Du bist arbeitsuchend und nun verunsichert, wie du bei Bewerbungen damit umgehen sollst? Arbeitslos zu sein ist in unserer Gesellschaft häufig mit Stigmatisierung verbunden. Auch bei Bewerbungen haben es Arbeitsuchende weniger leicht: Sie können etwa von manchem potenziellen Arbeitgeber verdächtigt werden, sich bei Bewerbungen absichtlich weniger Mühe zu geben, um weiterhin ihr Arbeitslosengeld zu erhalten oder ein Vorstellungsgespräch nur deshalb zu besuchen, um weiterhin ihre Leistungen beziehen zu können.

Bereits im Anschreiben solltest du darauf hinweisen, dass du arbeitsuchend bist. Deine Bewerbungschancen kannst du verbessern, indem du erläuterst, welche Ursache zur Arbeitslosigkeit geführt hat. Wenn etwa eine Insolvenz oder eine Umstrukturierung in der Firma deines Arbeitgebers in Arbeitslosigkeit resultierten, dann kann diese Angabe den Empfänger deiner Bewerbung davon abhalten, davon auszugehen, dass du beispielsweise aufgrund deiner schlechten Arbeitsqualität oder Disziplin gekündigt worden wärst.

Für Phasen, in denen man nicht erwerbstätig ist, kann es die unterschiedlichsten Gründe geben, etwa eine Elternzeit oder eine Fortbildungsmaßnahme. Während solche Abschnitte im Lebenslauf auf allgemeine Akzeptanz stoßen, werden Zeiten der Arbeitslosigkeit häufig kritisch hinterfragt. Es wird schnell daran gezweifelt, ob ein Bewerber ausreichend qualifiziert ist oder ob sein Verantwortungsbewusstsein für die neue Stelle ausreicht.


Nutzung von Phasen der Arbeitslosigkeit

Wenn man arbeitssuchend ist, sollte man versuchen, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Beispielsweise kann sich das Erlernen einer Fremdsprache oder Programmiersprache positiv auf die Einstellungschancen auswirken. Auch anhand eines Ehrenamtes kannst du zeigen, dass du engagiert bist.

  • Gelegenheitsjobs: Es gibt mehr Arbeitsmöglichkeiten, als du nach deiner ersten Suche nach einem Traumjob vielleicht denkst. Halte die Augen über längere Zeit hinweg offen und sei bei der Suche nach einem Job kreativ. Es ist besser, die Arbeitslosigkeit mit einem Job zu beendigen, der nicht gerade deine erste Wahl ist, als lange Zeit ohne Arbeit zu sein. Bei künftigen Bewerbungen hinterlässt du einen engagierteren Eindruck, wenn du eine Durststrecke in der Karriere beispielsweise mit einem Aushilfsjob überbrückst. Auch kann dies eine spannende Möglichkeit sein, neue Interessen zu entdecken.
  • Ein Buch schreiben: Menschen können in die Arbeitslosigkeit geraten, obwohl sie eigentlich gut ausgebildet sind und auch viel Berufserfahrung gesammelt haben. Du hast schon immer einmal von deinem eigenen Buch geträumt? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um diesen Traum umzusetzen. Ein Buch muss nicht immer gleich ein Bestseller sein, um eine Eignung für eine bestimmte Stelle zu beweisen.

Darf man Arbeitslosigkeit bei einer Bewerbung verschweigen?

Grundsätzlich gilt, dass du bei einer Bewerbung stets die Wahrheit sagen musst. Erfinde also keine Qualifikationsmaßnahmen, die gar nicht stattgefunden haben (siehe auch Lücken im Lebenslauf). Klar spielt bei einer gelungenen Bewerbung auch das Selbstmarketing eine große Rolle, was aber nicht bedeutet, dass man einfach lügen darf.


Umgang mit längeren Zeiten der Arbeitslosigkeit

Je länger deine Phase der Arbeitslosigkeit angedauert hat, desto ausführlicher solltest du sie bei dem Unternehmen, bei dem du dich beworben hast, begründen. Denkbare Gründe sind zum Beispiel ein besonders exotischer Beruf oder das Interesse an einer Teilzeitbeschäftigung in einer bestimmten Position. Auch der Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung erhöht deine Glaubwürdigkeit bei einer Bewerbung.


Länger zurückliegende Phasen der Arbeitslosigkeit

Du bist vor zehn Jahren einmal arbeitslos gewesen? In der Regel interessieren sich Betriebe nicht besonders für solche Zeitabschnitte, weshalb man auch mit einem stark gekürzten Lebenslauf erfolgreich sein kann. Hier gilt: Die Zeit heilt fast alle Wunden.


Wie formuliere ich Arbeitslosigkeit im Lebenslauf?

Du kannst dir selbst aussuchen, ob du dich lieber „jobsuchend“ oder „arbeitsuchend“ nennen möchtest.


Fazit

Es ist kein Weltuntergang, wenn es auch in deinem Leben einmal zu Phasen der Arbeitslosigkeit kommt. Aus einer solchen Situation kann man sich rasch wieder befreien, wenn man Bereitschaft zeigt, Kompromisse einzugehen.

Ein ehrlicher Umgang mit Arbeitslosigkeit bei Bewerbungen ist die Basis für ein vertrauensvolles neues Arbeitsverhältnis.

 

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