Haarfarben, die Beschaffenheit von Socken und die Länge von Fingernägeln. Diese und andere Kuriositäten befassen die deutschen Arbeitsgerichte. Alleine das Landesarbeitsgericht NRW in Köln kann über die Jahre mit einer Reihe von Urteilen aufwarten, denen eine gewisse Komik nicht abgesprochen werden kann. Es darf geschmunzelt werden!

Von Fingernägeln und Haaren am Flughafen

Den Mitarbeitern eines Unternehmens, das an Flughäfen im Auftrag der Bundespolizei Fluggastkontrollen vornimmt, sollte vorgeschrieben werden, die Fingernägel nur einfarbig zu tragen. Den männlichen Mitarbeitern wurde auferlegt, bei Haarfärbungen nur natürlich wirkende Farben zu wählen. Unwirksam, entschied das LAG in Köln. Dagegen gab es dem Arbeitgeber Recht in Bezug auf die Länge der Fingernägel: Wegen der Verletzungsgefahr für Passagiere, sei die Vorschrift, die Nägel „in maximaler Länge von 0,5 cm über der Fingerkuppe zu tragen“, wirksam.

Das erlaubt das Arbeitsrecht dem Arbeitgeber

Zum Schutz der vom Arbeitgeber gestellten Dienstkleidung und im Interesse eines ordentlichen Erscheinungsbildes dürfen Arbeitgeber auch das Tragen von Unterhemden vorschreiben oder sich in Themen wie Haarlänge oder -farbe, Rasur oder Sockenbeschaffenheit einmischen. So ist beispielsweise in solchen Vorschriften und mit Billigung ausdrücklicher der Arbeitsgerichte nachzulesen: „Feinstrumpfhosen sowie Socken dürfen keinerlei Muster, Nähte oder Laufmaschen aufweisen“, „Grundsätzlich sind Haare immer sauber, niemals ungewaschen oder fettig wirkend zu tragen“ oder „Eine gründliche Komplettgesichtsrasur bei Dienstantritt ist Voraussetzung; alternativ ist ein gepflegter Bart gestattet.“.
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