Deutschland, Land der Pendler: Beinahe zwei Drittel aller Arbeitnehmer hierzulande pendeln, das sind über 18 Millionen Menschen. Und sie alle kennen den täglichen Pendelfrust: überfüllte Züge, Staus auf den Straßen, verspätete S-Bahnen. Wie gelingt es, entspannter in der Arbeit anzukommen? Klar ist: An den externen Faktoren lässt sich wenig ändern. Aber wir verraten euch 3 Pendler-Tricks, mit denen ihr den morgendlichen Stressfaktor für euch ganz persönlich entschärfen könnt.

Tipp 1: Zehn Minuten früher los

Egal, ob du jeden Morgen ins Auto steigst, um ins Büro zu kommen, oder ob du den öffentlichen Nahverkehr mit deiner Mitreise beglückst: Der größte Stressfaktor ist immer die Zeit. Du weißt genau, wann dein Zug fährt, also musst du pünktlich sein; denn bist du es heute einmal nicht, kannst du Gift darauf nehmen, dass der Zug ausnahmsweise exakt zur geplanten Abfahrtszeit am Gleis steht. Für Autopendler gilt: Startest du einmal 20 Minuten später in Richtung Autobahn, dann immer mit dem sicheren Wissen, dass dich der tägliche Stau bereits sehnsüchtig erwartet – flexible Arbeitszeiten hin oder her. Es ist zum Verrücktwerden!

So geht’s:

Eines ist klar: Die Zeit kannst du nicht abschaffen. Die Anzahl deiner täglich zu leistenden Arbeitsstunden auch nicht. Aber du kannst dich im Alltag mit einem kleinen Trick selbst überlisten: Stelle dir deinen Wecker einfach zehn Minuten vor deiner bislang üblichen Aufstehzeit. Und diese zehn Minuten nutzt du nicht, um dich noch dreimal in den Federn umzudrehen oder noch einen Kaffee mehr am heimischen Frühstückstisch zu trinken. Nein, ab jetzt machst du dich zehn Minuten früher auf den Weg. Du wirst erstaunt sein, wie spürbar diese zehn Minuten zeitlicher Puffer Stress aus deiner morgendlichen Anreise nehmen können. Und allein das Gefühl, nicht „spät dran“ zu sein, sondern heute super in der Zeit zu liegen, entspannt. Das ist wichtig: Latenter, permanenter Stress wie ständiger Zeitdruck belasten unseren Organismus auf die Dauer sehr.


Tipp 2: Nutze die Zeit zur Erholung

Kennst du das auch? Du sitzt im Zug auf dem Heimweg von der Arbeit und denkst dir: „Was ich jetzt alles tun könnte!“ Viele Pendler empfinden die Zeit, die sie mit dem Arbeitsweg verbringen, schlichtweg als verlorene Zeit. Wer sich auf diese Gedankenspirale einlässt, kann nicht gewinnen: Positive Thinking ist hier eindeutig die bessere Devise. Gleich gefolgt von Positive Doing. Und damit startest du jetzt.

Arbeitsweg Musik hören
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So geht’s:

Nimm‘ die Zeit, die dir so ungenutzt vorkommt, einfach selbst in die Hand und mach‘ das Beste daraus. Im Zug kannst du lesen, Musik oder Podcasts hören, eine neue Fremdsprache lernen oder mit deinen Freunden telefonieren. Letztere Dinge funktionieren auch auf einer Autofahrt. Manchmal tut es einfach gut, die Augen zu schließen und einen kleinen Powernapp in Bus oder S-Bahn einzulegen. Das klappt sicher nicht beim ersten Mal, aber es lässt sich trainieren. Nutze die Fahrtzeiten für dich: Es sind Momente im Tag, wo du ganz bei dir bist, deine Ruhe hast und sehr fokussiert sein kannst.

Finde dabei auch heraus, was dir die beste Erholung verschafft: Während es für viele das gute Buch oder die Lieblingsmusik ist, entspannen sich andere ganz herrlich bei einem Schwätzchen mit den Mitreisenden. Gerade, wenn du jeden Tag dieselbe Strecke mit den öffentlichen Verkehrsmitteln pendelst, wirst du bereits nach wenigen Wochen einen Großteil deiner Leidensgenossen zumindest „vom Sehen“ kennen. Und da lohnt es sich durchaus, mal ins kalte Wasser zu springen bzw. das Eis zu brechen und mit ein paar unverbindlichen Worten ein Gespräch zu starten. Oftmals können sich aus solchen Begegnungen langjährige Pendlerfreundschaften entwickeln. Und vielen Menschen tut es gut, einen Gesprächspartner für unterwegs zu haben, der weder aus der Familie noch aus dem Büro ist. Er kann ganz wunderbar als „neutraler Puffer“ zwischen der Arbeitswelt und dem Privatleben fungieren – oder auch einfach nur beim Abschalten nach der Arbeit helfen.


Tipp 3: Mache es dir bequem

Neben vielen anderen Problemzonen haben Züge irgendwie immer die falsche Klimazone: Im Sommer ist in der Regel die Klimaanlage defekt, im Winter fällt meist die Heizung aus. Oder aber letztere heizt den Waggon auf gefühlt 38 Grad Celsius –  die Heizungsregelung spinnt mal wieder. Da hilft nur eines: sich den Gegebenheiten anpassen. Und auf Reisen lautet das oberste Prinzip: bequem anziehen.

So geht’s:

Egal, ob du in Auto oder Zug unterwegs bist: Kleide dich für die Fahrt so bequem wie möglich. Turnschuhe und Klamotten im Zwiebelprinzip eignen sich hierfür perfekt. Je nach Kleinklima kannst du dann einfach eine Schicht mehr oder weniger ablegen, ganz wie es dir beliebt. Längere Autofahrten werden ebenfalls besser erträglich, wenn nicht auch noch das Kostümchen zwickt oder die Schuhe drücken. 

Wer jetzt verzweifelt in seinen Kleiderschrank mit all den teuren Businessoutfits blickt, keine Sorge: Schuhe lassen sich im Büro schnell wechseln, und es gibt durchaus auch Möglichkeiten, Büroklamotten bequem zu stylen. Und steht einmal ein wichtiger Termin an, hat die Optik auf jeden Fall Vorrang.

Pendeln im Auto
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Aber es gibt noch mehr Tipps, die den Wohlfühlfaktor auf deiner Pendlerstrecke maximieren können: Für mehr Bequemlichkeit kann ein ergonomisches Sitzkissen im Auto sorgen. Gemütlich kann es auch werden, wenn du dir deinen Coffee-to-go von zu Hause mitnimmst und du erst einmal ganz entspannt im Zug frühstückst. Teste einfach aus, was dir das tägliche Pendeln angenehmer und erträglicher macht.


Fazit

Mit dem Pendeln ist es wie mit vielen Dingen im Leben: Es geht nicht ohne sie, aber so richtig Spaß machen sie halt trotzdem nicht. Kannst du die äußere Situation nicht verändern, dann tust du gut daran, dich mit ihr gedanklich zu arrangieren und sie zu akzeptieren. Das heißt: Versuche dir den Arbeitsweg so entspannt und so angenehm wie möglich zu machen, damit du den Stresspegel diesbezüglich niedrig halten kannst. Und hast du das Gefühl, die Deutsche Bahn und der Verkehrsfunk führen heute mal wieder einen ganz persönlichen Stresstest mit dir durch, dann helfen tatsächlich nur zwei Dinge: eine große Portion Gelassenheit und noch etwas mehr Humor.

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