Ausbildung Bankkaufmann/-frau

Wie lange dauert die Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau und wie ist der Ablauf?

Bankkauffrau oder Bankkaufmann ist ein in Deutschland anerkannter Ausbildungsberuf. Es handelt sich dabei um die duale Ausbildung im Kreditgewerbe, die durch die deutsche Ausbildungsverordnung geregelt ist. Um ein fertiger Bankkaufmann oder eine Bankkauffrau zu sein, beträgt die Ausbildungsdauer insgesamt 3 Jahre. Diese findet sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule statt.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen, um Bankkaufmann oder Bankkauffrau zu werden?

Im Prinzip ist für diesen Beruf kein spezieller Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch ist es inzwischen so, dass in den meisten Fällen Bewerber mit Hochschulreife, also dem allgemeinen Abitur, eingestellt werden. Diese machen jährlich über 70 % der neu auszubildenden Bankkaufleute aus. Etwa ein Viertel der Auszubildenden hat die mittlere Reife und nur etwa ein Prozent besitzt einen Hauptschulabschluss.

Gibt es Besonderheiten im Job als Bankkaufmann/Bankkauffrau zu beachten?

Wenn du eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder der Bankkauffrau anstrebst, solltest du in den Fächern Deutsch, Wirtschaft, Mathematik und Englisch gute Noten vorweisen können. Diese brauchst du unter anderem für den Kundenkontakt, um Bilanzen zu analysieren, und um Zins- und Prozentrechnungen sicher und fehlerfrei ausführen zu können. Englisch ist dann wichtig, wenn du an deinem Arbeitsplatz auch internationalen Kundenkontakt hast, was inzwischen fast überall der Fall ist. Die Anforderungen, die an einen Bankkaufmann oder an eine Bankkauffrau gestellt werden, sind vielfältig. Zum einen ist es ein stark kunden- und serviceorientierter Beruf. Um deine Kunden zu ihrer Zufriedenheit beraten zu können, brauchst du gute Kommunikationsfähigkeit und natürlich das entsprechende Fachwissen. Da du mit dem Geld anderer Leute umgehst, sollte Sorgfalt und Konzentration bei der Arbeit für dich eine Selbstverständlichkeit sein. Nachdem du für private Kunden aber auch Firmen und Geschäftsleute Buchungen ausführst, sollte jeder deiner Arbeitsschritte wohl überlegt und ordnungsgemäß ausgeführt werden. Natürlich gehört auf Verschwiegenheit zu deinem Beruf, da du jeden Tag mit vielen vertraulichen Daten, wie beispielsweise dem Einkommen von Kunden oder dem Umsatz von Firmen zu tun hast. Kaufmännisches Denken ist ein absolutes Muss für dich, falls du als Bankkaufmann oder Bankkauffrau arbeiten möchtest. Arbeitest du in der Kreditvergabe, musst du beispielsweise Risiken einschätzen können. Außerdem solltest du großes Verhandlungsgeschick an den Tag legen, wenn du die Konditionen für Kreditverträge oder Geldanlagen der Kunden aushandelst.

Ein Praktikum in der Bank oder Sparkasse könnte dir sicher helfen, dich zu entscheiden, ob dieser Beruf der richtige für dich ist. Außerdem ist es nie schlecht, wenn du bei einer Bewerbung in diesem Bereich bereits verschiedene Praktika vorweisen kannst und bezeugt dein wirkliches Interesse an diesem Berufszweig.

Wo kann ich nach meiner Ausbildung als Bankkaufmann/frau arbeiten?

Betriebe, in denen Bankkaufleute beschäftigt sind, sind vorwiegend Banken vor Ort. Inzwischen gibt es aber auch viele Direktbanken, die mit dem Kunden nur telefonisch oder online in Verbindung treten. Deren Niederlassungen finden sich meist nur in großen deutschen Städten. Darüber hinaus gibt es Girozentralen, Sparkassen und Bausparkassen. Unter anderem arbeiten Bankkaufleute aber auch an den Börsen oder im Wertpapierhandel. Auch Dienstleister, die sich auf Vermögensverwaltung und private Geldanlage spezialisiert haben, zählen Bankkaufmänner- und Frauen zu ihren Angestellten.

Deine Arbeitsorte sind also entweder der Kundenschalter, eventuell die Kasse der Bank und ansonsten Büroräume. In manchen Fällen berätst du als Bankkauffrau oder Bankkaufmann deine Kunden auch privat zu Hause oder die Firmenkunden in deren Räumlichkeiten.

Welche Tätigkeiten übernimmt ein Bankkaufmann oder eine Bankkauffrau während der Ausbildung?

Generell unterstützen Bankkaufleute ihre Kunden in allen Geldangelegenheiten. Sie informieren ihre Kunden über Änderungen im Zahlungsverkehr, beraten sie über die Kontoführung, Online-Banking und ähnliches. Sie helfen diesen bei Kapitalanlagen und wickeln ihren Zahlungsverkehr im In- und Ausland ab. Auch Privat- und Firmenkredite gehören zu ihren Aufgaben, genauso wie Bausparverträge, Lebensversicherungen und andere Vertragsabschlüsse. Zudem ist es ihre Aufgabe, Kontrollen im Rechnungswesen auszuführen und darauf zu achten, dass im Zahlungsverkehr gesetzliche Vorschriften eingehalten werden. Während der Ausbildung wirst du alle diese Arbeitsbereiche durchlaufen und unter Anleitung bereits Kunden beraten.

Welche Arbeitszeiten habe ich als Bankkaufmann/frau?

Als Bankkaufmann oder Bankkauffrau sind deine Arbeitszeiten in den meisten Fällen die Öffnungszeiten des Kreditinstituts. Während der Schließzeiten bearbeitest du interne Angelegenheiten im Büro. Manchmal müssen bei berufstätigen Kunden oder Firmenkunden Beratungstermine außerhalb der Schließzeiten vereinbart werden. Als Dienstleister orientierst du dich dabei an den Wünschen deiner Kunden. Der Beruf kann auch in Teilzeit ausgeübt werden.

Wie sieht meine Zukunftsperspektive als Bankkauffrau/Bankkauffrau aus?

Die Zukunftsaussichten im Beruf der Bankkaufleute erscheinen gut. Abläufe im Zahlungsverkehr werden immer komplexer und deswegen beratungsintensiver. Auch in den Bereichen Versicherung und Kredit sind nach wie vor viele Bankkaufleute gefragt. Auch für Bankkauffrauen und Bankkaufmänner gibt es zahlreiche Weiterbildungsangebote, z.B. den Fachwirt. Angestellte, die nur Schalterdienst machen, das heißt Überweisungen entgegennehmen oder Geld auszahlen, wird es in Zukunft durch die Digitalisierung auch im Geldsektor weniger geben. Auch schließen in den letzten Jahren viele kleine Filialen in den ländlichen Gegenden. Das Hauptgeschäft konzentriert sich inzwischen auf die Niederlassungen in den Städten.

Was verdiene ich als Bankkaufmann/frau nach meiner Ausbildung?

Das Durchschnittsgehalt eines Bankkaufmanns oder einer Bankkauffrau liegt in Deutschland im Durchschnitt bei 46624 Euro im Jahr. Dieses variiert aber stark in Abhängigkeit vom jeweiligen Kreditinstitut.