Hausmeister – Mädchen für alles

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Bereits im Jahr 1987 wurde in der bayerischen Fernsehserie „Die Hausmeisterin“ klar gemacht, dass diese Funktion nicht immer von einem Herren ausgeübt werden muss. Später, ab 1999, wurden typische Klischees wie Denunziantentum in der TV-Serie „Hausmeister Krause – Ordnung muss sein“ auf die Spitze getrieben. Ansonsten führt der Beruf ein eher unspektakuläres Dasein, wird jedoch in den Stellenanzeigen häufig nachgefragt.

Welche Eigenschaften muss ein guter Hausmeister mitbringen? Wie man seine Chancen auf eine Stelle erhöht und was im Job wichtig ist, erfährst du in diesem Artikel.

Allgemeines zum Beruf

Ansprechpartner für vielerlei Probleme

In den unterschiedlichsten Einrichtungen werden Hausmeister, die auch Objekt-Manager, Hauswart oder Haustechniker genannt werden, benötigt. Für keine dieser Bezeichnungen gibt es eine entsprechende Berufsausbildung, von kurzen Lehrgängen einmal abgesehen.

Da es sich um einen höchst abwechslungsreichen Job handelt, werden Stellen am liebsten mit technisch versierten Allroundern besetzt. Erfolgreiche Haustechniker sind nicht nur gern für die Menschen da und haben ein offenes Ohr für deren Probleme, sondern kümmern sich zudem um alle Verstöße gegen die Hausordnung. Die Betreuung eines Wohnkomplexes oder Hauses, einer Schule oder eines Bürogebäudes verlangt dem jeweiligen Hauswart vielfältige Kompetenzen ab. Wichtig ist jedoch auch, die eigenen Grenzen zu kennen: Welche Probleme kann und darf man ohne Hinzuziehung externer Dienstleister oder zuständiger Stellen lösen?

Was gehört zu den Aufgaben eines Hausmeisters?

Je nachdem, wo ein Hauswart angestellt ist, können auf ihn die unterschiedlichsten Anforderungen warten.

  • Schnittstelle zwischen Vermieter und Mietern sein: Dem Haustechniker kommt häufig eine vermittelnde Funktion zu. Beispielsweise können Streitigkeiten zwischen unterschiedlichen Parteien bestehen.
  • Pflege des Objektes: Dazu gehören Reinigungsarbeiten, Kehrdienst und Gartenpflege. Etwa muss ein Hausmeister im Sommer das Laub auf der Straße entfernen und im Winter Schnee räumen.
  • Überprüfung und Überwachung unterschiedlicher technischer Funktionen: Beispielsweise kann es zu den Aufgaben gehören, die Funktionstüchtigkeit der Abwasserkanäle zu überprüfen.
  • kleine Reparaturen: Zum Alltag gehört es, tropfende Wasserhähne zu reparieren oder Heizungen zu entlüften, also Aufgaben, die nicht selten von handwerklich begabten Mietern übernommen werden. Stehen größere oder komplexere Reparaturen an, werden externe Dienstleister beauftragt.
  • Ablesen von Zählerständen: Auch diese Tätigkeit wird häufig von geschickten Mietern erledigt.
  • Ungezieferbekämpfung
  • Fachgerechte Mülltrennung
  • Durchführung von Wohnungsbesichtigungen
  • Ist man als Hausmeister in einer Schule tätig, können außerdem weitere Tätigkeiten wie der Verkauf von Nahrungsmitteln an die Kinder zum Tätigkeitsprofil gehören.

Wie unterscheiden sich Hausmeister und Facility Manager?

Manchmal werden die Begriffe Hausmeister und Facility Manager synonym verwendet. Das ist jedoch laut Immobilienscout24 nicht korrekt: Der Tätigkeitsbereich eines Facility Managers, der häufig ein Akademiker sei, erstrecke sich über die Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Es lägen jedoch Überschneidungspunkte mit dem Tätigkeitsprofil des Haustechnikers vor.

Der Weg zu dieser Tätigkeit

Wie wird man Hausmeister?

In Stellenanzeigen, in denen Hausmeister gesucht werden, wird in der Regel eine abgeschlossene technische Berufsausbildung (Beispiele: als Elektriker, Maler und Lackierer oder Sanitärfachmann oder Fachleute der Fachrichtungen Heizung oder Gebäudetechnik) sowie mehrjährige Berufserfahrung gefordert. Meistens ist zudem erforderlich, dass man mindestens die Fahrerlaubnis Klasse B besitzt, um auch als mobiler Hausmeister eingesetzt werden zu können.

Bewerber für Haustechnikerstellen verfügen nicht selten über mehrere Gesellenbriefe, weshalb es für Interessenten mit nur einer Berufsausbildung im Einzelfall schwieriger werden kann, eine Zusage zu erhalten. Wenn du deine Chancen, eine Stelle als Hauswart zu ergattern, signifikant erhöhen möchtest, kannst du einen einschlägigen Lehrgang absolvieren. Solche Hausmeister-Fortbildungen werden unter anderem von der IHK angeboten.

Welche Eigenschaften sind erforderlich?

  • handwerkliches Geschick: Von einem Hauswart wird erwartet, dass er nicht nur gute Fähigkeiten in dem technischen Beruf vorweisen kann, den er erlernt hat.
  • körperliche Belastbarkeit: Ein Haustechniker sollte bei der Erledigung seiner täglichen Aufgaben, die teilweise auch viel Kraft erfordern können, nicht an seiner physischen Verfassung scheitern.
  • Vernunft: Er muss nicht selten auch komplexere Fragen beantworten oder kleine Reparaturen durchführen, sollte jedoch stets an andere Fachmänner oder -Frauen verweisen, wenn die eigene Fachkompetenz nicht ausreicht.
  • gute Kommunikationsfähigkeiten: Häufig muss der Hauswart eine vermittelnde Funktion einnehmen.
  • hohes Verantwortungsbewusstsein: Als Haustechniker muss man in hohem Maße mit den Konsequenzen des eigenen Handelns und der eigenen Aussagen leben: Gibt man beispielsweise eine falsche Auskunft oder Anweisung, wird gern auf die Angaben verwiesen.
  • starke Nerven: Als Hauswart kann man auch mit ekelerregenden Dingen oder schockierenden Situationen konfrontiert werden. Die Mieter sind nicht immer freundlich und gesund, und von nicht allen Personen wird man respektvoll behandelt.
  • hohe Frustrationstoleranz: Manche Hausbewohner werden es nie lernen, den Müll richtig zu trennen oder die Wohnung sachgerecht zu behandeln. Klar ist das ärgerlich, gehört aber zum Alltag eines Haustechnikers dazu.
  • Engagement: Als Hauswart reicht Dienst nach Vorschrift meist nicht aus: Es handelt sich um „deine“ Wohnanlage, und du bist dafür verantwortlich, dass alles seine Ordnung hat.
  • gute Umgangsformen: Ein Hausmeister ist für Sauberkeit und Disziplin zuständig. Das sollte sich auch in seinem Verhalten widerspiegeln.
  • Frühaufsteher sein: Im Alltag eines Hauswartes heißt es oft: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“

Perspektiven

Wieviel kann man verdienen?

Die Gehaltsspanne eines Hausmeisters reicht von 1711 € bis 3219 € (Quelle: Gehaltsvergleich.com). In Großstädten winkt häufig mehr Geld als auf dem Land. Grundsätzlich gilt zudem, dass das Gehalt mit der Komplexität und Größe eines Gebäudes steigt.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

  • Je nach Unternehmensgröße oder Größe des Wohnkomplexes kann die Aufstiegsmöglichkeit zum leitenden Haustechniker bestehen.
  • Die Option der Selbstständigkeit steht jedem offen: Für die Anmeldung eines entsprechenden Gewerbes ist kein bestimmter Ausbildungsnachweis erforderlich. Mit einem eigenen Hausmeisterservice muss man jedoch auch Büroaufgaben wie das Schreiben von Rechnungen erledigen – es sei denn, man kann sich eine eigene Sekretärin leisten.

Wie macht man sich als Hausmeister selbstständig?

Um einen eigenen Service gründen zu können, ist zunächst eine Gewerbeanmeldung erforderlich. Zusätzlich muss man den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung des Finanzamts ausfüllen. Wer ein Einzelunternehmen gegründet hat, was der Regelfall ist, muss dafür mit dem privaten Vermögen haften.

Hausmeister beim Heckenschneiden

Bildquelle: www.istockphoto.com / JPWALLET

Wie stehen die Zukunftsperspektiven für Hausmeister?

Die Website Hausmeister-Ausbildung.de schreibt, dass nicht alle der vielen ausgeschriebenen Stellen besetzt werden könnten. Jahrelang wurden Hausmeisterstellen zwar wegrationalisiert, doch der Trend geht wieder dahin, dass sich ein Haustechniker darum kümmert, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Zusammenfassung

Für die einen mag der Beruf des Haustechnikers der Traumjob schlechthin sein: Man ist für viele eine Vertrauensperson, ist einflussreich und gleichzeitig unverzichtbar. Andererseits wird man um einen solchen Job nur selten beneidet, wie etwa diese unkommentierte Liste der zehn unattraktivsten Männerberufe zeigt: Auf Platz 2 findet sich der Hausmeister.

Doch ist das Tätigkeitsprofil des Hauswarts eine tolle Chance für alle, die nicht mehr in dem erlernten Beruf arbeiten können oder wollen. Aufgrund der abwechslungsreichen Aufgaben und des vielen Kontakts zu Menschen einerseits und dem selbstständigen Arbeiten andererseits besteht eine sehr ausgeglichene Work-Life-Balance. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn man eine eigene Hausmeisterwohnung hat und sich eine Anfahrt zum Arbeitsplatz spart.

Hier findest du Hausmeister-Stellen

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