Ausbildung Fahrradmonteur/in

Welche Tätigkeiten übernimmt ein/e Fahrradmonteur/in während der Ausbildung?

In deinem Betrieb stehen zu Beginn der Ausbildung Wartung und Pflege von Fahrrädern auf dem Programm. Du lernst, wie man ein Zweirad fachgerecht von Öl und Schmutz befreit und anschließend pflegt. Dabei arbeitest du mit speziellen Produkten, die auf die unterschiedlichen Materialien des Rades abgestimmt sind. Als nächstes lernst du die Funktionseinheiten eines Fahrrads genau kennen. Das ist grundlegend wichtig, damit du ein Rad demontieren, reparieren und wieder zusammenbauen kannst. Genau das lernst du auch schon im ersten Jahr. Damit bist du bereits in der Lage, kleinere Reparaturen durchzuführen. Natürlich noch mit fachmännischer Unterstützung, wo nötig. Größere Projekte erledigt ihr im Team und mit jeder Reparatur wächst deine Erfahrung.

Nach und nach lernst du die Geräte und Verfahren kennen, mit denen du Funktionen prüfst. Auch die Werkzeuge und Betriebsmittel, die du für deine Arbeit benötigst, werden dir immer vertrauter. Je mehr Praxis du bekommst, desto besser kannst du Mängel identifizieren und beheben. In Kürze wirst du sogar spezielle Kundenwünsche erfüllen, etwa ein Rad mit einer individuellen Verkleidung versehen.
Viel lernst du auch dazu, wenn neue Räder angeliefert werden. Du komplettierst die vormontierten Zweiräder und machst sie fertig für den Verkauf. Am Ende aller Arbeiten steht übrigens immer ein Sicherheitscheck.

Eine große Rolle in deinem Beruf spielt mittlerweile das E-Bike. Du lernst seine Technik in- und auswendig kennen und kontrollierst die Leistungsfähigkeit des Akkus, des Motors und der System-Software mit einem Diagnosetool. Anschließend berätst du den Kunden, was zu tun ist, etwa, ob ein Software-Update ansteht. Kundenberatung ist auch bei der Auswahl des passenden Fahrrads für den Nachwuchs wichtig. Oder wenn jemand ein Mountainbike kaufen möchte, aber den Wald vor Bäumen nicht sieht. Du hast mittlerweile eine so umfassende Kenntnis aller Modelle, dass du die Kundschaft individuell beraten kannst. Kommt ein bestimmtes Fahrrad in Betracht, so bereitest du es mit den passenden Einstellungen für die Probefahrt vor. Dabei erläuterst du dem Kunden gleich die optimale Sattelhöhe und gibst Tipps fürs Biken ohne Rückenschmerzen.

Nicht grundlos sind Service- und Qualitätsbewusstsein auch in der Berufsschule ein intensiver Lerninhalt. Professioneller, freundlicher Kundenkontakt und penibles Arbeiten sind Grundlagen des Geschäfts. Dennoch wird es auch in deinem Betrieb hin und wieder eine Reklamation oder Beschwerde geben, wie in jedem Unternehmen. Da du dein Kapitel zur Konfliktbewältigung gut gelernt hast, glättest du die Wogen souverän.

Neben den praktischen und beratenden Tätigkeiten lernst du die Informationssysteme kennen, mit denen Planung, Durchführung und Kontrolle der Arbeit dokumentiert werden – zum Großteil geschieht das heute digital. Während deiner Ausbildung erfährst du auch, wie man Arbeitsaufträge, Kaufverträge und Kostenvoranschläge erstellt, du wirst kundig in Sachen Haftung und Gewährleistung und nicht zuletzt lernst du gesetzliche Normen kennen. Auch Entsorgung bzw. Recycling ist ein wichtiges Thema. Einen Überblick über Vorschriften zur Unfallverhütung erhältst du im Idealfall gleich zu Beginn deiner Arbeit.

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Fahrradmonteur/in und wie ist der Ablauf?

Es dauert zwei Jahre, bis du dich nach deiner Ausbildung Fahrradmonteur/in nennen kannst. Die Ausbildung wird im dualen System durchgeführt. Das heißt, dass du in einem Ausbildungsbetrieb lernst und arbeitest, jedoch an einem oder zwei Wochentagen die Berufsschule besuchst. Manche Berufsschulen unterrichten auch in Blöcken von mehreren Wochen am Stück. Die duale Ausbildungsform ist deshalb sinnvoll, weil du detaillierte theoretische Kenntnisse erwirbst, die du im Betrieb gleich anwenden und ausprobieren kannst. In der Mitte deiner Ausbildungszeit legst du eine Zwischenprüfung ab, am Ende absolvierst du die Abschluss-/Gesellenprüfung.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen, um Fahrradmonteur/in zu werden?

Gesetzlich ist keine bestimmte Voraussetzung vorgeschrieben, um eine Ausbildung als Fahrradmonteur/in zu starten. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Betriebe bevorzugt Bewerber mit Hauptschulabschluss einstellen. Pluspunkte bei der Bewerbung sind gute Noten in einem Fach wie Werken, da handwerkliches Geschick gefragt ist. Auch in Deutsch sind gute Noten gern gesehen, da du viel Kundenkontakt hast und dich gut ausdrücken können solltest.

Wo kann ich nach meiner Ausbildung als Fahrradmonteur/in arbeiten?

Als Fahrradmonteur/in findest du im Zweirad-Einzelhandel und im Fahrradzubehörhandel Arbeit. Auch in Betrieben, die Fahrräder ausschließlich reparieren oder montieren, könntest du deinen neuen Job finden.

Aktuelle Stellenangebote für Fahrradmonteure




Was verdiene ich als Fahrradmonteur/in nach meiner Ausbildung?

Durchschnittlich verdienst du als Fahrradmonteur/in in Deutschland 23.281 Euro jährlich, also rund 1.940 Euro im Monat. Das Anfangsgehalt liegt bei 22.057 Euro (monatlich rund 1.838 Euro). Als Gehaltsobergrenze hat stellenanzeigen.de 25.165 Euro jährlich ermittelt. Bei den Gehaltsberechnungen wurden alle Bundesländer mit einbezogen.

Welche Arbeitszeiten habe ich als Fahrradmonteur/in?

In einem Einzelhandelsgeschäft für Zweiräder richtet sich deine Arbeitszeit nach den Ladenöffnungszeiten. Sie reichen vielerorts bis in den Abend. In welcher Tageszeit die eigenen Arbeitsstunden liegen, wird individuell geregelt. Oftmals schließen Spezialgeschäfte jedoch zu den früher üblichen Öffnungszeiten um etwa 18 Uhr. Arbeitest du als Fahrradmonteur/in in der Industrie, kannst du mit Schichtarbeit und Arbeit am Wochenende rechnen.

Gibt es Besonderheiten im Job als Fahrradmonteur/in zu beachten?

Bei der Arbeit als Fahrradmonteur/in ist im Bereich der Werkstatt oftmals Schutzkleidung nötig, beispielsweise Handschuhe oder Brille – das sollte dich nicht stören. Auch nicht, dass du dich dort schon einmal schmutzig machen kannst.

Von deinem Wesen her ist es wichtig, dass du einen Sinn für Technik hast und handwerkliches Geschick besitzt. Verantwortungsgefühl ist ebenso gefragt, allein aus Sicherheitsgründen muss man in diesem Beruf akkurat arbeiten. Dazu kommt noch die körperliche Belastbarkeit. Vor allem im Umgang mit den schweren E-Bikes ist etwas Muskelkraft erforderlich.

Da du viel mit Kunden sprichst, sie berätst und etwas verkaufen möchtest, solltest du ein kommunikatives Wesen besitzen, nicht auf den Mund gefallen sein und Dinge gut erklären können.

Wie sieht meine Zukunftsperspektive als Fahrradmonteur/in aus?

Mit abgeschlossener Ausbildung hast du die Möglichkeit, den Ausbildungsberuf Zweiradmechatroniker/in Fahrradtechnik anzuschließen. Sie dauert dreieinhalb Jahre. Dabei wird deine Abschlussprüfung zum/zur Fahrradmonteurin dem ersten Teil der Abschlussprüfung zum/zur Zweiradmechatroniker/in angerechnet.

Zu deinem Beruf passt auch die Weiterbildung zum/zur Zweiradmechanikermeister/in oder die Weiterbildung zum/zur Zweirad-Servicetechniker/in für nichtmotorisierte Zweiradtechnik. Mit Hochschulreife kannst du ein Studium beginnen, beispielsweise im Studiengang Fahrzeugtechnik.