Höhere Berufsbildung soll auch sprachlich honoriert werden. Obwohl Hochschulen ursprünglich dagegen waren, gibt es seit Januar 2020 die neuen Grade Bachelor und Master Professional, die im BBiG 2020 verankert wurden. Während zuvor noch ausschließlich vom Meister die Rede war, können diese Fachkräfte nun mit akademischen Graden aufwarten, sich zugleich aber mit der konservativen Bezeichnung „Meister“ schmücken. Der Bachelor Professional hat folgerichtig primär die Funktion, berufliche Abschlüsse zu internationalisieren.

Bereits im Jahre 2003 war vom Bachelor Professional die Rede. Der Zusatz „Professional“ sorgt dafür, dass diese neuartigen Abschlüsse nicht mit herkömmlichen akademischen Abschlüssen verwechselt werden, sondern die praktische Qualifikation ins Zentrum rückt. Der Geprüfte Betriebswirt kann sich beispielsweise „Master Professional of Business Management“ nennen.


Kritik an den neu eingeführten Abschlüssen

  • Bei dem Abschluss des Meisters handelt es sich um eine traditionsreiche Marke. Kritiker der neuen Abschlüsse führen als Argument unter anderem an, dass man den Absolventen mehr Wechselbereitschaft unterstellen könnte.
  • Außerdem wird von Gegnern dieser Abschlüsse bemängelt, die neuen Bezeichnungen würden die beruflichen Abschlüsse nicht aufwerten, sondern eher abschwächen.

Allgemeine Tendenz zur sprachlichen Aufwertung von Berufsbezeichnungen

In den letzten Jahren haben zahlreiche Berufe neue Bezeichnungen erhalten. Beispielsweise wurde die Bürokauffrau zur Kauffrau für Büromanagement. Nicht immer handelt es sich um offiziell gültige Berufsbezeichnungen, sondern häufig auch schlicht um Feinheiten bezüglich der politischen Korrektheit.


Fazit

Die alten Abschlussbezeichnungen bleiben weiterhin in Gebrauch, weshalb der Bachelor Professional in erster Linie der Internationalisierung dient und dem Einzelnen dadurch die eine oder andere Tür öffnen kann. Darüber hinaus werten die neuen Bezeichnungen den Beruf des Einzelnen auf und können auf diese Weise zu mehr Wertschätzung des eigenen Berufslebens führen.

Quellen
www.ausbildungspark.com, www.spiegel.de, www.sueddeutsche.de, www.tagesschau.de

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