In Zeiten wie diesen, welche von Unsicherheiten geprägt sind, setzt uns die ständige Angst vor einem Jobverlust zusätzlich unter Druck. Um uns herum zerfällt die Wirtschaft wie ein Kartenhaus, das in einen Luftzug geraten ist. Die Folge sind Kurzarbeit, Entlassungen, drohende Insolvenzen. Kein Wunder also, dass viele nun um ihren eigenen Arbeitsplatz bangen und Angst vor der plötzlichen Arbeitslosigkeit haben.

Wir haben 6 Tipps für dich gesammelt, mit denen du der Angst vor einer Kündigung entgegenwirken kannst. 

Arbeit = Selbstverwirklichung?

Arbeit ist für viele von uns mehr als nur ein bloßes Mittel, um Geld zu verdienen. Insbesondere jetzt merken wir, dass wir sie auch als einen Weg der Selbstverwirklichung nutzen und in gewisser Weise einen Teil unserer Persönlichkeit darüber definieren. Ein Job, in dem wir gut sind und durch den wir etwas voranbringen, kann uns einen zusätzlichen Sinn im Leben geben. Sitzen wir nun aufgrund von Kurzarbeit nur noch zuhause herum, können wir uns schnell nutzlos fühlen. Dazu kommen natürlich auch noch Existenzängste, vor allem dann, wenn man Familie und Kinder hat. All das führt zu schlechter Stimmung, Depressionen, Pessimismus und einer Angst, die einen nach und nach einnimmt und lähmt.

Natürlich ist deine Angst nachvollziehbar und vielleicht droht dir tatsächlich bald eine Kündigung deines Arbeitgebers aufgrund der Krise. Doch du solltest dich keinesfalls deswegen verrückt machen. Wichtig ist jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Zügel selbst in die Hand zu nehmen. Dabei können dir unsere Tipps helfen. 

6 Tipps gegen deine Angst

1. Akzeptiere deine Situation und deine Angst

Niemand kann in die Zukunft blicken, weshalb wir jeden Tag mit einer gewissen Unsicherheit leben müssen. Selbst in Zeiten, in denen Unternehmen nicht gerade mit den wirtschaftlichen Folgen einer weltweiten Pandemie zu kämpfen haben, können wir uns unseres Arbeitsplatzes nie hundertprozentig sicher sein. Sicher ist nur, dass nichts sicher ist.

Manche von uns können mit dieser Tatsache besser umgehen, für andere ist dieses Gefühl des Kontrollverlusts beinahe unerträglich. Wenn du zur zweitgenannten Gruppe gehörst, solltest du dir bewusst machen, dass du im Moment nichts Wesentliches an der Situation ändern kannst und es deshalb besser ist, sie zu akzeptieren. Das bedeutet nicht, dass du kapitulieren sollst und auch nicht, dass du keine Angst mehr haben darfst. Es ist, wie es ist, und allein die Akzeptanz dieser Tatsache nimmt dir eine gewisse Last von den Schultern, da du nicht mehr gegen dich selbst kämpfen musst. 


2. Untersuche deine finanzielle Lage

Der Gedanke daran, wie du bei einem potenziellen Jobverlust über die Runden kommen sollst, macht dich wahnsinnig? Dann ist es eventuell eine gute Idee, dir deine Grundbedürfnisse anzusehen, um etwas mehr Klarheit in die Sache zu bringen und dir einen Überblick zu verschaffen. Stelle dir folgende Fragen:

  • Was für Fixkosten hast du? (Miete, Essen, Versicherungen, etc.)
  • Worauf kannst du verzichten oder was ist im Moment sowieso nicht möglich? (Kino, Restaurantbesuche, Klamotten, etc.)
  • Was brauchst du nicht mehr und kannst du eventuell verkaufen? (Möbel, Technik, Kleidung, etc.)

Der Überblick über deine finanzielle Lage gibt dir mehr Sicherheit und Verständnis. Vielleicht sieht es doch nicht so düster aus, wie du dachtest. 


3. Reflektiere

Krisen und die damit einhergehenden Veränderungen bieten uns immer eine gute Möglichkeit, um das eigene Leben wieder einmal gründlich zu reflektieren. Was genau das bedeutet? Schaue dir deine Situation einmal aus der Vogelperspektive an und stelle dir beispielsweise folgende Fragen:

  • Was kann ich gerade Gutes an meiner Lage erkennen?
  • Was macht mich glücklich?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was läuft nicht so gut?
  • Was würde ich gerne verändern?
  • Was sind meine persönlichen Stärken und Schwächen?
  • Wie kann ich meine Talente besser nutzen?

Durch die Beantwortung dieser Fragen wird dir einerseits klar, dass auch jetzt nicht alles schlecht ist. Es gibt immer etwas, wofür man dankbar sein kann. Außerdem helfen dir diese Fragen dabei herauszufinden, was du gerne ändern möchtest und vor allem, wie du das mit Hilfe unserer nächsten Tipps am besten anstellst. 

Mehr zum Thema Selbstreflexion findest du hier: Selbstreflexion im Job: 15 Fragen, die dir zeigen, ob du auf dem richtigen Weg bist

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4. Zeige, was du draufhast und stärke deine Kompetenzen

Die Angst vor dem Jobverlust kann schnell dazu führen, dass du in der Arbeit nachlässig wirst, weil du deinen Job bereits abgeschrieben hast. Doch das ist ein großer Fehler, denn gerade jetzt lohnt es sich, Vollgas zu geben. Zeige deinem Arbeitgeber, dass du wertvoll bist. Ergreife die Initiative, denke lösungsorientiert und zeige Interesse an den Projekten deines Unternehmens.

Falls du momentan in Kurzarbeit bist, nutze deine Freizeit, um dich weiterzubilden und etwas Neues zu lernen. So zeigst du deinem Chef, dass du ein schätzenswerter Arbeitnehmer bist und wanderst dadurch eventuell auf der Liste mit den möglichen Kündigungen weiter nach unten. 


5. Arbeite an deinem Selbstbewusstsein

Ein starkes Selbstbewusstsein kann dir dabei helfen, deine Angst besser in den Griff zu bekommen. Dabei können dir nun wieder die Erkenntnisse dienlich sein, die du vorhin durch deine Selbstreflexion gewonnen hast. Idealerweise kennst du deine Stärken nun besser, du weißt, worin du gut bist und was dir Spaß macht.

Baue diese Talente nun weiter aus, um zusätzliches Selbstbewusstsein in deine Fähigkeiten zu bringen. Glaube an dich und versichere dir täglich, dass du wertvoll bist. Umgebe dich mit Menschen (momentan natürlich nur virtuell), die dir guttun und die dir Mut machen. Auch ein Hobby kann deinen Selbstwert stärken und bietet dir eine Möglichkeit, deine Erfolgserlebnisse nicht nur auf deinen Job zu reduzieren.


6. Denke über Alternativen nach

Durch die Selbstreflexion bist du dir nun auch klarer darüber, ob dein aktueller Job eigentlich immer noch das Richtige für dich ist, oder ob du die Krise dazu nutzen möchtest, dich beruflich neu zu orientieren. In beiden Fällen schadet es nicht, sich einmal folgendes Szenario auszumalen:

Du wurdest gekündigt und musst jetzt ganz neu anfangen. Du bist vollkommen frei und kannst nach deinem Traumjob suchen. Was wären mögliche Alternativen? Vielleicht ziehst du auch einfach in eine andere Stadt oder sogar in ein anderes Land. Male dir diese Vorstellung so bunt wie möglich in deinen Gedanken aus. Vielleicht nimmt sie dir etwas von deiner Angst und lässt deine Lage nicht mehr ganz so schwarz-weiß erscheinen. 


Plötzlich arbeitslos? So gehst du damit um

Manchmal schlägt das Schicksal leider trotz aller Bemühungen zu und man kann nichts dagegen tun. Doch auch wenn du nun tatsächlich deinen Job verloren hast, ist das nicht zwingend ein Weltuntergang. Eine Entlassung ist erstmal ein großer Schock, ein Verlust und nicht selten auch eine Kränkung des eigenen Egos. Trotzdem solltest du nicht in Panik geraten und willkürlich Bewerbungen verschicken. Gebe dir erst einmal ein paar Tage Zeit, die Tatsache zu verarbeiten und überlege dir dann genau deine nächsten Schritte. 

Ob deine Kündigung arbeitsrechtlich in Ordnung ist kannst du in diesem Artikel nachlesen: Plötzlich arbeitslos? Kündigungen in Corona-Zeiten

Hier findest du außerdem unseren ultimativen Guide für die Jobsuche nach Corona, der dich bei der Suche nach einem neuen Job unterstützen soll. 


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