Alleinstehende Frauen, weniger qualifizierte Personen und Menschen, die seit längerer Zeit arbeitssuchend sind, sehen sich am häufigsten mit Altersarmut konfrontiert. Von Armut ist in Deutschland die Rede, wenn man als Alleinstehender monatlich weniger als 917 € zur Verfügung hat. Die Deutsche Rentenversicherung rät allen Personen mit einem Einkommen unter 865 €, zu überprüfen, ob Anspruch auf Grundsicherung besteht. Doch häufig reichen die staatlichen Gelder nicht aus, um ein schönes Leben führen zu können oder auch nur ausreichend Geld am Ende des Monats zu haben.

Wer in Teilzeit tätig ist oder Kinder großgezogen hat, macht sich häufig Sorgen um die Finanzierung des Ruhestands. Zahlreiche Menschen sind dazu bereit, auch im Alter noch zu arbeiten, doch nicht immer finden sie eine lukrative Arbeit.


Praktische Lösungen

Staatliche Leistungen

  • Für Senioren kommen Leistungen wie ALG II, Grundsicherung bei voller Erwerbsminderung, Wohngeld, Miet- und Heizkostenübernahme im Grundsicherungsbezug infrage.
  • Deine Augen sind nicht mehr so gut, oder du hast Angst, Fehler bei der Antragstellung zu machen? Überwinde dich und bitte eine Person deines Vertrauens um Hilfe. Wenn sich keine solche Person findet, kannst du dich an eine der Beratungsstellen für Senioren wenden. Überlege dir einfach, welche Institution dir am sympathischsten ist.

Sparen

  • Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, auf denen man gebrauchte Gegenstände erwerben kann. Du nutzt das Netz nur selten? Auch im hohen Alter kann man sich noch in diese Welt hineinfinden, wenn man offen dafür ist.
  • Manche Senioren, die an Armut leiden, nutzen ihre Freizeit dazu, Flaschen zu sammeln. Diese Tätigkeit wirkt jedoch auf andere Menschen befremdlich und führt zur gesellschaftlichen Ausgrenzung. Bevor man sich einer solchen Beschäftigung widmet, sollte man sich auf jeden Fall beraten lassen oder sich über mögliche Sozialleistungen informieren.
  • Nicht alle bedürftigen Senioren nutzen Angebote wie die Tafel. Armut wird gern aus Schamgefühlen versteckt.
  • Nutze Angebote und Rabattaktionen. Nicht nur Postwurfsendungen können spannende Infos zu Sparangeboten enthalten.
  • Du brauchst etwas bestimmtes? Vergleiche die Preise, beispielsweise mit einer Preissuchmaschine.
  • Versuche, deine Fixkosten (Miete, Telefonkosten, Bankkonto) zu minimieren.
  • Mieten müssen nicht immer teuer sein. Vielleicht hast du Glück und findest rasch eine Wohnung, deren Miete es dir ermöglicht, noch etwas Geld zur Seite zu legen oder dir mal einen Luxus zu gönnen. Man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen, um beispielsweise an eine Genossenschaftswohnung zu gelangen.

Minijobs

  • Nicht nur zum Geldverdienen macht ein Minijob Sinn, sondern er kann auch zu deiner Unterhaltung beitragen. Außerdem kannst du hier möglicherweise deine Talente und erworbenen Fähigkeiten einsetzen, und etwas Anerkennung tut jedem gut. Doch nicht immer ist eine Berufstätigkeit im Alter unproblematisch: Jüngere Kollegen ticken anders (siehe auch Generationenkonflikt am Arbeitsplatz).
  • Es muss nicht immer das klassische Regaleeinräumen sein: Sinnvolle Minijobs für Senioren sind zum Beispiel Tätigkeiten als Haushaltshilfe, ein Job als Kinderbetreuer/in oder ein Minijob im Bereich Gartenarbeit. Je nachdem, welchen Beruf du bisher ausgeübt hast, können aber auch ganz andere Tätigkeiten infrage kommen.

Selbstständigkeit

Du fühlst dich noch fit und arbeitsfähig, findest jedoch keinen Job? Vielleicht hast du eine Geschäftsidee, die du gern in die Tat umsetzen würdest? Man ist nie zu alt, um ein eigenes Business zu gründen. Im Unterschied zu einem Job in Festanstellung musst du dir hier auch keine Gedanken über deine Arbeitsgeschwindigkeit machen und kannst so viele Pausen einlegen wie du möchtest.

Wenn die Gesundheit nicht mitspielt

Senioren können sehr wertvolle Arbeitskräfte sein und werden auch gern als Führungskräfte eingesetzt: Sie sind lebenserfahren und bringen häufig umfassende berufliche Qualifikationen mit. Während die einen Rentner locker noch einen Aushilfsjob meistern können, sind andere wiederum nicht dazu in der Lage, eine berufliche Tätigkeit zu meistern.


private Altersvorsorge

Es gibt unterschiedliche Angebote zur privaten Altersvorsorge. Du kannst dich zu diesem Thema beraten lassen oder auch anhand eines Versicherungsvergleichs ermitteln, welches Angebot in deinem Fall die meisten Vorteile bietet. Wer die Möglichkeit hat, sich frühzeitig abzusichern, kann auf diese Weise Altersarmut vermeiden.


Von Überfluss befreien

Brauchst du wirklich alle Versicherungen, die du abgeschlossen hast? Vielleicht findet sich auch der eine oder andere Vertrag oder ein Abonnement, von dem du dich trennen kannst. Setze Prioritäten, sodass du trotzdem einen hohen Lebensstandard beibehältst.


Verdeckte Altersarmut

Nicht alle Personen, die Ansprüche auf Geld vom Amt haben würden, nehmen diese auch in Anspruch. Es steckt nicht immer Unwissenheit dahinter, sondern häufig auch Angst vor Bürokratie oder einfach Schamgefühle. So werden Lebenshaltungskosten eingespart: Beispielsweise wird im Winter weniger geheizt, oder es werden preiswertere Lebensmittel eingekauft. Auch auf kulturelle Aktivitäten verzichten Bedürftige gern, um genügend Geld für lebensnotwendige Dinge zu haben. Das Alter ist eine Lebensphase, in der man endlich viel Zeit hat, Konzerte oder Ausstellungen zu besuchen. Wenn für solche Dinge kein Geld übrig ist, kann dies zur Vereinsamung und damit zu einem insgesamt weniger glücklichen Leben führen.

Problematisch ist nicht nur der geringere Lebensstandard dieser Personen, sondern auch die Tatsache, dass die Armut in keiner Statistik auftaucht.


Nutze Beratungsangebote

Diverse Beratungsstellen helfen bei vielen Fragen zur Altersarmut. Eine solche Beratungsstelle aufzusuchen, kostet jedoch Überwindung. Erst einmal muss man zur eigenen Armut stehen, und vielleicht fürchtet man sich auch davor, dass die Prioritäten, die man im Rahmen des eigenen Konsumverhaltens gesetzt hat, auf Ablehnung stoßen.


Fazit

Die Logik der Sozialversicherung basiert auf dem Gedanken, dass die Höhe einer späteren Rente von den vorgenommenen Einzahlungen abhängt. Aus diversen Gründen gelingt es jedoch nicht allen Personen, ausreichend hohe Einzahlungen zu leisten, sodass diese im Alter mit zu wenig Geld dastehen.

In vielen Großstädten ist bezahlbarer Wohnraum rar – ein Problem, das auch viele Senioren betrifft. Bis 2036 soll die Altersarmut drastisch ansteigen. Die Politik kämpft verzweifelt gegen die Schere zwischen Arm und Reich an. Bereits der Mindestlohn ist ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung von Altersarmut, doch gilt es, die aktuelle Situation zahlreicher bedürftiger Senioren zu meistern. Ca. 35 Versicherungsjahre sind erforderlich, um später nicht in Altersarmut zu geraten.

 

Quellen:
www.spiegel.de, www.vorunruhestand.de, www.einherzfuerrentner.de, www.hr1.de, www.minijobs.info

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