Ausbildung Gerüstbauer/in

Welche Tätigkeiten übernimmt ein/e Gerüstbauer/in während der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr wirst du alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen im Bereich Gerüstbau erlernen, denn die Ausbildung zum/zur Gerüstbauer/in erfordert jede Menge Verantwortungs- und Sicherheitsbewusstsein. Zu Beginn der Ausbildung wirst du ebenso mit verschiedenen Arten von Gerüsten, Komponenten und Montagewerkzeugen vertraut gemacht.

Auf der Baustelle hilfst du zunächst beim Hochreichen der Montageteile und arbeitest dich dann wortwörtlich in luftige Höhen. Du lernst den Betrieb von Kränen sowie Hebebühnen und führst Messungen durch. Von tragenden und hängenden Gerüsten, Ständern, wetterfesten Hallen bis hin zu speziellen Gerüsten für Türme, Decken und Fabrikhallen weißt du schnell, welche Gerüste benötigt werden.

Unabhängig davon, ob es sich um ein neues Gebäude, eine zu renovierende Außenwand oder eine Kirche handelt- ein Gerüst ist erforderlich, wenn Bau-, Mal- oder Restaurierungsarbeiten an einem hohen Ort durchgeführt werden. Während deiner Ausbildung zum/zur Gerüstbauer/in lernst du alles über die Auswahl der richtigen Materialien, Transport- und Montagearbeiten sowie Schutzgerüste. Dank dir kann der Maler, Maurer oder Reparaturbetrieb die Arbeiten sicher ausführen.

In der Werkstatt und im Lager deines Betriebes musst du Teile und Montagematerialien auswählen und diese dann mit einem Kran auf den LKW laden. Vor dem Aufbau des Gerüsts ist die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen sehr wichtig, damit die Passanten und Arbeiter ausreichend geschützt sind.

Dann beginnst du mit dem Zusammenbau des Gerüsts. Du verankerst zuerst die Füße und platzierst dann vertikale Rahmen, Gehwege und Geländer darauf. Du setzt die Teile zusammen und montierst sie. Eventuell stabilisierst du sie durch eine Querverbindung und Verankerung im Mauerwerk. Nachdem der Maler oder der Arbeiter die Arbeit beendet hat, bist du für das Entfernen des Gerüsts verantwortlich. Dieses Mal von oben nach unten, bis alle Teile entfernt und auf den LKW geladen sind. Die durch die Verankerung verursachten Löcher werden gefüllt und unsichtbar gemacht.

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Gerüstbauer/in und wie ist der Ablauf?

Die Ausbildung zum/zur Gerüstbauer/in dauert regulär drei Jahre und wird im Betrieb und der Berufsschule durchgeführt. Anhand guter Leistungen kannst du sie auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Die Ausbildung endet mit dem erfolgreichen Bestehen der praktischen und theoretischen Abschlussprüfungen.

Du übernimmst Aufgaben im Betrieb und lernst dabei die praktischen Aspekte des Gerüstbaus. In der Berufsschule wird dir der theoretische Hintergrund vermittelt. Während der Ausbildung führst du ein Berichtsheft über deine verschiedenen Aufgaben. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres musst du eine Zwischenprüfung ablegen. Am Ende der Ausbildung legst du deine Gesellenprüfung innerhalb einer Abschlussprüfung mit einem praktischen Teil und der schriftlichen Prüfung ab.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen um Gerüstbauer/in zu werden?

Theoretisch kannst du mit jedem Schulabschluss oder gar ohne Abschluss ein/e Gerüstbauer/in werden. Gute Noten, mathematische Kenntnisse und berufliche Kenntnisse zahlen sich aus, wenn du dich für eine Ausbildung bewirbst, da du nicht nur die Menge der Materialien berechnen musst, sondern auch manuelle Fähigkeiten benötigst. In dieser Branche sind Verantwortung und Gefahrenbewusstsein enorm wichtig.

Das Arbeiten im Freien bei jedem Wetter erfordert außerdem eine gute körperliche Konstitution, Ausdauer und Wetterbeständigkeit. Die Anforderungen an Gerüste sind vielfältig, ob in einer Gebäudestruktur oder in der industriellen, jedes Gerüst ist maßgeschneidert. Das erfordert zuverlässige Hände, Sinn für Größe und theoretisches Wissen.

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Wo kann ich nach meiner Ausbildung als Gerüstbauer/in arbeiten?

Als Gerüstbauer/in findest du Arbeit in Gerüstbaufirmen, Brücken- und Tunnelbauunternehmen oder Ausbaufirmen. Aber auch Reinigungsunternehmen für Glas- und Fassadenreinigungsarbeiten, Montageunternehmen oder Zelt- und Bühnenbauunternehmen kommen für dich als Arbeitsplatz infrage.

Was verdiene ich als Gerüstbauer/in nach meiner Ausbildung?

Dein Gehalt als Gerüstbauer/in hängt von der Berufserfahrung, dem Arbeitsort und der Branche ab. Wenn dein Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist, ist dein Gehalt festgelegt. Als Gerüstbauer/in kannst du je nach Betrieb mit einem Einstiegsgehalt von 1.400 bis 3.250 Euro rechnen.

Welche Arbeitszeiten habe ich als Gerüstbauer/in? 

Nach dem Arbeitsschutzgesetz beträgt die wöchentliche Arbeitszeit des Gerüstbauers 39 Stunden, in anderen Branchen beträgt die Arbeitszeit 40 Stunden pro Woche. Aufgrund der Bestimmungen des Tarif- oder Arbeitsrechts kann die Arbeitszeit ebenfalls verkürzt werden, darf aber nicht erhöht werden. Für Jugendliche gelten andere Arbeitszeiten, da hier das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit der Mitarbeiter beträgt acht Stunden und dreißig Minuten.

Gibt es Besonderheiten im Job, als Gerüstbauer/in zu beachten? 

Gute Noten, mathematische Kenntnisse und sportliche Aktivitäten zahlen sich aus, wenn du dich für eine Ausbildung bewirbst, da du nicht nur die Menge der Materialien berechnen musst, sondern auch motorische Fähigkeiten zur Umsetzung brauchst. Du musst schwindelfrei sein und gerne draußen arbeiten auch bei Wind und Wetter. Du bist außerdem körperlich fit, packst gerne mit an. Grundsätzlich kannst du dich mit jedem Schulabschluss für eine Ausbildung bewerben.

Wie sieht meine Zukunftsperspektive als Gerüstbauer/in aus?

Mit erfolgreichem Abschluss kannst du dich zur/zum Gerüstbaumeister /in weiterbilden lassen. Der Meistertitel bietet dir nicht nur die Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen, sondern eröffnet dir neue Karrierewege. Du kannst beispielsweise die Ausbilderprüfung ablegen und Ausbilder werden. Oder du entscheidest dich für eine Weiterbildung zum/zur Gerüstkolonnenführer/in. Dann kannst du Montagekolonnen anführen und die Arbeitsabläufe koordinieren und die Abrechnungen erledigen.

Ein geeigneter Studiengang ist beispielsweise Bauingenieurwesen, für den Fall, dass du studieren möchtest, oder du entscheidest dich für den Weg in die Selbständigkeit. Hierfür brauchst du einen Meistertitel, betriebswirtschaftliches Wissen und Berufserfahrung.