Ein hoher Anteil der bei Arbeitsgerichten anhängigen Verfahren widmet sich der Frage, ob Kündigungen rechtmäßig oder rechtswidrig sind. Und so ernst das Thema ist, auch hier gibt es eine Reihe von Kuriositäten, die sicher auch die Gerichtsmitarbeiter schmunzeln lassen.
Diesmal: Wenn deutsche Arbeitswirklichkeit auf Pornografie oder Religion trifft …

  • Besucht ein Arbeitnehmer während der Arbeitszeit Internetseiten mit pornografischem Inhalt, so berechtigt dies nicht zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Im vorliegenden Fall hatte ein Abteilungsleiter über etwa einen Monat Internetseiten mit pornografischem Inhalt aufgerufen. Das Bundesarbeitsgericht hielt seine Kündigung für unverhältnismäßig; eine Abmahnung sei als milderes Mittel dagegen zulässig.
  •  Auch einem Chefarzt eines Krankenhauses in kirchlicher Trägerschaft kann nicht ohne weiteres wegen einer erneuten Eheschließung gekündigt werden. Bereits seit 2006, so das Gericht, wusste der Arbeitgeber vom neuen, eheähnlichen Verhältnis des Arztes. Mit einer Kündigung trat das Krankenhaus aber erst in Aktion, als der Arzt nach der standesamtlichen Eheschließung 2008 im Jahre 2009 ein kirchliches Annulierungsverfahren einleitete. Unverhältnismäßig, entschied das Arbeitsgericht – erst recht, weil das Krankenhaus mit protestantischen und katholischen Mitarbeitern gleiche Arbeitsverträge abgeschlossen hat und bei erneuter Hochzeit eines protestantischen Mitarbeiters keine Kündigung erfolgt.

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