Schlechte Stimmung im Büro? Was dagegen hilft

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Der Chef ist unberechenbar und launisch? Humor ist für deinen Kollegen ein Fremdwort? Frau X nervt, da sie sich zu jeder Gelegenheit vor der Arbeit drückt? Oder: Die betriebsinternen Ziele wurden schon wieder nicht erreicht? Gründe für eine schlechte Stimmung im Büro gibt es viele. Wenn jedoch das Betriebsklima stimmt, relativieren sich viele Probleme. Doch was trägt zu einem schlechten Betriebsklima bei, und was kann man zu dessen Verbesserung tun?

Ursachen für schlechte Stimmung im Büro

Unfaire Verteilung der Aufgaben

Während der Kollege aus der Buchhaltung kaum etwas zu tun hat und einen Großteil seiner Zeit damit verbringt, im Internet zu surfen, ist der Mitarbeiter aus dem Bereich Office Management in hohem Maße damit beschäftigt, eingehende Telefonate anzunehmen. Allerdings ist nicht immer eine ungleiche Verteilung der Aufgaben schuld, sondern leider manchmal auch die geringe Motivation einzelner Mitarbeiter, die dazu führt, dass diese sich vor Arbeit drücken.

Unliebsame Tätigkeiten

Der Job ist nicht so spannend, wie er in der Stellenanzeige beschrieben wurde? Oder die Art der Arbeit hat sich verändert? Manchmal sind die tatsächlichen Aufgaben nicht deckungsgleich mit den Angaben aus dem Stellenangebot. Doch müssen manche Aufgaben schlicht erledigt werden, auch wenn sie den wenigsten Personen Spaß machen.

Fehlendes Feedback

Erhalten Angestellte kein Feedback zu der von ihnen geleisteten Arbeit, so kann das zum einen die Motivation drücken und trägt zum anderen auch zur Entstehung von Unsicherheit bei. Deshalb ist es wichtig, dass jedes Unternehmen eine passende Feedback-Kultur etabliert.

Negatives Feedback von Seiten der Kunden oder Vorgesetzten

Ein weiterer Faktor, der die Stimmung im Büro stark vermiesen kann, ist, wenn die Abteilung für ihre Arbeit laufend negative Rückmeldungen erhält, und das trotz aller Anstrengungen. Werden beispielsweise Quartalsziele nicht erreicht, kann das die Stimmung der ganzen Abteilung drücken. Wie viel Frustrationstoleranz man mitbringen muss, hängt vom einzelnen Bereich ab. Beispielsweise muss ein Outbound-Call-Center-Mitarbeiter jede Menge davon mitbringen.

Hoher Krankenstand

Kollegin Meier ist schon wieder krank, und das nun schon in der dritten Woche? Wenn der Krankenstand im Büro hoch ist und die zu erledigende Arbeit von den gesunden Beschäftigten übernommen werden muss, kann das die Stimmung drücken, denn jeder geht gern pünktlich in den Feierabend.

Arbeiten im Großraumbüro

Das Arbeiten im Großraumbüro kann sich sowohl negativ als auch positiv auf das Arbeitsklima auswirken:

  • Ein positiver Aspekt ist, dass sich alle Mitarbeiter untereinander kennen und neue Angestellte schnell einen authentischen Eindruck von dem Unternehmen erhalten. Und: Macht eine Person einen Witz, kann darüber das ganze Großraumbüro lachen.
  • Negativ kann es sich auswirken, wenn sich manche Personen aufgrund der Anzahl der anwesenden Menschen nicht öffnen können oder manche Dinge verschweigen, die sie unter vier Augen sofort ausgesprochen hätten. Ein anderer Grund zu schweigen liegt in Rücksichtnahme begründet: Man möchte andere Personen nicht bei der Arbeit stören.

Eine komplizierte Persönlichkeit des Vorgesetzten

Der Chef kann keine klaren Vorgaben machen und ändert seine Meinung ständig? Oder der Vorgesetzte hat ein paar Lieblinge, die laufend gelobt werden, während es ihm Andere nie recht machen können? Es gibt die unterschiedlichsten Typen von Vorgesetzten, und je nachdem, wie die soziale Kompetenz der Führungskraft ausgeprägt ist, kann sich das auch auf den Teamgeist auswirken.

Miesepeter im Betrieb

Es gibt sie in vielen Büros: Personen, die so gut wie immer schlechte Laune haben. Die Gründe dafür können beispielsweise in deren Privatleben liegen. Meistens handelt es sich dann um Themen, die nicht mit dem Team geteilt werden können, weshalb die betroffene Person in sich hineinschweigt. Doch auch die Tätigkeit selbst kann schuld an der miesen Laune der Personen sein: Wenn sie partout keinen Spaß macht und sich der Mitarbeiter regelrecht zur Arbeit aufraffen muss, dann sieht man ihm das nicht selten auch an.

Lästereien

Schlechtes Reden über den einen oder anderen Angestellten oder Vorgesetzten gehören in den allermeisten Büros zum Alltag. Wenn eine Gruppe von Personen damit angefangen hat, ist es insbesondere für neuere Mitarbeiter besser, sich gar nicht an den Lästereien zu beteiligen. Doch kann man sich als Unbeteiligter durchaus auch in die Diskussion einmischen und zum Beispiel sagen „Jetzt tut ihr Herrn Meier aber Unrecht.“

Ein rauer Umgangston

Besonders für zartbesaitete Personen ist es gewöhnungsbedürftig und schlägt negativ auf die Stimmung, wenn der Umgangston in einem Unternehmen eher rau ist. Entweder ist man dazu in der Lage, sich an eine solche Situation zu gewöhnen, oder man wechselt früher oder später die Firma. Auch ein Wechsel der Branche kann nötig sein, wenn sich beispielsweise jemand mit dem Umgangston im Modeeinzelhandel nicht wohlfühlt.

Mobbing

Wenn es eine Person im Team gibt, der das Leben absichtlich zur Hölle gemacht wird, so wird das Betriebsklima von diesem Menschen als ausgesprochen negativ erfahren. Doch auch Beobachter, die nicht aktiv an dem Mobbing beteiligt sind, können unter der Situation leiden. War ein Mitarbeiter einmal Mobbing-Opfer, ist es beinahe unmöglich, dieses Stigma innerhalb des Teams wieder loszuwerden, weshalb Betroffene häufig kündigen.

Unsicherheit des Arbeitsplatzes

Wird den Angestellten oder Arbeitern einer Firma regelmäßig mit der Kündigung gedroht, oder wird den Mitarbeitern häufig klar gemacht, dass ihre Arbeitsplätze gefährdet sind? Auch das wirkt sich negativ auf das Arbeitsklima aus und kann dazu führen, dass sich die Mitarbeiter auf die Suche nach einem sichereren Job begeben.

Schlechte Stimmung im Büro

Bildquelle: www.istockphoto.com / fizkes

Was trägt zu einer besseren Stimmung bei?

Flache Hierarchien

Wenn man in einer Firma mitreden darf, ist das gut für die eigene Laune und damit auch für das Betriebsklima. Der richtige Führungsstil, um dies zu verwirklichen: der kooperative, der sich durch eine enge Zusammenarbeit von Führungskräften und Mitarbeitern auszeichnet und das Einbringen eigener Ideen zulässt.

Richtiger Umgang mit Fehlern

Fehler sind menschlich. Deshalb ist eine Strategie angebracht, die deren Auftreten einkalkuliert. Denn die Furcht davor, etwas falsch zu machen, wirkt sich ausgesprochen negativ auf die Stimmung im Betrieb aus und kann eine regelrechte Angst der Mitarbeiter vor der Arbeit selbst begünstigen, wenn Fehler hart bestraft werden.

Miteinander arbeiten, nie gegeneinander

Wichtig ist, dass auch Führungskräfte den folgenden Gedanken transportieren: Die einzelnen Mitglieder des Teams sollen einander mit ihren Stärken ergänzen und die Schwächen der jeweils anderen Personen ausgleichen, anstatt Fehltritte der anderen Personen anzuschwärzen.

Betriebsfeiern und weitere gemeinsame Events

Zwischen größeren Firmenevents wie dem Sommerfest können kleinere Aktivitäten für einen besseren Team-Zusammenhalt sorgen: Wie wäre es mit einem gemeinsamen Frühstück, zumindest alle paar Wochen? In der Weihnachtszeit bietet sich der gemeinsame Besuch eines Christkindlmarktes an. Auch ein spontanes Mittagessen kann den Zusammenhalt unter den Mitarbeitern verstärken.

Events zum Teambuilding

Manche Firmen haben sich darauf spezialisiert, Veranstaltungen anzubieten, die den Teamgeist in einzelnen Unternehmen fördern. So eignen sich beispielsweise Kanutouren dafür, das Zusammenhaltsgefühl eines Teams zu verbessern. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, weshalb bei der Auswahl der Aktivitäten auf die individuellen Vorlieben der Teammitglieder eingegangen werden kann.

Feel Good Manager…

… werden vor allem von Startups beauftragt oder eingestellt und tragen dazu bei, dass eine angenehme Unternehmenskultur entsteht. Dazu können die unterschiedlichsten Dinge gehören: Beispielsweise kann ein Feel Good Manager dafür sorgen, dass jeder Mitarbeiter seine Meinung zur Arbeit ehrlich äußern kann. Auch zur erfolgreichen Eingewöhnung einzelner Angestellter tragen Feel Good Manager bei. Zudem können von diesem Manager vorgeschlagene Aktivitäten das Wohlbefinden der einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen erhöhen, wie etwa Yoga-Kurse oder das Zubereiten gemeinsamer Mahlzeiten.

Der Kicker-Tisch

Von konservativen Betrieben wird diese Erscheinung, die viele moderne Unternehmen prägt, häufig belächelt: Kicker-Tische können zu gelassenen Begegnungen zwischen den Mitarbeitern führen und zur Entspannung beitragen. Auch kann man bei einer solchen Gelegenheit Personen kennenlernen, die man sonst nur vom Sehen kennt.

Liebevoll gestaltete Arbeitsräume

Auch wenn aus finanziellen Gründen keine Designermöbel möglich sind, kann man das Büro mit ein paar Kleinigkeiten persönlicher gestalten. Wie wäre es mit ein paar Schnappschüssen von der letzten Betriebsfeier? Oder ein paar Babyfotos von allen Angestellten?

Toleranz, Platz für Individualität und Rücksichtnahme

Jeder Mensch ist anders, und seine Eigenheiten sollten akzeptiert werden, solange der Bogen nicht überspannt wird. Wenn der eine Kollege Musik zum Arbeiten braucht, dann sollte er sich erkundigen, ob diese die anderen Kollegen beim Arbeiten stören könnte. Wenn dies der Fall ist, sollten Kopfhörer benutzt werden.

Gegenseitige Wertschätzung

Du findest es toll, was dein Kollege da auf die Beine gestellt hat? Dann sage es ihm auch! Wenn Kollegen und Vorgesetzte Höchstleistungen stillschweigend hinnehmen, killt das früher oder später die Motivation des Einzelnen, solche zu erbringen.

Humor

Es ist ein Segen für das Team, wenn zu ihm ein paar humorvolle Mitarbeiter gehören, die durch ihre gelegentlichen Einlagen auch die ernsteren Personen zum Lachen bringen. Der neue Mitarbeiter macht keine Späße? Keine Sorge: Viele Menschen besitzen ein komödiantisches Talent, doch müssen manche von ihnen erst alle Leute richtig gut kennen, bis sie aus sich herausgehen können.

Private Aktivitäten

Sind dir deine Kollegen sympathisch, und würdest du dich mit ihnen gern intensiver austauschen? Dann kann es Sinn machen, wenn ihr euch auch einmal privat trefft. Beim gemeinsamen Kaffee und Kuchen oder je nach Geschmack auch einem Kneipenbesuch kann über Themen geredet werden, die im Büroalltag keinen Platz finden.

Kleine Mitbringsel zu unterschiedlichen Anlässen

Ob ein Kuchen zum Einstand oder Muffins zum Geburtstag – kleine mitgebrachte Speisen wirken sich positiv auf das Betriebsklima aus. Dabei muss es sich nicht immer um Süßes handeln. Auch Canapés oder Brezeln sind dazu geeignet, etwas Freude in den Büroalltag zu bringen.

Wichteln für Geburtstage oder den Abschied von Personen

Ein weiterer schöner Brauch ist es, wenn für ein Geburtstags- oder Abschiedsgeschenk für die betreffenden Personen gesammelt wird. Dabei gibt jeder so viel er will. Diese Geste zeigt dem Einzelnen: „Wir arbeiten gern mit dir“ oder „Wir schätzen dich“, und er wird das Unternehmen in guter Erinnerung behalten oder es genießen, weiterhin für die Firma tätig zu sein.

Kündigen, wenn der Job partout keinen Spaß macht

Es gibt diese Mitarbeiter, die tatsächlich im falschen Job arbeiten. Wenn sich auch nach einigen Monaten keine Freude an der Tätigkeit einstellt und dies den anderen Beschäftigten längst aufgefallen ist, macht es Sinn, die Situation zu hinterfragen: Möchte ich mir und auch meinem Arbeitgeber mit den anderen Kollegen den Umstand noch länger antun? Wahrscheinlich gibt es für jede Person einen Job, der ihr oder ihm so richtig Spaß macht. Deshalb sei Angestellten, die auch auf lange Sicht hin mit ihrer aktuellen Position unzufrieden sind, dazu geraten, sich nach einem Job umzusehen, der das eigene Leben bereichern könnte.

Fazit

Ein gutes Betriebsklima ist nichts Selbstverständliches. Wenn die einzelnen Mitarbeiter eines Teams harmonieren und sich vielleicht auch noch untereinander anfreunden, dann ist das ein Idealfall. In vielen Fällen herrscht ein angenehmer Teamgeist, ohne dass zwischen den Beschäftigten tiefe Freundschaften entstehen.

Unterschiedliche Möglichkeiten sind denkbar, um zur Optimierung des Betriebsklimas beizutragen: Angefangen vom richtigen Führungsstil über Firmen-Events bis hin zu Dingen, die die Mitarbeiter selbst bestimmen können wie das Sammeln für den Geburtstag eines Kollegen oder die individuelle Entscheidung, die eigenen Kollegen einmal wieder mit Brownies zu überraschen.

Wenn das Miteinander im Büro jedoch von schlechter Laune oder gar regelmäßigen Konfrontationen geprägt ist, besteht Handlungsbedarf: Entweder muss der Chef dafür sorgen, dass neue Teams gebildet werden, deren Mitarbeiter untereinander gut klarkommen, oder die Beschäftigten selbst ergreifen Initiativen zur Verbesserung des Betriebsklimas. Das kann in manchen Fällen bedeuten, dass man die Führungskraft auf bestimmte Probleme anspricht.

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