Spätestens wenn Sie den Schritt von der Fach- zur Führungskraft vollziehen, wird es Ihnen begegnen: Das Assessment Center (AC) dient heute immerhin 27 von 30 Dax-Unternehmen als wichtiges Instrument bei der Personalauswahl und –entwicklung. Um das Thema AC ranken sich viele Legenden und Vorurteile. Was wirklich dahinter steckt, verraten wir Ihnen hier!

Assessment Center – was ist das?

Ein Assessment Center ist ein eignungsdiagnostisches Verfahren, das in der Regel in ein bis drei Tagen die Befähigung eines oder mehrerer Kandidaten für eine bestimmte Position untersucht.
ACs helfen Personalentscheidern, fachliche und soziale Kompetenzen von Bewerbern und Mitarbeitern in Stresssituationen zu bewerten. Selbstpräsentation, Gruppendiskussion und Postkorbübungen heißen einige der Disziplinen, in denen sich die Prüflinge messen müssen.
Bereits seit Mitte der Achtziger Jahre werden Assessment Center in Deutschland durchgeführt und sind seit ihren Anfängen wesentlich weiterentwickelt worden.
Um einheitliche, unternehmensübergreifende Qualitätsstandards bemüht sich dabei unter anderem der Arbeitskreis Assessment Center e.V..  Aber so sehr man sich auch um Objektivität bemüht: Die Kritik an diesem Verfahren bleibt.

Der Ruf der Assessment Center

Jeder vierte Bewerber soll sich laut einer Studie bereits im Vorfeld von der bloßen Aussicht auf ein Assessment Center abschrecken lassen und von einer Bewerbung Abstand nehmen.
Darüber hinaus bezweifeln Kritiker die Objektivität des Verfahrens. Die Ergebnisse seien manipulierbar, weil viele der Interviewfragen leicht erkennen ließen, welche Antworten für eine positive Beurteilung von Führungsqualitäten vorteilhaft wären.
Und nicht zuletzt geraten Assessment Center auch deswegen in Verruf, weil auf Unternehmens- wie Bewerberseite die Beratungsfirmen, Coaches und Verlage von Ratgebern erheblich am Mythos AC verdienen.

Dennoch nicht kneifen!

So oder so: Wer zum Assessment Center geladen wird, der sollte die Herausforderung annehmen – nicht zuletzt, um aus eigener Anschauung beurteilen zu können, was dran ist an der Legende vom beruflichen „Boot Camp“ für Hartgesottene.
Denn: Einzelinterviews und Gruppendiskussionen, Selbstpräsentation und Postkorbübung sind zu bewältigen – Voraussetzung ist eine sinnvolle Vorbereitung. Ob das überwiegend durch das Lesen der einschlägigen Ratgeber gelingt, ist allerdings fraglich. Viel spannender sind z.B. die Expertentipps des Magazins Focus. Denn sie machen klar: Ehrlichkeit und Authentizität währt am längsten; wer sich eine Rolle aneignet und abspult, wird dem geschulten Blick der Assessoren nicht lange standhalten.
Und jetzt: Viel Erfolg beim nächsten Assessment Center!