Ausbildung Friseur/in

Welche Tätigkeiten übernimmt ein/e Friseur/in während der Ausbildung?

Nicht jeder Kunde weiß, was er oder sie will. Deshalb ist es als Friseur/in wichtig, entsprechende Ratschläge zu geben. Hierfür brauchst du nicht nur zwischenmenschliche Fähigkeiten, sondern auch Gespür für Trends sowie Ästhetik. Zur Beratung zählt auch, dass du dabei auf Typ, Alter und Gesichtsform deiner Kunden achtest. Bevor du zur Schere greifst, musst du sicher sein, dass dein Kunde mit der angestrebten Veränderung zufrieden ist, dann kannst du deinen Kunden zum Waschbecken bitten.

Bei der Auswahl der Pflegeprodukte achtest du auch auf ökologische Aspekte, da viele Kunden Wert auf Hautverträglichkeit und Nachhaltigkeit legen. Möchte der Kunde eine Tönung oder Färbung, verarbeitest du zunächst die Farbtöne, die zuvor über eine Farbpalette mit dem Kunden ausgesucht wurden. Bei Rottönen könnte sich beispielsweise eine Henna-Farbe eignen. Nach dem Frisieren reinigst du deinen Arbeitsplatz und entfernst Haare vom Boden und Sessel.

Reinlichkeit ist aufgrund der Nähe zum Kunden sehr wichtig. Zu den Aufgaben eines Friseurs zählt außerdem das Anwenden von Kosmetika. Vor allem bei angehenden Bräuten ist häufig eine Kombination aus Make-up und Frisur gefragt. Das Make-up wird passend zum Hauttyp ausgewählt, die Frisur im Vorgespräch ausgesucht und getestet.

Zu Beginn deiner Ausbildung wirst du zunächst mit den Pflegeprodukten vertraut gemacht. Außerdem werden dir verschiedene Schnitttechniken und Abläufe einer Frisur-Beratung gezeigt. Du lernst darüber hinaus alles über Kundenmanagement, Betriebsorganisation und Friseurdienstleistungen. Im zweiten Jahr wird dir vermittelt, wie du Haarstrukturen zum Beispiel anhand einer Dauerwelle umformen kannst. Zusätzlich erfährst du, wie du Haare tönst, blondierst und färbst.

Des Weiteren werden dir zusätzliche salonspezifische Marketingaspekte vermittelt. Im zweiten Jahr legst du den ersten Teil der Gesellenprüfung ab, in der du dein Können im Bereich Färben oder Blondieren unter Beweis stellst. Außerdem gewinnst du fachspezifische Kenntnisse in der Nagelmodellage und Kosmetik. Im dritten Ausbildungsjahr legst du deine Gesellenprüfung ab.

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Friseur/in und wie ist der Ablauf?

Die Ausbildung zum/zur Friseur/in dauert drei Jahre. Als Auszubildende/r arbeitest du im Betrieb und suchst die Berufsschule auf. Dort lernst du neben verschiedener Schnitttechniken auch die kaufmännischen Aspekte, zum Beispiel die der Finanzbuchhaltung. Die restliche Zeit verbringst du im Ausbildungsbetrieb. Dein Ausbildungsgehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag.

Das Durchschnittsgehalt der Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr beträgt 450 Euro, im zweiten Jahr 550 Euro und im Dritten etwa 700 Euro. Falls du dir Sorgen um finanzielle Engpässe machst, ist die Beantragung von Unterstützungsleistungen, wie zum Beispiel BAföG eine gute Idee.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen, um Friseur/in zu werden? 

Als Friseur/in musst du Spaß an Styling, Trends und Make-up haben. Kundenkontakt sollte dir liegen, denn wie heißt es so schön: „Der Kunde ist König!“ Du orientierst dich bei deiner Beratung an neuen Trends, bist hier immer auf dem Laufenden und dir gefällt es, deine Kunden umzustylen. Dabei bist du reinlich und ordentlich, damit sich der Kunde im Salon wohlfühlt und entspannen kann. Du hast ein gutes zwischenmenschliches Feingespür für andere Menschen und freust dich, wenn sich diese in deinen Händen wohlfühlen. Dein organisatorisches Talent erleichtert dir die Termingestaltung und Abstimmung mit deinen Kunden.

Eine Unverträglichkeit gegenüber Kosmetika und Haarpflegeprodukten darfst du in diesem Ausbildungsberuf nicht mitbringen. Des Weiteren solltest du über eine gute körperliche Konstitution verfügen, da du als Friseur/in den ganzen Tag in Bewegung bist. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Je besser aber dein Abschluss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du in deinem Wunschausbildungsbetrieb angenommen wirst.

Wo kann ich nach meiner Ausbildung als Friseur/in arbeiten?

Als Friseur/in kannst du in vielen Bereichen tätig sein. In einem professionellen Friseursalon oder in einem Wellness-Hotel beispielsweise, aber auch in der Film- und Theaterproduktion. Eine Mitarbeit auf Events, Messen und Hochzeiten sind weitere mögliche Tätigkeitsbereiche. Zudem kannst du dich auf fachbereichsspezifische Gebiete wie Kosmetik, Haarverlängerungen, bestimmte Produkte oder Events spezialisieren.

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Was verdiene ich als Friseur/in nach meiner Ausbildung?

Seit 2015 beträgt der Mindestlohn für Friseure nach Abschluss der Ausbildung bundesweit 8,50 Euro. Friseure verdienen deshalb mindestens 1.400 Euro pro Monat, hinzu kommen Trinkgelder und gegebenenfalls Benefits vom Arbeitgeber.

Welche Arbeitszeiten habe ich als Friseur/in?

Deine Arbeitszeiten als Friseur/in hängen von deinem Einsatzgebiet ab. Im Allgemeinen kannst du mit einem sicheren Job und definierten Arbeitszeiten rechnen. Diese richten sich nach den Öffnungszeiten des Salons, indem du tätig bist. Die meisten Friseursalons sind montags geschlossen und samstags geöffnet. An besonderen Events wie Hochzeiten kann der Sonntag zu einem Arbeitstag werden. Falls erforderlich, finden Hausbesuche beim Kunden statt.

In der Film- und Theaterbranche können deine Arbeitszeiten dagegen stark variieren und auf das Wochenende oder nachts fallen.

Gibt es Besonderheiten im Job, als Friseur/in zu beachten? 

Mithilfe deiner Kleidung verleihst du deinem modischen Gespür für Trends sowie Styling Nachdruck und zeigst, dass du Wert auf ein gepflegtes Äußeres legst. Welcher Dresscode sinnvoll ist, unterscheidet sich je nach Branche, Salon oder von dem Bereich, in dem du tätig bist. Bei deiner Arbeit trägst du Schürzen und bei der Verwendung von Haarfarben Handschuhe, um deine Haut vor den Color- und Pflegemitteln zu schützen. Da hauptsächlich im Stehen und Sitzen gearbeitet wird solltest du bequeme Schuhe tragen.

Wie sieht meine Zukunftsperspektive als Friseur/in aus?

Nach erfolgreichem Abschluss deiner Ausbildung kannst du die Meisterprüfung ablegen und damit hast du bessere Aussichten auf ein gutes Gehalt und einen größeren Verantwortungsbereich. Mit dem Ablegen der Meisterprüfung steht auch einer eventuellen Selbständigkeit und der Eröffnung deines eigenen Salons nichts mehr im Wege.

Ebenso hast du die Möglichkeit Werkstattlehrer/in an einem Berufskolleg werden oder Betriebswirt/in in deinem Handwerk. Falls du dich spezialisieren willst, kannst du eine Ausbildung als Maskenbildner/in starten, oder du zertifizierst dich als Visagist/in oder Stylist/in, um in der TV- und Filmbranche zu arbeiten. Für ein Studium bietet sich der Studiengang Biotechnik und Körperpflege an.