Kündigung: So kündigst du den Job richtig

0

Du hast ein unfassbar gutes Jobangebot erhalten oder möchten dem aktuellen Arbeitgeber aus irgendeinem anderen Grund den Rücken kehren? Bevor du dich ins neue berufliche Abenteuer stürzt, steht die Kündigung an. Wir verraten dir, wie du kündigst – und dabei aus professioneller und rechtlicher Sicht auf der sicheren Seite bist.

Kündigen in Schriftform: Formale Fehler vermeiden

Kündigen geht ganz einfach – wenn du ein paar Regeln beachtest. Die wichtigste Regel: Vermeide Formfehler! Denn im schlimmsten Fall wird deine Kündigung durch einen formalen Fehler unwirksam oder sie kann vom Arbeitgeber angefochten werden.

Und das sind die wichtigsten Regeln:

1. Kündige immer in Schriftform (auf Papier)

  • Nicht wirksam: Kündigung per E-Mail, Fax oder auf einem Post-It
  • Übergabe des Kündigungsschreibens: von Angesicht zu Angesicht ist ideal

2. Gib Namen / Anschriften von Absender und Empfänger im Briefkopf an

  • Briefkopf macht Kündigungsschreiben eindeutig
  • Bei größerem Unternehmen: Personalnummer / Geburtsdatum nennen (Verwechslungen vorbeugen)

3. Gib das aktuelle Datum an

  • Datum des Kündigungstags in Kündigungsschreiben vermerken
  • Datumsangabe: Nachweis, dass Kündigungsfrist eingehalten wurde

4. Wähle einen aussagekräftigen Betreff

  • Klare und rechtsbindende Formulierung wählen
  • „Kündigung“ bereits als oder im Betreff angeben

5. Verwende eine höfliche Anrede

  • Chef / Personalchef respektvoll ansprechen („Sehr geehrter Herr Mustermann“ bzw. „Sehr geehrte Damen und Herren“)
  • Freundliche, professionelle Ansprache: hinterlässt guten Eindruck

6. Beachte die Kündigungsfrist und halte sie ein

  • Im Text des Kündigungsschreibens: auf Kündigungsfrist eingehen
  • Vereinbarte Frist: im Arbeitsvertrag vermerkt
  • Fristgemäße Kündigung: kann zusätzlich von Personalabteilung schriftlich bestätigt werden

7. Bitte um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis

  • Recht auf vorteilhaftes Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber

8. Schließ mit einem freundlichen Gruß

  • Freundlicher Gruß am Ende des Schreibens
  • Keine verbrannte Erde hinterlassen

9. Unterschreibe handschriftlich

  • Wirksamkeit der Kündigung: persönlich / handschriftlich mit vollem Namen unterzeichnen
  • Nicht gültig: eingescannte Unterschrift
Kündigung: Kündigungsfrist angeben

Bildquelle: www.istockphoto.com / Milkos

Kündigungsfrist beachten

Die Kündigungsfrist bezeichnet den Zeitraum, der zwischen dem Eingang der Kündigung beim Arbeitgeber und dem in der Kündigung genannten Beendigungsdatum des Arbeitsverhältnisses liegen muss.
Eine ordentliche Kündigung erfolgt immer unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist. Fristlos zu kündigen ist nur in Ausnahmefällen möglich: wenn außerordentliche Gründe vorliegen, wie etwa ein Vertragsbruch durch ausbleibende Vergütung.

Kündigungsfristen werden grundsätzlich im Arbeitsvertrag vereinbart oder sind per Tarifvertrag festgelegt. Ist die Kündigungsfrist nicht vertraglich geregelt, gilt die Grundkündigungsfrist. Die ist im BGB §622 geregelt und beträgt vier Wochen zum 15. oder dem Ende eines Kalendermonats.

Es ist noch kein neuer Job in Sicht? Dann melde dich arbeitslos. Wenn du selbst den Job gekündigt hast (Eigenkündigung), beachte die dreimonatige Sperrzeit des Arbeitslosengeldes. Frag bei der Agentur für Arbeit direkt, was du nun beachten musst.

Kündigung kommunizieren: so geht's

Bildquelle: www.istockphoto.com / Ildo Frazao

Kündigung kommunizieren: der letzte Eindruck zählt

Die Welt ist klein – die Arbeitswelt noch kleiner. Und deine Branche ist vielleicht besser vernetzt, als du denkst. Beachte das vor allem bei deiner Kündigung. Verlasse deinen Arbeitgeber deshalb immer im Guten: mit Stil und Professionalität. So baust du gleichzeitig ein gutes berufliches Netzwerk auf und behältst immer einen Fuß in der Tür, auch wenn die enge Zusammenarbeit nicht ganz geklappt hat.

So hinterlässt du einen guten Eindruck beim Ex-Arbeitgeber:
1. Denke ernsthaft über die Kündigung nach und wäge ab

  • Kannst du dir eine Kündigung ohne neuen Job überhaupt leisten?
  • Gibt‘s Regelungen aus dem Arbeitsvertrag zu beachten?
  • Wenn möglich: erst mit Aussicht auf neuen Job kündigen

2. Beachte das Timing und kündige nicht …

  • … zwischen Tür und Angel.
  • … direkt vor einem großen Projekt, für das du die Verantwortung gehabt hättest.

3. Kündige nicht mit großem Auftritt

  • Hilft eine Aussprache mit dem ungeliebten Chef?
  • Wird es mit einem neuen Job wirklich besser?
  • Vermeide: überstürzte, hochemotionale Kündigung

4. Sei lieber still

  • Der erste Weg bei einem Jobwechsel führt zum Vorgesetzten.
  • Diskutiere dein neues Jobangebot nicht direkt mit deinen Kollegen.

5. Geh wie ein Profi

  • Verhalte dich freundlich und professionell: Rede nicht böse über den alten Job – beim alten Arbeitgeber und während des Bewerbungsprozesses.
  • Üble Nachrede kann rechtliche Folgen haben: Dein guter Ruf in der Arbeitswelt ist definitiv wichtiger.
  • Rechne nicht mit ungeliebten Kollegen ab.

6. Zeig Engagement

  • Absolviere die letzten Wochen mit Engagement, Stil und Professionalität.
  • Mach eine ordentliche Übergabe mit Workflows und den wichtigsten Infos.

7. Mach deinen Abgang mit Anstand

  • Durch einen netten Abschied wird ein späteres Wiedersehen angenehmer.
  • Ausstand: Dieser Abschied zeigt Wertschätzung für Kollegen und Vorgesetzte.
  • Alternativ: Schreib eine freundliche Abschiedsmail in der du dich bei allen Chefs und Kollegen für die Zusammenarbeit bedankst.

Kündigungsschreiben: Vorlage

Für die genaue Formulierung deiner Kündigung gibt es grundsätzlich keine Vorgabe. Wir haben Beispiele für das Kündigungsschreiben vorbereitet, die du herunterladen und individuell anpassen kannst.

Arbeitnehmer: Kündigungsvorlage 1 [WORD]

Arbeitnehmer: Kündigungsvorlage 2 [WORD]

Kündigung in der Probezeit: Tipps

Bildquelle: www.istockphoto.com / flyparade

Kündigung in der Probezeit

In der Probezeit lernen sich beide Seiten kennen. Und sie testen, ob sie miteinander zufrieden sind oder doch getrennte Wege gehen möchten. Um das Arbeitsverhältnis zu kündigen, muss nicht einmal ein Grund genannt werden – weder vom Arbeitgeber, noch vom neuen Mitarbeiter.

Die Dauer der Probezeit ist meist direkt im Arbeitsvertrag geregelt. Bei einem befristeten oder unbefristeten Vertrag mit einer vereinbarten Probezeit von sechs Monaten beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen. Die Kündigung muss nicht zwingend zum 15. oder zum Ende eines Monats eingereicht werden. Das Arbeitsverhältnis endet genau zwei Wochen nach dem Tag der schriftlichen Kündigung.

Spezialfall: Ist der Arbeitsvertrag vorerst nur auf die Dauer der Probezeit festgelegt, endet das Arbeitsverhältnis nach der vereinbarten Zeit. Eine Kündigung ist hier nicht nötig. Um das Verhältnis weiterlaufen zu lassen, muss ein neuer Vertrag aufgesetzt werden.

via GIPHY

Auf der Suche nach einem neuen Job? Hier geht’s zu unserer Online-Jobbörse.

Hinterlasse einen Kommentar