlen.

Festanstellung oder lieber eigenes Business?

In allen Disziplinen des Marketings ist die berufliche Selbstständigkeit weit verbreitet. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man sein eigener Chef sein und im Homeoffice arbeiten kann. Ist man mit dem eigenen Business besonders erfolgreich, wandert der Gewinn in die eigene Tasche. Außerdem musst du ausschließlich die Vorgaben deiner Kunden befolgen und hast deshalb in vielen Fällen die Auswahl, welche Marketing-Strategien du auswählst. Zudem sammelt man Erfahrungen in der Unternehmensführung, was dazu beitragen kann, dass man später leichter an einen Job als Führungskraft kommen kann.

Auch Quereinsteiger, die andere Studiengänge als Betriebswirtschaftslehre & Co. abgeschlossen und keine Festanstellung gefunden haben, erhalten im Rahmen ihrer Selbstständigkeit die Gelegenheit, praktische Erfahrungen zu sammeln – ob in der Markenkommunikation, als Spezialist im Bereich Mobile Produkte oder in der Marktforschung.

Doch es gibt auch Nachteile an der Selbstständigkeit:

  • Kein Arbeitszeugnis: War man in einer Festanstellung tätig, kann man anhand eines Arbeitszeugnisses nachweisen, dass man etwas geleistet hat, während sich bei einem Selbstständigen immer die Frage stellt, wie viele Stunden pro Woche er denn gearbeitet hat.
  • unsichere Einkommensverhältnisse: Auch wenn die Auftragslage schwankt oder auch wochenlang die Aufträge ausbleiben, sieht so mancher Selbstständiger keinen Sinn darin, das eigene Business komplett aufzugeben. Daraus können sich Vorteile aber auch Nachteile für eine Festanstellung danach ergeben.

Fazit

Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob der Bereich Marketing etwas für dich ist, solltest du das möglichst im Rahmen eines Praktikums herausfinden. Solltest du noch nicht wissen, auf welchen Teilbereich du dich später gern spezialisieren möchtest, können auch mehrere Praktika Sinn machen. Was allerdings in praktischen Abschnitten nicht klar wird: die vielen Definitionen, die du im Studium lernen musst.

Wenn du als Quereinsteiger im Marketing arbeiten möchtest, solltest du jedenfalls sehr viel Lernfreude und Neugier mitbringen. Der eine oder andere Zusatzkurs an der Uni kann übrigens auch nicht schaden.

Noch ein Tipp: Um ein Marketing-Gewerbe anzumelden, bedarf es keines Wissensnachweises. Du kannst dich also bei einer (nebenberuflichen) Selbstständigkeit in deinem eigenen Tempo in diesen Bereich einarbeiten und einlesen und hast gleichzeitig etwas vorzuweisen, was dir zu einer späteren Festanstellung verhelfen kann.

Hier gibt es aktuelle Stellenanzeigen aus dem Marketing

Hinterlasse einen Kommentar